Clash of Clans: Casual-Game generiert täglich mehr als 650.000 US-Dollar für Entwickler

Tuan Le 4

Flappy Bird-Entwickler Nguyen Dong verdient mit seinem Spiel mehr als 50.000 US-Dollar pro Tag – eine Summe, die so manch einem ungeheuerlich groß für ein derartig simples Spiel erscheint. Im Vergleich zu anderen Games ist diese Summe aber noch verschwindend gering. Das finnische Entwicklerteam Supercell kann sich tagtäglich durch das Casual Game Clash of Clans über Einnahmen in Höhe von 650.000 US-Dollar freuen. Kein Wunder also, dass das Unternehmen über einen aktuellen Marktwert in Höhe von 3 Milliarden US-Dollar verfügt - und das, obwohl Clash of Clans kostenlos ist.

Bei Clash of Clans handelt es sich um eine Mischung aus Strategie- und Aufbauspiel, welches man als ambitionierter Gamer in der einen oder anderen Form sicherlich schon hunderte Male gesehen hat: Hier ein paar Gebäude hinsetzen, dort einige neue Upgrades kaufen und ab und an geht es dann entweder in der Kampagne oder auch im Multi-Player darum, sich zu verteidigen bzw. andere Dörfer und Städte zu überfallen. Einen sonderlich großen originellen Wert besitzt Clash of Clans somit eigentlich nicht und primär zielen die Entwickler des Games auf die absoluten Gelegenheitsgamer ab, die sich mit dem Spielen einfach ein wenig Zeit vertreiben möchten.

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Das muss natürlich kein Hindernis für einen großen wirtschaftlichen Erfolg sein, denn auch das populäre Puzzle-Spiel Candy Crush Saga bietet weder ein originelles Spielprinzip noch ein sonderlich tiefgründiges Gameplay und zählt dennoch zu den beliebtesten mobilen Games. Einer der Gründe für die große Beliebtheit von Clash of Clans ist natürlich der Umstand, dass es zunächst einmal kostenlos erhältlich ist und für den Zeitvertreib zwischendurch Spaß macht. Wie so häufig gilt allerdings das Prinzip „Free to play, pay to win“: Für die Entwickler ist es immer eine absolute Gratwanderung Preise für Upgrades anzusetzen – hilfreiche In-App-Käufe für Gamer mit wenig Zeit sind sicherlich die eine Sache, doch häufig fühlen sich die Nutzer schnell geradezu zum Kauf von Items gezwungen, was sich alles andere als positiv auf die Einnahmen auswirkt.

Bei Clash of Clans hält sich das Ganze noch in Grenzen, denn auch wenn immer wieder auf die Möglichkeit der Nutzung der In-Game-Währung hingewiesen wird, kommt man mit genügend Geduld auch kostenlos durch das Spiel. Aufgrund der Multi-Player-Komponente und dem daraus resultierenden Wettbewerb mit anderen Spielern gerät man jedoch schnell in Versuchung, dem eigenen Erfolg auf die Sprünge zu helfen, was wohl die hohen Einnahmen von Clash of Clans erklärt. Nicht immer führt das Freemium-Modell allerdings zum gewünschten Ziel: Negativbeispiel wäre hier vermutlich die Neuauflage von Dungeon Keeper, welche ohne In-App-Käufe kaum noch zu bewältigen ist.

Freemium-Games scheinen aktuell den mobilen Markt zu dominieren und der wirtschaftliche Erfolg gibt Entwicklern wie Supercell Recht, ausschließlich auf Games für Gelegenheitsspieler mit dem entsprechenden Kleingeld in der Tasche zu setzen. Schade nur für die ambitionierten Gamer – wirklich aufwändige Titel mit exzellenter Grafik und tiefgehender Storyline generieren schlicht und ergreifend viel weniger Einnahmen. So heißt es beispielsweise im 2013er Jahresbericht  des Unternehmens Gameloft, dass 80 Prozent des Gesamtumsatzes aus In-App-Käufen und Werbeeinnahmen generiert wurden.

Würdet Ihr eher Geld für In-App-Käufe oder den einmaligen Kauf eines hochwertigen Spiels ausgeben? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!

Clash of Clans
Entwickler: Supercell
Preis: Kostenlos

Quelle: Businessinsider

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