4 Dinge, die Call of Duty – Infinite Warfare überraschend gut macht

Marvin Fuhrmann 7

Call of Duty: Infinite Warfare hat schon seit dem ersten Trailer mächtig Gegenwind einstecken müssen. Ich bin ganz unvoreingenommen an das Thema gegangen und habe auf der alljährlichen Call of Duty XP in Los Angeles selbst überprüft, ob Infinite Warfare trotz der ganzen Kritik überzeugen kann. Mein Fazit lest ihr in meiner persönlichen Vorschau.

Call of Duty: Infinite Warfare – Multiplayer Reveal Trailer.

Das sonnige Los Angeles eignet sich nicht nur dafür, die weißen Gamer-Knochen mit einem amtlichen Sonnenbrand zu versehen. In diesem Jahr ist die Stadt auch Szenerie für die Call of Duty XP, ein Event, bei dem sich alles um den legendären Shooter beziehungsweise den neuen Ableger dreht. Hier bekommen Fans alles geboten, was das CoD-Herz begehrt.

Ich durfte auf Einladung von Activision ebenfalls an dem Event teilnehmen und den Multiplayer von Call of Duty: Infinite Warfare sowie viele andere virtuelle Filetstücke anspielen. In dieser Vorschau erfährst Du also meinen ganz frischen Eindruck anhand von vier Punkten, die mir überraschend gut gefallen haben.

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Spiele, die schon vor dem Release gehasst wurden

1. Bombast ohne Ende im Multiplayer

Ein Call of Duty geht irgendwie niemals ohne gigantische Explosionen, schnelle Action und ziemlich viele brisante Szenen. Kein Wunder also, dass sich dies auch in Call of Duty: Infinite Warfare fortsetzt. In den Matches, die ich vom Multiplayer spielen durfte, jagte ein bombastisches Gefecht das nächste. Ruhige Minuten suchte ich im Spiel gegen andere Kontrahenten vergebens. Aber irgendwie war die Hektik, die Call of Duty: Infinite Warfare auf den Bildschirm zauberte, noch ein ganzes Stückchen anders.

Das zeigt auch der neue Trailer, der im Rahmen des Events veröffentlicht wurde und den Du oben im Artikel ansehen kannst. Call of Duty: Infinite Warfare setzt die Tradition der Serie fort und spielt sich noch einmal schneller als der Vorgänger Black Ops 3. Ich hatte beim Event den direkten Vergleich und muss sagen, dass das erhöhte Tempo die Spaßschraube in meinen Augen noch einmal gehörig anzieht. Selten hat es mir so viel Freude bereitet, virtuell an Wänden entlang zu rennen, Hindernisse mit dem Jetpack zu überqueren und danach den Gegner zielsicher ins Jenseits zu befördern.

Im neuen Multiplayer suchst Du Dir eine Combat Rig aus, um Deiner Ausrüstung eine Grundlage zu verschaffen. Dabei handelt es sich um verschiedene Klassen, die Du nahtlos auch im Spiel wechseln kannst. Der Warfighter ist beispielsweise auf Kämpfe mit mittlerer Distanz spezialisiert, trägt als Special-Fertigkeit eine Waffe, die Salven in einer horizontalen Linie abfeuert, und kann seine Kill-Streaks auch über das Ableben hinaus mitnehmen. Der Synaptic hingegen ist die Roboterklasse, die mit zwei Miniguns als Special daherkommt, und sich mit jedem Kill schneller bewegen kann. Aus den verschiedenen Optionen an Rigs, Perks, Traits, Waffen, Gadgets und Aufsätzen entstehen dann unfassbar viele Möglichkeiten, die sicherlich die Kreativität der Fans ausreizen wird.

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2. Gute Darsteller für die Kampagne

Wenn Dich der Multiplayer-Modus von Call of Duty: Infinite Warfare partout nicht reizen will, kannst Du Dich ja immer noch in die Kampagne des Shooters stürzen. Auf der Call of Duty XP habe ich mich mit Narrative Director Taylor Kurosaki getroffen und ihn ein wenig zur kommenden Story samt Staraufgebot ausgefragt. Vor allem auf den neuen Bösewicht, der von Kit Harrington (Jon Snow in Game of Thrones) gespielt wird, darfst Du Dich hier besonders freuen. Der blüht als „Baddie“ richtig auf.

GIGA GAMES: Können sie unseren Lesern eine kurze Zusammenfassung der Geschichte geben? Was müssen die Spieler jetzt wissen, um die Story von Call of Duty: Infinite Warfare zu verstehen?

Taylor Kurosaki: Natürlich. Die Geschichte wird aus der Sicht von Lieutenant Reyes erzählt, der ein SCAR-Squadleader ist. SCAR bedeutet Special Combat Air Recon. Er ist eine Mischung aus einer Art von Navy Seal und einem Spitzenpilot. Er kennt sich also sowohl mit Gefechten am Boden, als auch in der Luft sehr gut aus. Lieutenant Reyes ist zu Beginn auf einem Trägerschiff namens Retribution stationiert, als plötzlich die UNSA-Hauptstadt Genf brutal attackiert wird. Ein versteckter Angriff durch einen sehr determinierten Feind. Während des Angriffs wird der Kapitän der Retribution getötet und Reyes, als ranghöchster Überlebender, nimmt noch auf dem Schlachtfeld seine Stelle ein. In den ersten wenigen Stunden dieses Krieges muss er sich schon fragen, was es für Opfer braucht, um diesen furchtbaren Feind zu besiegen.

