Black Ops 4 angespielt: Kann ein Call of Duty ohne Solo-Kampagne gut gehen?

Alexander Gehlsdorf

Battle Royale, Boots on the Ground, Battle.net und Zombies. Call of Duty: Black Ops 4 geht alte und neue Wege und verzichtet dafür auf eine zentrale Serientradition: Die Einzelspieler-Kampagne. Ich habe mir angeschaut, ob das gut gehen kann.

Die Pressekonferenz, auf der das neue Call of Duty: Black Ops 4 vorgestellt wurde, begann mit einem großen Versprechen: Black Ops 4 soll der Serienteil mit dem größten Wiederspielwert werden. Interessant, schließlich ist die Reihe für extrem kurze Einzelspieler-Kampagnen bekannt, die aus der immer gleichen Kombination aus Bombast-Szenen und ganz viel Pathos bestehen. Wie genau passt das mit Wiederspielwert zusammen? Im Grunde gar nicht; und deshalb lässt Black Ops 4 die traditionelle Einzelspieler-Kampagne ganz einfach weg.

Ein wenig ironisch ist der Schritt ja schon, schließlich hatte ausgerechnet das erste Black Ops bewiesen, dass auch ein Call of Duty eine intelligente Story erzählen kann. Andererseits muss sich die Reihe seit Jahren den Vorwurf gefallen lassen, dass die Einzelspieler-Erfahrung zu sehr auf kurzweiliges, aber nichtssagendes Spektakel setzt, statt eine bedeutungsvolle Geschichte zu erzählen. Die Kampagne wurde also schon länger als schwächstes Glied der Call-of-Duty-Kette angesehen. Ist der Verzicht also schlichtweg konsequent?

Call of Duty - Black Ops 4 - Multiplayer.

Zwei Schritte vor und einen zurück

Black Ops 3 hat seine Spieler mit seinen futuristischen Gameplay-Elementen gespalten. Wall-Runs und Thrust-Jumps haben sich zu sehr von der gewohnten Call-of-Duty-Erfahrung unterschieden, um die Mehrheit der Spieler zu begeistern. Wie im letztjährigen Call of Duty: WW2 heißt es also auch in Black Ops 4 wieder: Boots on the Ground.

Trotzdem sollen sich die Gefechte so schnell und intensiv wie nie zuvor anfühlen. Dafür sorgen unter anderem die Guns-Up-Perks des Spiels. Egal welche Aktion du gerade durchführst, ob du sprintest, eine Bombe legst, Granaten wirst oder Spezialfähigkeiten aktivierst: deine Waffe bleibt je nach Loadout stets erhoben und ist jederzeit zum Feuern bereit.

Auf diese Weise braucht sich niemand davor zu scheuen, seine mächtigen Spezialfähigkeiten einzusetzen, denn diese sind in Black Ops 4 so zentral wie nie zuvor. Zehn Spezialisten stehen zur Auswahl, die jeweils auf ihre ganz eigene Art und Weise den taktischen Verlauf des Matches mitbestimmen.

So ist der Aufklärer etwa für das Aufspüren von Gegnern zuständig, denn in Black Ops 4 kommt der Fog of War zum Einsatz, der die Position von Gegner verschleiert, die sich nicht im Sichtfeld des Spielers befinden. Die Aufgabe des Aufklärers ist es also, diese Gegner sichtbar zu machen und seinem Team somit einen entscheidenden Vorteil zu verschaffen.

Seraph hingegen kann einen mobilen Spawn-Punkt setzen, sodass der Nachschub stets direkt in der Hitze des Gefechts einsteigen kann. Ihr natürlich Gegenspieler Torque versucht genau das zu verhindern und kann dem gegnerischen Team mit Stacheldraht und und improvisierten Deckungsmöglichkeiten das Leben schwer machen.

Die Spezialisierung von Crash wiederum hätte es in einem vorherigen Black Ops gar nicht geben können, denn der gute Mann ist Sanitäter. Black Ops 4 verzichtet auf Auto-Heilung, stattdessen musst du deine Gesundheit manuell regenerieren. Das macht die Kämpfe durchaus taktischer, denn statt bei Beschuss in die Deckung gezwungen zu werden, liegt es jetzt in der Hand des Spielers, ob er einen Vorsturm riskieren oder sich lieber zurückziehen möchte. Crash erleichtert diese Entscheidung natürlich, indem er die Heilung seiner Team-Kameraden deutlich beschleunigt.

