Call of Duty: Black Ops 4 – Meine Rückkehr zur CoD-Serie nach 11 Jahren Abstinenz

Daniel Kirschey 3

Plötzlich macht mir Call of Duty wieder Spaß. Warum? Das versuche ich herauszubekommen – indem ich mein jüngeres Ich besuche und befrage. Eine Keine-Zeitreise-Geschichte.

Call of Duty: Black Ops 4 – Meine Rückkehr zur CoD-Serie nach 11 Jahren Abstinenz

Inzwischen ist Call of Duty neben Battlefield, FIFA und Grand Theft Auto eine der bekanntesten Videospielmarken der Welt. Seit 2005 kommt jedes Jahr ein neues Call of Duty heraus. Das Letzte, das ich gespielt habe, erschien 2007 – nämlich Call of Duty: Modern Warfare – und hier wie schon bei den Teilen davor nur den Singleplayer-Modus. Als damaliger PC-Spieler bin ich vom zweiten Teil direkt zu Modern Warfare gekommen. Seitdem habe ich kein einziges Spiel der Serie angefasst. Sie hat mich schlichtweg nicht interessiert.

Erst Destiny hat mich wirklich zum Player versus Player-Modus gebracht. Also dachte ich mir so: “Weißte was, Daniel, eigentlich könntest du mal den Multiplayer von Black Ops 4 ausprobieren. Vielleicht macht er dir ähnlich viel Spaß wie der von Destiny.“

Ein Anruf bei meinem Kumpel Elon Musk hat es möglich gemacht. Nach Not a Flamethrower ist sein neues Gadget eine kleine Kupferkapsel. Er hat das Ding schlicht Not a Timemachine genannt. Die Kugel schneidet Löcher ins Universum, damit man an der Zeit vorbei spazieren kann, um in eine andere Zeit zu gelangen. Trotzdem ist es keine Zeitreise, denn du wanderst nicht durch die Zeit, sondern an ihr vorbei. Hinter der Zeit ist Nichts und durch Nichts zu reisen kostet keine Zeit.

Call of Duty – Black Ops 4: Eine Runde, 35 Kills und nur ein Tod. Noch Fragen?

Warum ich das alles erzähle? Na, weil ich mich selbst besuche. Also den Daniel im Jahr 2007. Ich will ihm nämlich erzählen, warum ich wieder Call of Duty zocke. Wir sind übrigens schon da. Wie gesagt, Not a Timemachine verschwendet keine Zeit. „Daniel, Daniel! Der Multiplayer von Call of Duty macht viel mehr Spaß als du denkst“ rufe ich mir zu. „Verdammte Scheiße bin ich … bist du dick geworden …. hä? Black Ops 4, was ist das und warum bin ich nicht total aus dem Häuschen, dass hier die dicke und alte Version von mir in meiner Wohnung rumsteht?“ fragt er.

„Urvertrauen?“, frage ich und wir beide lachen. Ich zerre ihn an der Zeit vorbei in meine Zeit. „Das ist die PlayStation 4“, sage ich etwas stolz, „und ein 62 Zoll-Fernseher“. Daniel schaut mich entgeistert an: „Du bist ein scheiß Konsolen-Spieler geworden?“ Ähem. „Und du spielst auch noch einen Ego-Shooter darauf?“

„Öh, ja, warum nicht. Man gewöhnt sich an alles. Aber jetzt halt die Klappe und hör mir zu. Du weißt doch noch damals, als ich du war, habe ich keine Lust mehr auf Call of Duty gehabt, weil es immer das gleiche ist und ich eh keinen Bock auf Multiplayer habe … hatte.“ Sein Blick klebt immer noch am Fernseher, „Alter, diese Grafik … was meinst du? Ach so, ja, das habe ich mir eben gedacht.“

„Wir haben elf Jahre kein Call of Duty gezockt – es macht aber wirklich Spaß und das, obwohl ich dauernd draufgehe“, gestehe ich. „Na ja, du hast ja auch seit elf Jahren keine Übung mehr gehabt“, stellt mein jüngeres Ich fest. „Ja, das ist es ja, weshalb ich dich gesucht habe. Fang mal an zu üben!“

„Och nö, echt keine Lust“, sagt er genervt, „ich spiele lieber Rollenspiele, das weißt du doch.“ Ich fahre ihn an: „Ja, aber du musst für mich üben, mir macht das gerade richtig Spaß, aber ich bin echt mies. Die knallen mich alle total schnell ab, das ist nervig.“ Er zieht eine Augenbraue hoch, „wenn du dauernd stirbst, warum macht es dir dann Spaß?“

„Es ist schnell, wenn ich sterbe, gibt es fast keine Ladezeiten, ich kann sofort wieder einsteigen, habe eine neue Chance. Außerdem habe ich das Gefühl, dass ich mich durchaus verbessere. Liegt wohl wirklich am PvP-Modus von Destiny, da hatte ich ein ähnliches Gefühl“, grübele ich nach und halte meinem jüngeren Ich den Controller hin. „Hier, versuch mal.“

Er nimmt den Controller und beginnt zu zocken. Als PC-Spieler versagt er total, nach einer halben Stunde hat er keinen Bock mehr, wirft mir entnervt den Controller wieder zu und lamentiert: „Kannst du mich nicht einfach wieder zurückbringen, CoD ist nach Modern Warfare einfach nicht mehr mein Ding.“

“Mh, in Ordnung,“ denke ich und schubse ihn ins Universum-Loch, das sich daraufhin sofort wieder schließt. CoD: Black Ops 4 hätte mir damals auch nicht gefallen. Es liegt also nicht am Spiel. Ich habe mich verändert. In Destiny habe ich Blut geleckt und CoD reizt mich inzwischen ebenfalls. Das liegt wohl auch an einem Kollegen, der mit mir den Multiplayer spielt. Aber meine Sicht hat sich auch gewandelt. Früher hatte ich viel mehr Zeit zum Zocken. Riesige Rollenspiele konnte ich in der vorlesungsfreien Zeit umfänglich genießen. Heute komme ich nur nach der Arbeit und am Wochenende dazu.

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Die coolsten Fakten und Geheimnisse aus Call of Duty.

Da sind ein paar Runden Multiplayer, der spannend und aufreibend ist, genau richtig. Früher habe ich nicht verstanden, warum so viele noch CoD spielen. Irgendwie verstehe ich es heute auch noch nicht ganz, als Rückkehrer bin ich nicht übersättigt. Nach elf Jahren habe ich jetzt wieder zu Call of Duty gefunden und es macht richtig Spaß. Das habe ich auch meinem Kumpel erzählt. Er meinte nur trocken: „Sei froh, dass du nicht mit Call of Duty: Ghosts wieder zurückgefunden hast.“

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