Danganronpa 2 - Goodbye Despair Test: Der Wahnsinn geht weiter!

Annika Schumann 1

Endlich ist es so weit und die abgedrehte Mörderhatz geht weiter! Danganronpa 2: Goodbye Despair entführt euch dieses Mal auf eine tropische Insel und wieder begegnet ihr Ultimate-Studenten der Hope’s Peak Academy. Scheint zunächst alles wie ein wunderbarer und erholsamer Schulausflug, wird dieser Traum vom Paradies rasch zum höllischen Alptraum wird. Denn nur derjenige, der einen anderen Mitschüler tötet und in einem Verfahren nicht als Mörder enttarnt wird, darf von Jabberwock Island fliehen. Der Rest, jedoch, wird dann zum Tode verurteilt…

Danganronpa 2 Goodbye Despair.mp4.

 

Déjà-Vu der ganz besonderen Art

Euer Charakter namens Hajime Hinata erwacht an einem wunderschönen, tropischen Strand und hat keine Erinnerungen daran, wie er dorthin gekommen ist. Er weiß nur, dass er ein neuer Schüler an der renommierten Hope’s Peak Academy war und seinen ersten Tag dort antreten wollte. Doch nach der Zeit als er einige seiner Mitschüler kennen gelernt hat, herrscht Leere in seinem Kopf. Allerdings ist das nicht alles. Jeder, der an der Hope’s Peak Academy aufgenommen wird, muss einen bestimmten Bereich haben, in dem er oder sie besser als jeder andere ist. Zum Beispiel befinden sich unter seinen Mitschülern die ultimative Fotografin, die ultimative Schwertkämpferin, aber auch absurdere Talente, wie die ultimative Prinzessin oder der ultimative Yakuza. Was ist jedoch das ultimative Talent von Hajime? Daran kann er sich beim besten Willen nicht mehr erinnern.

Dieser Fakt wird aber schnell zur Nebensache als klar wird, dass auch seine Mitschüler mit ihm auf die Insel namens Jabberwock Island gebracht wurden und keiner mehr weiß, wie es dazu kommen konnte. Umso skurriler wird die Situation als ein weibliches Plüschtier namens Usami auftaucht und den Schülern erzählt, dass sie von nun an gemeinsam und in Frieden auf der Insel leben werden, um sich besser kennen zu lernen und das Leben zu genießen. Skeptisch zunächst, beschließt Hajime schlussendlich doch sich auf den Schultrip einzulassen und die neuen Umstände zu akzeptieren und zu genießen. Als sich der Himmel von einer Sekunde zur nächsten jedoch dunkel färbt und ein Sturm aufkommt, wird ihm klar, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht.

Monokuma, der Bösewicht und das Genie hinter dem Wahnsinn aus dem ersten Teil, taucht auf und besiegt Usami im Handumdrehen, macht sie zu seiner kleinen Untertanin und gibt ihr einen neuen Namen - Monomi. Hilflos, da er ihren Zauberstab zerbrochen hat, muss sie fortan mitansehen, wie Monokuma seine teuflischen Pläne an den hilflosen Schülern auslässt, die gefangen auf der Insel sind und nur von dieser Entkommen können, wenn sie sich gegenseitig umbringen und ganz wie im ersten Part nicht als Mörder enttarnt werden. Das grausame Spiel um Leben und Tod, Verzweiflung und Hoffnung nimmt abermals seinen Lauf und lässt nur eine Erkenntnis zurück: Dass keinem anderen Mitschüler vertraut werden sollte.

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Weniger Atmosphäre, dafür Mindfuck der Extraklasse

Wer den ersten Teil Danganronpa: Trigger Happy Havoc nicht gespielt hat, der verpasst so einige Anspielungen, Geheimnisse und mag vielleicht etwas überfordert mit den Spielmechaniken sein. Daher sollte definitiv der erste Part bis zu Ende gespielt sein, bis der zweite Part in Angriff genommen wird. Dieser setzt die Geschichte nämlich nach dem extremen Cliffhanger aus Teil Eins fort, auch wenn es nicht sofort den Anschein macht.
Während die Charaktere zuvor in der Hope’s Peak Academy eingesperrt waren, befinden sich diese nun auf einer tropischen Insel. Zwar mag dieses Setting abwechslungsreicher und optisch schöner anzusehen sein, doch nimmt genau das einen Großteil von dem, was Danganronpa: Trigger Happy Havoc so einzigartig gemacht hat - eine klaustrophobische, hoffnungslose und angsteinflößende Atmosphäre. Diese ist aufgrund der unterschiedlichen Inseln und Bereiche nicht mehr gegeben, obgleich die Ausgangssituation weiterhin psychisch bedrückend und gefahrvoll ist.

Dafür setzt Monokuma mit seinen Plänen und Exekutionen noch einen obendrauf und macht die Fortsetzung deutlich durchgeknallter und wahnsinniger. Dies spiegelt sich auch in den unterschiedlichen Charakteren wieder, die teilweise noch eigenartiger sind als ihre Vorgänger. Bei einem ganz bestimmten Schüler kommt sogar selbst im Spieler oftmals der Wunsch auf, diesen endlich zum Schweigen zu bringen. Doch wie auch im letzten Teil baut man zu vielen von ihnen eine Bindung auf, möchte mehr über sie erfahren und ihre Handlungsweisen verstehen. Wenn ausgerechnet diese Personen dann - wie auch immer - sterben, trifft es den Spieler unerwartet und der leere Platz, den sie hinterlassen, wird überdeutlich im weiteren Verlauf der Geschichte.

