The Climb Preview: Crytek stellt neuen VR-Titel vor!

Mike Koch 2

Was konnte ich spielen?

Mit dem Xbox-Controller in der Hand und dem Oculus Rift auf dem Kopf machte ich nun meine ersten Kletterversuche (in der wirklichen Realität war ich schon mal an einer Kletterwand!). Sehen konnte ich nur meine virtuellen Hände - mit denen ich nach Vorsprüngen greifen konnte: Mit dem rechten Trigger konnte ich die rechte Hand (andersherum wäre es glaube ich, maximal verwirrend gewesen) zum Greifen bringen, damit ich am Berg nicht abstürzte (ich bin trotzdem einige Male gestorben) und mit der linken Hand das Gleiche. Nach den ersten Metern fingen meine Hände schon leicht anzuschwitzen und ich tauchte so tief in das Spiel ein, dass ich ganz vergaß, dass ich eigentlich mit dem Controller spielte und nicht wirklich meine Hände dafür benutzen musste. Eine Rundanzeige auf der jeweiligen Hand zeigte mir an, wieviel Kraft diese noch hatte. Wenn der kritische Wert erreicht war, musste ich mit LB oder RB die Hand etwas entlasten. Leider habe ich das zu Beginn ein paar Mal vergessen: Ohne Kraft kann man sich nicht mehr festhalten und fällt in die Tiefe. Mir wurde etwas mulmig, wenn mein Charakter, beziehungsweise ich abgestürzt bin, so dass ich krankhaft versuchte, nicht abzustürzen und erst einmal alle Experimente - mit Springen oder gefährlich enge Vorsprünge - vermied.

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Wenn ich einige Vorsprünge nicht direkt ergreifen konnte, musste ich mich in die jeweilige Richtung lehnen, um meine Arme etwas weiter auszustrecken und doch noch den nächsten Haltepunkt zu erreichen. Auch hier funktionierte das Spiel sehr gut: Im ganzen Verlauf stieß ich nur auf einen kleinen Bug und auch die Greifanimation funktionierte einwandfrei (was man selten von Spielen in diesem frühen Stadium erwarten kann). Über die Grafik selbst gibt es natürlich nichts zu meckern - Crytek zeigt auch hier, dass gute Grafik ihr Steckenpferd ist und schafften es die VR so gut darauf abzustimmen, dass man sich wie in Asien fühlte (auch wenn ich noch nie dort war). Nach zehn Minuten direkten Aufstiegs fragte ich mich schon, ob es wirklich nur einen Weg bis nach oben gibt, oder ich mich irgendwann selbst entscheiden kann, welchen Aufstieg ich versuche. Natürlich war ich auf die Kletterpunkte, die mir die Entwickler einbauten, angewiesen und konnte nicht einfach an einer glatten Steinwand hochklettern (eine Spiderman-Mod wäre doch ganz lustig oder?), aber in der zweiten Hälfte der Kletterpartie durfte ich mich zwischen zwei Wegen entscheiden. Eine halbe Stunde dauerte der Aufstieg auf den Gipfel - natürlich mit Pausen zwischendurch, um den atemberaubenden Ausblick zu genießen (oder nach meinen Toden wieder hinaufzuklettern: Gut, dass es genug Checkpoints gab)

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Was erwartet mich, wenn das Spiel fertig ist?

Die Entwicklung von The Climb befindet sich noch im Frühstadium und konnte deshalb noch nicht viel über das Spiel preisgeben: Antesten konnte ich nur diesen einen Aufstieg im Halong. Im anschließenden Interview konnte ich den Chef-Entwickler Dario Sancho-Pradel noch ein paar Fragen zum Spiel stellen und was wir erwarten können. Die wichtigste Antwort zuerst:

Ein Release-Termin ist noch nicht bekannt, da man noch nicht einschätzen kann, wie lange die weitere Entwicklung dauern wird: Ihr könnt also nicht mit einer Erscheinung in nächster Zeit rechnen (tut mir Leid). Das Spiel wird, wie zu erwarten, ein reiner VR-Titel werden und kann für den PC im Bundle mit Oculus-Rift und Xbox-Controller erworben werden, aber auch andere Controller werden wohl mit dem Spiel konfigurierbar sein (Genaueres dazu wird aber wohl erst nächstes Jahr folgen).

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Kommen wir nun zum Gameplay: Das Klettern hat unheimlich Spaß gemacht und auch die vietnamesischen Berge waren unglaublich schön, aber ist das schon alles? Was erwartet uns noch? Die Entwickler konnten mich beruhigen und erklärten, dass auch noch andere Gebiete hinzukommen: Vielleicht können wir uns dann ja auch auf die Gipfel der Alpen oder des Himalaya kämpfen (ich wollte schon immer das Matterhorn besteigen). Leider kann ich euch aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen, welche Gebiete kommen werden und wieviele es werden, denn die Entwickler hielten sich ziemlich bedeckt. Wir müssen also weiter warten und erfahren hoffentlich im neuen Jahr mehr dazu (2016 ist ja nicht mehr weit weg). Auch am Gameplay selbst werde noch tatkräftig gearbeitet, konnte ich mir bestätigen lassen, so dass interessante Bergbesteigungen, gefährliche Passagen oder die ein oder andere Überraschung im Spiel auftauchen werden.

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Was macht das Spiel für einen ersten Eindruck?

Das Spiel könnte ein wirklich guter VR-Titel werden, der die Technologie in vollen Zügen auskostet und auch den Gamern ein komplett neues Erlebnis an Videospielkultur vermitteln könnte: Um das zu schaffen, muss aber noch Einiges gemacht werden. Natürlich habe ich mich im Spiel sehr wohl gefühlt und auch das Klettern hat unheimlich Spaß gemacht und war auf seine eigene Art und Weise kräftezehrend, aber es fehlt noch Etwas. Ich sehe noch keinen wirklichen Wiederspielwert, denn nach dem 2. oder 3. Aufstieg kennt man alle Pfade und dann verliert sich auch dieses sehr atmosphärische Gefühl.

Zum Glück befindet sich das Spiel noch in einem sehr frühen Entwicklungs-Stadium und ich konnte nur eine Rohfassung antesten, die aber sehr bugfrei war (heutzutage leider ein wichtiger Pluspunkt) und kann noch Einiges an Gameplay dazu bekommen. Es bleibt abzuwarten, wie sich Crytek auf dem VR-Markt festsetzen kann und vielleicht ein Teil der Revolution der Videospielkultur wird. Die VR-Technologie in Form dieses Spiels zeigt, was heutzutage schon alles möglich ist, um ein neues Spielgefühl für uns Gamer zu schaffen:  Neue, spannende Aufstiege mit einer seichten Story und etwas Action in Form von Lawinen oder Ähnlichem könnten aus diesem VR-Titel ein großartiges Spiel machen. Der erste Test hat unheimlich Spaß gemacht und macht Freude auf mehr.

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