Ich habe Dark Souls 3 angespielt und diese 5 Dinge haben mich fasziniert (+ Gameplay-Video)

Sebastian Tyzak

Zum dritten Mal peitscht uns der japanische Entwickler From Software freudenstrahlend durch die Feuer der Vorhölle: Dark Souls 3 naht! Und es wird großartig! Davon bin ich nach nahezu vier Stunden mit einer fast fertigen Vorschau-Version überzeugt.

Der erste Bossfight aus Dark Souls 3 im Video:

Dark Souls 3 - Neues Gameplay.

 

Ich will euch in meiner schnuckeligen kleinen Vorschau nicht mit Banalitäten langweilen.

Ja, es geht um Dark Souls 3 – das Spiel, das aus seinem Schwierigkeitsgrad einen gewissen Teil seiner großen Faszination zieht.

Ja, wie seine Vorgänger auch, ist Dark Souls 3 durchaus ein wenig kniffelig.

Ja, „same old, same old“ also. Und das ist gut so! Denn wie alle vorangegangenen Spiele der Serie (samt „Ausreißer“) ist auch der dritte Teil nicht unfair schwer, sondern mit ein wenig Achtsamkeit immer machbar.

So, damit haben wir den Kram auch von der Agenda gestrichen. JETZT verrate ich euch die fünf Dinge, die mich – bekennender Souls-Freund – im Zuge der Preview-Fassung schwer begeistert, fasziniert oder zum Nachdenken gebracht haben. Ja, meine Freunde, trotz „ALTER, IST DARK SOULS 3 GEIL!“-Attitüde, werden wir zum Schluss auch noch ein wenig nachdenklich. Und das alles in EINEM Artikel. Wahnsinn, oder?

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Diese 28 Spiele sind so schwer, dass sie euch verzweifeln lassen!

1. Anheizen!

Schon während der Präsentation im Rahmen des Preview-Events IN(!) der Hamburger Johanniskirche nennt Souls-Chef Miyazaki-san die Heat-up-Mechanik als eine der großen Neuerungen. Ich bin aber zu Beginn nicht so ganz überzeugt: Das System bedeutet lediglich, dass jede der überlebensgroßen Endgegnerbestien über mehre Phasen verfügt. Das ist nicht nur seit good old Nintendo-Gamedesign „hüpfe-Bossen-dreimal-auf-den-Kopf“ ein alter Hut, sondern auch nach den vorangegangenen Souls-Spielen. Da funktionierten einige der Endgegner nämlich ganz ähnlich. Ist das alles also nur Marketing-Gewäsch?

Slashy Souls soll die Wartezeit bis Dark Souls 3 überbrücken

Nein. Denn im Klartext soll diese „Superfunktion“ einfach nur sagen: ALLE Endgegner besitzen solche Phasen. Und das wiederum bedeutet, dass sich jeder Endkampf zum Ende hin unheimlich steigert – was wiederum bedeutet, dass alle Endgegnerkämpfe noch ein klein wenig intensiver sind. Für den Pressekollegen neben mir muss es verdammt seltsam gewesen sein, neben mir zu sitzen, als ich die ersten drei Endgegner des Spiels in Angriff genommen habe. Schnaubend. Keuchend. Mir selbst Mut zuredend. Und schwitzend wie nach einem Marathonlauf auf Lebenszeit.

Aber ja verdammt: Diese „Heat-up“-Phasen sind klasse. Wenn ich gegen einen (verhältnismäßig!) einfachen Schwert-Schild-Obermotz antrete, dem aber ab der Hälfte nachtschwarze Monster-Geschwüre aus Kopf und Brust wachsen, die nach meinem Bildschirmtod geifern, ist das unheimlich aufregend. Und das bei jedem Boss. Ich wiederhole: JEDEM BOSS! HERZKASPER!

Das System gewinnt zwar sicherlich keinen Innovationspreis, wer aber erstmal einer dieser „aufgeheizten“ Monstrositäten gegenübersteht, wird kaum mehr die Spucke für Kritik übrig haben.

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2. Erkunden!

Dark Souls 3 ist das erste Spiel der Serie, das ein reines Current-Gen-Produkt ist. Die Power der aktuellen Rechenklötze möchte From Software entsprechend bei der Levelarchitektur auskosten. Die soll weit komplexer und umfangreicher sein, als noch zuvor. Aber diese „Bigger! Better! Faster!“-Werbeslogans kennen wir. Ich bin ihnen unheimlich überdrüssig. Nicht alles was größer als die Vorgänger ist, macht sich dadurch gleich besser. Deshalb bin ich, was diesen Punkt in Dark Souls 3 anbelangt, skeptisch.

Aber wo ich eben noch (zumindest gedanklich) den Sätzen von Miyazaki-san entgegenfauche, bin ich nach wenigen Minuten mit der Vorschau-Fassung auch schon wieder ein genügsam schnurrendes Kätzchen im Schoße der Entwickler. Ja, die Damen und Herren des Studios können’s halt immer noch. Die Gebiete wirken umfangreicher, verwinkelter, weitläufiger, ohne es dabei aber rein auf ihre Größe anzulegen. Nein, hier ist alles noch da, wo es hin muss. Jeder Gang, jeder Winkel und jeder Gegner ist mit Bedacht platziert. Dark Souls 3 ist weit weg von Open-World-Wahllosigkeit. Es ist vielmehr gut arrangiert und fein komponiert als unsinnig größenwahnsinnig.

