Code Vein in der Vorschau: Mehr als nur ein Souls-Klon?

Christopher Bahner

Lange war es still um Code Vein. Ein zusätzliches Jahr Entwicklungszeit wurde in das Souls-like im Anime-Look gesteckt, um etwas Besonderes zu schaffen. Bei einem Preview-Event durfte ich nun einen Blick auf eine fortgeschrittene Version des Spiels werfen und teile meine Erfahrungen mit dir.

Ich bin ja generell für jedes Spiel zu haben, das auch nur im Ansatz die über Jahre populär gewordene Souls-Mechanik anwendet. In Code Vein ist diese auch deutlich zu spüren, wird aber um eigene Akzente wie den Anime-Look, das Buddy-System und einen wahrlich umfassenden Charakter-Baukasten ergänzt.

Bau dir deinen Vampir

In dieser Preview-Version konnte ich bereits den ersten Teil der Story spielen, die Basis erkunden, von der ihr in die diversen Missionen startet sowie einen besonders schwierigen Dungeon ausprobieren, der in dieser Version sogar noch um einiges härter war.

Bereits zu Beginn fällt auf, dass Code Vein viel Wert auf eine auserzählte Story mit vielen Zwischensequenzen legt. Dabei spielst du einen sogenannten Wiedergänger (Revenant). Du bist also ein Vampir, der seinen Feinden Blut entzieht. Allzu viel zur Story kann ich dir noch nicht sagen, allerdings gibt es auch zahlreiche Nebencharaktere und die sogenannten „Buddies“, die dich als Gefährten im Kampf begleiten können und mit eigenen Geschichten und Fähigkeiten das Spiel bereichern sollen.

Bevor das eigentliche Spiel aber losgeht, kannst du dich erst einmal gefühlte Stunden in der Charaktererstellung austoben. Deine weibliche oder männliche Spielfigur kannst du dir nämlich komplett selbst gestalten. Dabei gibt es diverse Einstellungen für Gesichter, Frisuren, Kleidung, Accessoires und vieles mehr. Ein wahres Fest für Individualisten!

Das kenne ich doch von irgendwo her

Bereits im Vorfeld war klar, dass Code Vein ein echtes Souls-like wird und sich viel vom großen Vorbild abschaut. Wie ähnlich die Spiele dann aber doch sind, zeigte sich deutlich in der spielbaren Version. Ein paar Beispiele gefällig?

  • Es gibt eine Werte-Skalierung, die mit Buchstaben (A, B, C…) angibt, wie gut die Ausrüstung mit euren Attributen skaliert.
  • Durch das Töten von Feinden, entziehst du ihnen sogenannten Dunst. Diesen benutzt ihr für Levelaufstiege. Sterbt ihr, verbleibt euer Dunst an Ort und Stelle und muss von euch wieder eingesammelt werden. Stirbst du auf dem Weg dorthin erneut, ist der Dunst für immer verloren.
  • Verteilte Misteln in der Spielwelt dienen dir als die entsprechenden „Leuchtfeuer“, an denen du aufleveln kannst, Talente erwirbst oder dich zu bereits entdeckten Misteln teleportieren darfst.
  • Es gibt eine Basis im Spiel, die mit verschiedenen NPCs bevölkert ist. Mysteriöses Gelaber wie in den Souls-Spielen musst du von ihnen allerdings nicht befürchten. Sie dienen als Händler, Missionsgeber und Gesprächspartner.
  • Bosse bekommen eine große Lebensleiste, die euch am Bildschirmrand eingeblendet wird und nach dem Sieg wird ein Bildschirm füllender Hinweis eingeblendet, dass du gesiegt hast.
  • Du kannst deine Feinde von hinten mit einem vernichtenden Schlag niederstrecken (Backstab).
  • Deine Waffen und Kleidung (im Spiel „Blutschleier“ genannt) kannst du bei NPCs mit entsprechenden Materialien aufwerten und auch transformieren, um ihnen entsprechende Element-Boni zu verpassen.

Diese und weitere Details werden dich sofort heimisch fühlen lassen, wenn du einen Souls-Teil gespielt hast. Schlecht finde ich dies aber nicht, denn lieber gut kopiert als schlecht selber gemacht.

Damit will sich Code Vein abheben

Doch womit will Code Vein eigene Akzente setzen und mehr als nur ein weiterer Souls-Klon sein? Eigene Ideen gibt es durchaus. Da wäre etwa das Buddy-System. Im Spielverlauf schließen sich dir verschiedene Gefährten (Buddies) an, die automatisch an deiner Seite kämpfen und eigene Fähigkeiten mitbringen.