Um die einzelnen Rollen der Spezialisten besser kennen zu lernen, soll zudem jeder seine ganz eigene Solo-Mission erhalten, die den Spieler mit den individuelle Stärken der sechs Charakter vertraut machen. Ein echter Ersatz für eine Einzelspieler-Kampagne sollen diese nicht darstellen, trotzdem will Black Ops 4 aber nicht vollständig auf Story-Elemente verzichten. Bereits Black Ops 2 und 3 haben sich zunehmend von einer linearen Form der Erzählung gelöst. Teil 4 will jetzt innerhalb des Multiplayers neues Futter für Story-Freunde platzieren. Wie genau das funktionieren soll, wollten die Entwickler allerdings noch nicht verraten.

Wer hingegen vor allem auf kompetitive Matches steht, wird sich über die Rückkehr der Ligen freuen, die standardmäßig für alle Spieler zur Verfügung stehen werden.

Call of Duty - Black Ops 4 - IX.

Zombies hoch drei

Mit dem Verzicht auf die Einzelspieler-Kampagne kann sich Black Ops 4 hingegen deutlich mehr auf den heimlichen Star von Call of Duty konzentrieren: Den Zombie-Modus. Schließlich erzählte das mystische Untoten-Gemetzel in einigen Serienteilen eine durchaus interessantere und geheimnisvollere Geschichte als die Kampagne.

In Black Ops 4 stehen gleich drei Szenarien von Beginn an zur Verfügung, von denen zwei der bisherigen Aether-Storyline den Rücken kehren. Das Szenario IX (gesprochen: Nine) wirft die vier Helden als Gladiatoren in ein römisches Kolosseum, in dem sie sich den Untoten Horden entgegen stellen.

Das Szenario Voyage of the Dead hingegen führt dich an Bord der legendären R.M.S Titanic. Die Entwickler versprachen allerdings, dass der Eisberg dort nur das geringste deiner Probleme sein wird. Ob das Schiff in dem Modus also tatsächlich sinken wird, ist also noch nicht klar, bietet sich als überaus nahe liegender Höhepunkt des Szenarios aber natürlich an.

Call of Duty - Black Ops 4 - Voyage of the Dead.

Das dritte Szenario, das zum Start verfügbar sein soll, richtet sich hingegen deutlich an die alten Fans des Spielmodus, denn Blood of the Dead ist von der klassischen Map Mob of the Dead inspiriert, die zu den Favoriten der Zombie-Fans gehört.

Der Zombie-Modus wird jedoch auch zum Auffangbecken enttäuschter Einzelspieler, denn dank Bot-Support lassen sich alle Szenarien auch in Begleitung von KI-Begleitern bestreiten. Außerdem wird sich der Modus in vielerlei Hinsicht individualisieren lassen. Das beginnt beim Schwierigkeitsgrad, geht aber weiter über die zur Verfügung stehende Gesundheit, den ausgeteilten Schaden bis hin zur Geschwindigkeit der Monster. Je nachdem also, ob du einfach nur ohne Todesangst die Story der einzelnen Szenarien genießen willst oder gemeinsam mit deinen Freunden die größtmögliche Herausforderung suchst, kannst du den Zombie-Modus ganz nach deinen eigenen Wünschen einstellen. Darüber hinaus wird der Modus Zombie Rush eine vereinfachte und kurzweiligere Version des Zombie-Modus bieten.

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Es geht nicht ohne Battle Royale

Die Gerüchteküche begann bereits vor Wochen zu brodeln und tatsächlich blieb auch Black Ops 4 nicht vor der aktuellen Grippewelle der Games-Industrie verschont: Battle Royale.

Call of Duty - Black Ops 4 - Blackout.

In Black Ops 4 trägt dieser Spielmodus den Namen Blackout und verbindet das gewohnte Gameplay mit einer riesigen Karte und dem bekannten Ziel, diese als letzter Überlebender zu verlassen.

Wer auf neue Charaktere in der gestrichen Einzelspieler-Kampagne gehofft hat, darf sich zumindest in Blackout über bekannte Gesichter freuen, denn der Spielmodus soll nicht nur Battle Royale, sondern auch Best of Call of Duty bieten. Die Karte wird dabei aus bekannten Locations der bisherigen Serienteile bestehen, die auswählbaren Charaktere sind Figuren der vorhergehenden Kampagnen und des Zombie-Modus und auch entscheidende Story-Momente sollst du in Blackout neu erleben können.

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Die Karte des Spielmodus wird dabei 1.500 Mal größer ausfallen als der Klassiker Nuke Town. Damit du dennoch ohne viel Zeitverlust unterwegs bist, wird der Spielmodus außerdem Fahrzeuge, Boote und Flugzeuge bieten.

Call of Duty Black Ops 4 erscheint am 12. Oktober 2018 für PC, PlayStation 4 und Xbox One. Auf dem PC wird das Spiel erstmals exklusiv Blizzards Battle.net nutzen und nicht wie die Vorgänger über Steam veröffentlicht werden.

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