Call of Duty: Black Ops Test - Wie gut ist Call of Duty: Black Ops wirklich?

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Egal, wen man dieser Tage in den Chefetagen von Activision/Blizzard fragen würde, sie alle dürften derzeit eines gemeinsam haben: den besten Schlaf auf Erden. Während mit „World of Warcraft“ die größte Gaming-Cashcow der Spielehistorie regelmäßig Unsummen in die Kassen des Publishers spült, setzt man im Jahrestakt per „Call of Duty“-Nachschub gleich noch eins drauf.

Im Jahresrhythmus wird fleißig nachproduziert, mal richtig gut (Modern Warfare), mal eher so lala (World at War).

Für „so lala“ zeichnete bisher mit erschreckender Präzision das Aushilfsstudio Treyarch verantwortlich. Immer dann, wenn Infinity Ward Entwicklungspause hat, haben die armen Hunde die undankbare Aufgabe, qualitative Messlatten zu überspringen, die im Shootergenre Standards gesetzt haben. Zugegeben: Schwierig. Nicht unlösbar zwar, aber schwierig.

Worum geht’s?
„Call of Duty: Black Ops“ ist nun also der nächste Versuch von Treyarch, mit dem die Mannen endlich aus dem übergroßen Infinity-Ward-Schatten heraustreten wollen. Im Singleplayer-Modus geht man dafür sogar erstmals neue Wege: Statt einfach gesichtslose Soldaten in die Schlacht zu schicken und dann in kurzen Videoschnipseln eine zusammenhanglose Story zusammen zu spinnen, rückt in „Black Ops“ erstmals eine Hauptperson in den Vordergrund. In der Rolle von Alex Mason geht’s durch die wichtigsten Kriegsschauplätze der jüngeren Menschheitsgeschichte. Natürlich ist das immer noch atemlos und in feinster Videoclip-Ästhetik geschnitten, Zeit zum Durchatmen bleibt da nie. Aber zum ersten Mal in der „Call of Duty“-Historie konnten wir der Handlung tatsächlich mehr als zwei Level lang folgen – was ja auch schon eine Leistung sein kann.

Was uns gefällt
Wenn es etwas gibt, für das sich die „Call of Duty“-Reihe insbesondere auszeichnet, dann ist es die nahezu einmalige Inszenierung. Man stelle sich einen typischen Blockbuster von Michael Bay oder Tony Scott vor, addiere den kernig-ruppigen Ton eines „Soldat James Ryan“ und subtrahiere die Kinoleinwand – direkter, intensiver und vor allem spektakulärer kann Gaming kaum sein. In erster Linie gilt dies natürlich für die Singleplayer-Kampagne, die derart mit Skriptsequenzen, aufwühlenden Momenten und optischem Brimborium um sich feuert, dass selbst Shooterprofis leuchtende Augen bekommen.

Angesichts dieser Güte erscheint es schon kurios, dass nicht wenige Spieler die Kampagne trotzdem überspringen. Allerdings war und ist das Herzstück von „Call of Duty“ nun mal der Mehrspieler-Part – und der hat es auch dieses Mal in sich. Die neuen Maps sind teilweise deutlich besser, als ihre „Modern Warfare 2“-Pendants, Killstreaks, Perks und neue Waffenbelohnungen motivieren nahezu endlos. Endlich gibt es auch wieder Dedicated Server – Activision zeigt sich nach der ätzenden Cheaterflut im Vorgänger zum Glück einsichtig. Bisher trüben noch Spawningprobleme und Lags den Spielspaß, ein nahender Patch soll die aber in Kürze beheben.

Was uns nicht gefällt
So geil die Solokampagne auch sein mag, sie ist im Grunde nur die zum x-ten Mal aufgekochte Variation der immer gleichen Mechanik. Wie auf Schienen bewegt ihr euch durch Schlauchlevels, überschreitet unsichtbare Trigger, um dann zahllose Marionettensoldaten bar jeder künstlichen Intelligenz umzunieten – nicht sehr anspruchsvoll. Eine große Hürde für die Treyarch-Jungs scheint vor allem die Inszenierung wirklich großer Momente zu sein. Die gibt es zwar, aber ein „Modern Warfare“ hat da dann doch ganz andere Geschütze aufgefahren. Hinzu kommt die weiterhin beschämende Lauflänge von mageren fünf Stunden Spielzeit.

Fazit: Wenn man ein „Bioshock“ als köstliche Gourmetküche oder ein „Crysis“ als gute deutsche Kost bezeichnen würde, wäre „Call of Duty“ wohl das Fast-Food-Menü. Macht schnell satt, der Zucker sorgt für erhöhten Endorphinausschuss, aber nachhaltig ist das Ganze nicht. Zumindest nicht in der viel zu kurzen Solokampagne. Wenn ihr zu „Black Ops“ greift, dann wegen des vorzüglichen Mehrspielerparts. Der schmeckt dann doch immer noch am Besten.

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