GG: Sie haben den Feind im Spiel erwähnt. Kit Harrington (Anm. der Red.: bekannt durch seine Rolle als Jon Snow in Game of Thrones) wird dabei die Rolle des großen Bösewichts einnehmen. Haben Sie direkt mit ihm zusammengearbeitet?

TK: Ja, wir haben schon im Juni in London miteinander gearbeitet. Einige Mitglieder von Infinity Ward - mich eingeschlossen - sind dorthin geflogen und haben mit Kit besonders stark zu tun gehabt. Das war eine wirklich tolle Erfahrung. Er ist ein toller Schauspieler und ein netter Mensch. Er war sofort von dem Projekt angetan und hat alles gegeben, um es zur besten Performance zu machen, die er abliefern konnte. Ich glaube, dass es für ihn besonders aufregend war, mal einen Bösewicht zu spielen. Normalerweise wird er ja nur in einer positiven Rolle gecastet.

codmitjonsnow

3. Zombies in Space im Vergnügungspark

Es gab zwei Dinge, für die besonders laut Applaus auf der Keynote von Call of Duty gespendet wurde. Eine davon war der neue Zombie-Modus, auf den sich nicht nur CoD-Fans freuen sollten. Im neuen Ableger dieses dritten Standbeins von Infinite Warfare haben sich die Macher komplett ausgetobt. Nein, wirklich: Wer hier noch mit normalem Menschenverstand und Logik rechnet, ist fehl am Platz.

Ein kurzer Abriss: Vier Schauspieler werden von einem verrückten und abgebrannten Drehbuchautor in eine 80er-Jahre Welt gezogen, in der sie sich in einem Space-Vergnügungspark wiederfinden. Der quillt nur so über vor untoten Schergen, die den vier Spielern ans Leder wollen. Ach ja, und kein Geringerer als David Hasselhoff spielt eine Rolle in der Story. Da kann ja eigentlich nichts mehr schief gehen.

Der Zombie-Modus ist nicht nur abgedreht, sondern machte mir auch extrem viel Laune. Ich habe eine kurze Demo eines Abschnitts anspielen können und so einigen Zombies das Hirn mit etwas Nachdruck aus dem Kopf entfernt, bin Achterbahn gefahren und habe vor dem Bildschirm den Kopf zu 80er-Klassikern geschwungen. Das alles ist genauso abgefahren wie herausfordernd. Denn selbst mit insgesamt vier Spielern sind die untoten Disco-Gänger und Clowns kein Kinderspiel. Hier ist viel Teamwork und gute Absprache gefragt. Wer sich also mit seinen Freunden in Infinite Warfare etwas taktischer betätigen möchte, wird hier sicherlich zufriedengestellt.

4. Der größte Bonus aller Zeiten und das absolute Highlight

Somit komme ich dann auch zum letzten Punkt meiner Infinite-Warfare-Auflistung und dem – für mich – besten Grund, um sich den neuen Shooter zuzulegen. Ein bisschen Ironie ist hier angebracht, da ich Dir jetzt sage, dass es sich um ein Spiel handelt, dass eigentlich nichts mit Infinite Warfare direkt zu tun hat. Ich spreche von Call of Duty: Modern Warfare Remastered.

Die Neuauflage hat sowohl bei der offiziellen Keynote als auch auf dem Gelände die meiste Aufmerksamkeit durch die Fans bekommen. Keine der anderen Beschäftigungen – auch nicht der Multiplayer von Infinite Warfare – konnte eine solch lange Warteschlange aufweisen. Und ich finde, dass das Remaster von Modern Warfare genau dies verdient hat. Mein persönliches Highlight präsentierte sich in einer aufpolierten Montur samt ohrenbetäubender, neuer Soundkulisse, die auch die letzten Spinnweben aus dem angestaubten Shooter geblasen hat. Als jemand, der mit diesem Teil etliche hundert Stunden verbracht hat – auch heute wird das Meisterwerk noch auf LANs ausgepackt – fühlte ich mich gleich heimisch und konnte den Teammitgliedern sogar noch wertvolle Tipps an die Hand geben. Ein wahrlich hervorragendes Gefühl.

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Das Remaster von Modern Warfare ist nur in Verbindung mit der „Legacy Edition“ von Call of Duty: Infinite Warfare zu haben und wird nicht einzeln angeboten. Eigentlich eine Schande, doch ich bin jederzeit bereit, den zusätzlichen Preis zu zahlen, um ein Stück weit Nostalgie und Teile meiner Zockerkarriere in die Gegenwart zu holen. Zudem haben die Entwickler angekündigt, dass alle 16 Karten im Remaster ihr Comeback feiern werden. Zehn zu Beginn und sechs weitere im Dezember. Und ich will sie alle spielen.

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