Was das ganze Spiel noch einmal auf eine höhere Wertung gebracht hat, war wie auch schon im ersten Teil das absolut unerwartete Ende, das gar nicht mehr aufhören wollte den Spieler mit atemberaubenden Offenbarungen zu überschütten - denn die Geschichte nimmt zum Ende hin deutlich an Fahrt auf und erschreckt mit dem einen oder anderen Detail. Die ständige Gefahr, im nächsten Moment selbst zum Opfer zu werden, ist allgegenwärtig und die unsichtbare Präsenz des unbekannten Feindes ist vernichtend. Der psychische Druck, dem die Schüler ausgesetzt sind, überträgt sich automatisch auf den Spieler und macht Danganronpa 2 auf diese Weise zu etwas ganz Besonderem, da es nur wenige Titel schaffen, solche Paranoia und Emotionen auszulösen.

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Überarbeitete und neue Spielmechaniken - ohne dem Original untreu zu werden

Wie auch schon im ersten Teil könnt ihr zu gewissen Zeitpunkten alleine die Karte erkunden und euch so mit eurem Gefängnis vertraut machen. Innerhalb der Gebiete geschieht dies aus der Ego-Perspektive, außerhalb - und das ist neu - seht ihr Hajime von der Seite. Während ihr euch bewegt, werden außerdem eure Schritte gezählt, mit denen ihr nicht nur im Level aufsteigen könnt, sondern damit auch ein kleines Haustier in Form eines Tamagotchis aufzieht. Je nachdem wie ihr es behandelt schenkt es euch am Ende der Aufzucht Items und Monocoins. Es gibt viele verschiedene Rassen, die ihr großziehen könnt. Diese Implementierung stellt einen niedlichen, interessanten und anspornenden Anreiz dar, der jedoch nicht benutzt werden muss, wenn der Spieler darauf keine Lust hat.

Ferner könnt ihr euch auch wieder mit den anderen Charakteren enger anfreunden und so etwas über ihre Geschichte erfahren. Ihr könnt euch frei aussuchen, mit wem ihr eure Freizeit erleben wollt und dieser Person sogar Geschenke machen, um noch mehr hinter die Fassade schauen zu können. Diese werden mit Monocoins bezahlt, die ihr im Laufe des Spiels durch verschiedene Interaktionen erhaltet und die ihr auch für eine Ingame-Bild- oder Sound-Gallery der bisherigen Ereignisse ausgeben könnt. Nach einer erfolgreichen Konversation bekommt ihr außerdem Hope Fragments, mit denen ihr Skills für die Class Trials - den eigentlichen Spielpart von Danganronpa - freischalten könnt. Auch eure Erfahrungspunkte steigen dabei.

Wie auch schon im Vorgänger besteht der erste Teil der Kapitel daraus, Zeit mit den anderen Figuren zu verbringen und nach einer gefundenen Leiche genug Hinweise zu finden, die den Mörder überführen können. Danach geht es in die Verhandlungen. Wenn ihr Danganronpa 1 gespielt habt, werdet ihr feststellen, dass die bisherigen Mechaniken, wie die Beweisführung samt der Truth Bullets überarbeitet und erweitert wurden. Auch das Hangman-Spiel wurde etwas verändert, bleibt im Grunde jedoch gleich. Außerdem gibt es eine völlig neue Möglichkeit, um euren Logikfaden weiterzuspinnen. Diese nennt sich Logic Dive und dabei müsst ihr Snowboard-ähnlich einen Kanal entlangfahren, dabei Hindernissen ausweichen und auf eine Frage hin den richtigen, weiteren Weg nehmen. Für Personen, denen Danganronpa zu viel Roman und zu wenig Spiel ist, ist dies eine gelungene Abwechslung und lockert das teilweise anstrengende Diskutieren und Beweisen während der Verhandlung deutlich auf.

 

Fazit

Danganronpa 2: Goodbye Despair überzeugt - im Gegensatz zum Vorgänger - weniger mit erdrückender Atmosphäre, glänzt dafür jedoch mit einer beeindruckend tiefen, extremen und bedeutenden Geschichte, in der jedes Wort und jede Tat zählt. Die Fälle sind noch verzwickter, die Todesurteile noch überdrehter und das Spiel bietet mit Monokuma wieder einen der angsteinflößendsten, allwissendsten und sadistischsten Bösewichte. Trotz des veränderten Settings und der damit eingebüßten Stimmung steht der zweite Teil vor allem durch die Spannung um die Hintergrundvorgänge dem ersten Danganronpa in nichts nach.

Danganronpa 2: Goodbye Despair erscheint am 5. September 2014 exklusiv für die PlayStation Vita mit englischen Texten und japanischer und hervorragender englischer Synchronisation. .

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