So gibt es etwa im Nahkampf den erprobte Krieger Yakumo oder die filigrane Schützin Mia, die aus der Ferne unterstützt. Zudem kommentieren sie deine Aktionen und sollen so ihre eigene Persönlichkeit mit einbringen. Als Besonderheit können sie dich sogar im Kampf wiederbeleben, wenn du mal stirbst. Dabei opfern sie dann einen Teil ihrer Lebensenergie für dich.

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Des Weiteren wird es in Code Vein einen Koop-Modus für bis zu drei Spieler geben. Dabei kann der Host einer Welt zwei Spieler einladen, um gemeinsam in den Kampf zu ziehen. Die Buddies werden dann von den menschlichen Mitspielern übernommen.

Besonders komplex fällt das Klassen-System aus, bei dem du verschiedene Talente erlernen kannst, die eine bestimmte Spielweise begünstigen. Folgende Klassen konnte ich bereits anspielen:

  • Kämpfer (Nahkämpfer)
  • Ranger (Unterstützer)
  • Zauberwirker (Magie-Fernkämpfer)
  • Berserker (Tank)
  • Prometheus (Damage Dealer)
  • Zwei weitere noch unbenannte Klassen

Dabei muss ich mich aber nicht für eine feste Klasse entscheiden, sondern kann mit Dunst diverse passive und aktive Talente aus den Klassen erlernen und diese dann frei auf die Tasten verteilen. Man kann also Talente verschiedener Klassen miteinander kombinieren.

Das sollte noch verbessert werden

Nach meiner ausführlichen Anspiel-Session gibt es vor allem zwei Dinge, die mich gestört haben und die ich mir für das fertige Spiel als verbessert wünschen würde. Da wäre zum Einen die Spielwelt. Diese ist mir leider nicht wirklich in Erinnerung geblieben. Gefühlt bin ich die meiste Zeit nur durch graue und wenig detaillierte Kulissen gelaufen, deren Versatzstücke sich zudem stark geähnelt haben.

Natürlich habe ich bislang nur einen Bruchteil der Level gesehen, allerdings fehlen mir markante Umgebungen bislang komplett. Die meiste Zeit gab es nur Levelschläuche zu sehen. Weitläufige Gebiete und verwinkelte Level zum Erkunden habe ich hier noch vermisst.

Der zweite Kritikpunkt ist das mangelhafte Treffer-Feedback. Bei den Kämpfen hatte ich nur selten das Gefühl das meine Schläge den Feind wirklich spürbar treffen und das dieser davon beeinträchtigt wird. Kein Vergleich zu den Souls-Spielen, wo jeder Stich, Stoß und Schlag mich oder meinen Feind spürbar und auch visuell genau an der Stelle trifft, die anvisiert wird.

Die Kämpfe fühlen sich einfach noch nicht so intensiv an, wie ich es mir wünschen würde. Eine gewisse Trägheit und fehlende Nuancen beim Feedback verhindern dies.

Code Vein – Salvation or Destruction – Trailer.

Mein Vorschau-Fazit zu Code Vein

Die Entwickler der Bandai Namco Studios. haben die zusätzliche Entwicklungszeit genutzt, um dem Dark-Souls-Konkurrenten noch weiteren Feinschliff zu verpassen. Es scheint etwas gebracht zu haben, denn nach rund 4 Stunden mit dem Spiel und vielen vergeblichen Versuchen bei den schwierigen Bosskämpfen hat sich das bewährte, süchtig machende Spielgefühl der Souls-Spiele direkt bei mir eingestellt.

Immer wieder wollte ich es versuchen und die Lernkurve stieg mit jedem gescheiterten Versuch an. Bei Ende des Anspiel-Events hatte ich den Boss fast gelegt, aber das hebe ich mir dann eben für das fertige Spiel auf.

Vor allem das komplexe Talentsystem und die vielen verschiedenen Waffen und Rüstungen, die euch auch optisch deutlich verändern, machen mir persönlich Lust auf mehr. Aufgrund der genannten Mängel bei Leveldesign und den Kämpfen schätze ich Code Vein bisher allerdings „nur“ als einen guten Lückenfüller ein, bis das nächste Spiel von From Software erscheint.

Ich hoffe, dass sich bis zum Release, der in diesem Jahr stattfinden soll, noch etwas bei einigen Aspekten des Spiels tut. Ab heute, dem 8. Mai, starten übrigens die Anmeldungen für einen geplanten Netzwerk-Test, bei dem du dir dann vielleicht schon selbst einen Eindruck vom Spiel machen willst.

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