Russen, Aliens, Terroristen: Die absoluten Klischeefeinde in Shootern

Richard Benzler 2

Was haben Déjà-vus mit Shootern wie Battlefield 1 und Call of Duty gemein? Darüber gibt nun eine umfangreiche Studie Aufschluss!

Call of Duty®: Modern Warfare® Remastered – Offizieller Kampagnen-Trailer.

Déjà-vus sind ein interessantes Phänomen, das ich hier wohl kaum zu erläutern brauche. Ich tu‘s trotzdem: Es handelt sich dabei um das flüchtige Gefühl, eine Situation bereits erlebt zu haben. Für den Bruchteil einer Sekunde kommt Dir der Ablauf von Dingen so vertraut und familiär vor, als hättest Du die Gewissheit, eine Situation bereits erlebt zu haben.

Doch worauf will ich hinaus? Sofern Du schon mal eine Tastatur bedient hast und Dir der Begriff „Shooter“ kein Fremdwort ist, dürftest Du bestimmt schon mal gegen den einen oder anderen Russen gekämpft haben.

Mehrfach.

Shooterübergreifend.

Als hättest Du das Gefühl, eine Situation bereits erlebt zu haben.

Denn Russen werden in Shootern laut einer Studie der Oxford Universität so inflationär als Gegner verbaut, dass sie sich bereits als Klischee-Kanonenfutter etabliert haben.

Das ist zwar sehr ärgerlich für russische Spieler, aber die können sich immerhin damit trösten, dass sie nicht die einzigen Opfer virtueller Gewalt und geistloser Storys sind, wie ein Beitrag der Washington Post aufzeigt. Die beiden Forscher Brandon Valeriano (Universität Cardiff) und Philip Habel (Universität Glasgow) sind der Frage nachgegangen, welche Gegner in Shootern primär als gewaltbereites Hindernis zum Einsatz kommen.

Bei 57 untersuchten Spielen, die…

  • Eindeutig dem Shooter Genre zuzuordnen sind
  • Sich über 1,5 Millionen Mal verkauft haben
  • und zwischen 2001 (Halo: Combat Evolved) und 2013 (Battlefield 4) released wurden…

…ergaben sich folgende Zahlen:

  • 13 x Menschen
  • 12 x Russen
  • 11 x Aliens
  • 6 x Terroristen aus dem Mittleren Osten
  • 5 x Terroristen aus Lateinamerika
  • 4 x Monster (Zombies inbegriffen)
  • 4 x Gegner des Zweiten Weltkrieges
  • 2 x Andere

Die gängigste Zielscheibe ist demnach der generische, namenlose Mensch; dicht gefolgt vom Russen und extraterrestrischen Wesen.

(Und nein, das soll nicht heißen, dass Russen keine Menschen sind…)

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Quelle: Who Are the Enemies? The Visual Framing of Enemies in Digital Games

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