Counter-Strike: Behinderter Spieler wird erst gemobbt & dann zum Star

Luis Kümmeler

Der unter einer Behinderung leidende Spieler Adam „Loop“ Bahriz wurde kürzlich im Online-Shooter Counter-Strike: Global Offensive aus einem laufenden Spiel gemobbt. Doch am Ende siegte die Gerechtigkeit: Tausende Mitglieder der Counter-Strike-Community stellten sich hinter Adam und bekundeten unter Anderem durch Spenden ihre Solidarität.

Counter-Strike-Global-Offensive-Trailer.

Der Counter-Strike-Spieler Adam „Loop“ Bahriz leidet an einer äußerst seltenen Krankheit, die „hereditäre sensorische und autonome Neuropathie (HSAN)“ heißt. Er ist fast blind und taub und hat ein deformiertes Gesicht, eine ungewöhnliche Stimme und nur noch wenige Zähne. Zudem verfügt er über kaum ein Schmerzempfinden – zumindest körperlich. Denn was Adam kürzlich in einer Runde Counter-Strike: Global Offensive zugestoßen ist, hat sichtlich und verständlicherweise wehgetan. Wie Gamestar berichtet, wurde der Spieler aufgrund harmloser Nachfragen über den Voice-Chat von seinen fremden Teamkollegen erst gemobbt und schließlich aus dem Spiel gekickt, weil sie sich von seiner Stimme getrollt fühlten.

Counter-Strike Global Offensive: Hacker nutzen Chat-Bots als Protest gegen Cheater

Adam ist ein Hobby-Streamer, dessen Kanal in der Regel nur eine Handvoll Zuschauer zu verzeichnen hat. Doch einer davon reichte, um den traurigen Vorfall zum Guten zu wenden: Auf Reddit machte der Nutzer PDeee auf den Fall aufmerksam, und die CS:GO-Community reagierte. Tausende Spieler und Zuschauer fanden sich auf dem Kanal des behinderten Streamers ein und bekundeten ihre Solidarität. Damit aber nicht genug: Adams Spendenkonto, mit dem er einige Dollar für schönheitschirurgische Eingriffe sammelt, füllte sich über Nacht mit Spenden, die in den fünfstelligen Bereich gingen. Seine 6.000 US-Dollar teure Nasenoperation könne er sich jetzt locker leisten, verkündete der glückliche Spieler.

Counter-Strike - Global Offensive: Profi-Spieler für ein Jahrtausend gesperrt

Wahrlich hohe Wellen schlug der Fall dabei: Über Twitter meldeten sich sogar Counter-Strike-Profis wie Jordan „n0thing“ Gilbert des Teams Cloud9, der seinen Fan Adam Bahriz sogar als Teamkollege im Spiel überraschte. Adam selbst ist übrigens kein schlechter Spieler – im Gegenteil: Im Rahmen einer ausgedehnten Streaming-Nacht stellte er dankbar sein Können unter Beweis, zerlegte gegnerische Teams mehrfach im Alleingang und sorgte für diverse Highlight-würdige Szenen. Das Profiteam EnVyUs hat dem glücklichen Spieler inzwischen sogar einen Vertrag als professioneller Streaming-Partner angeboten. Und der Mitspieler, der den Rauswurf Adams aus dem Match eingeleitet hatte? Der wurde nach dem Vorfall von der Liga ESEA mit einer dreitägigen Sperre bestraft.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* gesponsorter Link