Die Komplexität der Areale zeigt sich in Dark Souls 3 deutlich, ohne aber überbordend zu sein. Es gibt oft mehrere Wege ans Ziel, Passagen die mich als Abstecher zu kleinen Geheimnissen führen oder schmuck in die Spielwelt eingepasste Abkürzungen. Aber ich behalte dabei immer die Übersicht. Ich werde nicht übermannt, sondern motiviert zu erforschen und zu erkunden – und das sogar noch etwas mehr, als bei den Vorgängern.

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3. Spielstil wie ich es will

Ich möchte nicht so viele Worte über die Weapon Arts verlieren – die wurden im Vorfeld schon zur Genüge durchgekaut. Trotzdem die Mikro-Zusammenfassung für die, die nicht im Bilde sind: Jede Waffe verfügt über einen besonderen Skill, den ihr auslösen könnt, wenn ihr die Waffe beidhändig oder zu einem „kompatiblen“ Schild führt. Bis jetzt lassen mich diese neuen Fähigkeiten aber kalt. In Beta- und Preview-Fassung blieb es dann doch meist bei den klassischen Mitteln: Schild, Rolle, Zauber und leichte sowie schwere Schläge. Das soll aber keine Verurteilung sein: Schon bei Bloodborne habe ich mich zu Beginn mit den Schusswaffen schwergetan, letztlich wollte ich ohne Knarre aber nicht mehr aus dem Haus. Also… in Bloodborne jetzt.

Die Systemanforderungen von Dark Souls 3

Trotzdem begrüße ich es, dass mir Dark Souls 3 bei der Wahl meines Spielstils Tür und Tor offen lässt. Die Weapon Arts verbrauchen eine neue Energieleiste, die ihr nur mit einem Schluck aus den neuen „Ash Estus“-Flakons wieder aufgefüllt werden kann. Zu Beginn besitze ich drei Heiltränke und einen dieser Drinks, die mir die Energie für Fertigkeiten zurückgibt. Wer aber keinen Gefallen an den neuen Skills findet, darf beim Schmied in der „Ruhezone“ Firelink Shrine das Verhältnis der Tränke beliebig verändern. Möchte ich also klassisch spielen, nehme ich zu Beginn vier Estus Flakons zur Heilung mit und vernachlässige die Skill-Aufladung per Ash-Flakons. Andersherum ist’s aber natürlich genauso möglich. Fair, wie ich finde. Jetzt bin ich nur noch darauf gespannt, wie gut ich die Weapon Arts letztlich in meinen Spielverlauf einweben kann. Aber das wird schon.

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4. Best of Souls

Wie sehr sich Dark Souls 3 doch wieder wie Zuhause anfühlt. Seit 2010 stecke ich meine Nase in diese unwirtlichen Welten, gespickt mit Qual, Folter und Tod … und habe dabei die Zeit meines (Videospiel-)Lebens. Das ist eine ganz schöne Zeitspanne. Und diese Zeitspanne kostet Dark Souls 3 formidabel aus. Das Spiel hat es während der Anspielsession sogar geschafft, mich ein wenig wehmütig zu stimmen. Ich will dabei aber nicht zu spezifisch werden, da ich mit zu vielen Details Fans vieles kaputt machen könnte.

Nur so viel: Dark Souls 3 setzt nicht nur auf dem mittlerweile in drei Teilen ausgebreiteten Fundament der Serie auf – bedient sich an Spielgerüst, Geschichte und Gegenständen – sondern lässt uns auch auf bekannte Charaktere (oder deren nicht allzu ferne Verwandte) treffen. Und das ist großartig. Trotz all dem Ungemach und der Härte, die uns das Spiel entgegenschleudert, sind das Momente, die dem hartgesottenen Souls-Spieler ans Herz gehen. Dark Souls 3 wird (vorerst) das letzte Souls-Spiel sein – genießen wir es! <3

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5. We’ve come a long way…

Spielerisch gab es noch einige Dinge, die mich überrascht haben; weitere Dinge, die ich nur zu gut aus den Vorgängern kenne, aber noch immer zu schätzen weiß; und auch Dinge, die zwingend geändert werden müssen (warum wurde das schreckliche Menü noch immer nicht überarbeitet?). Aber all diese Punkte sind mir nicht den Platz in dieser Liste wert. Denn der letzte Punkt schoss mir schon in dem Moment in den Kopf, als der neueste Trailer zu Dark Souls 3 im Rahmen der anfänglichen Präsentation gezeigt wurde.

Ich sitze in einer extra für die Zwecke des Events gemieteten und hergerichteten Kirche. Sie wurde mit einer großen Bühne, Statuen, einer Replik eines riesigen Zweihandschwerts und all dem Tamtam aufgehübscht, den man sich bei der Präsentation eines großen Triple-A-Blockbuster-Brockens eben so vorstellt. Und dann wird da dieser Trailer gespielt, der mit geschmackvoller Musik, schönen Bildern und aufwendigem Schnitt das Spiel bewirbt, das vor wenigen Jahren noch eine Nische in der Nische besetzte, und nur über Umwege seinen Weg nach Europa gefunden hat. Doch mittlerweile ist der Name Souls ein Begriff für die meisten Spieler, der Querverweis auf die Serie der Inbegriff für herausforderndes Spieldesign und From Software ein angesehenes Entwicklerstudio.

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Ja, verdammt: „We’ve come a long way…“ – diese Serie ist groß geworden, und sie hat jeden Zentimeter an Wachstum, den sie sich erkämpft hat, wohl verdient. Seit Jahren versenke ich zahlreiche Stunden meiner Freizeit in diese Spiele, jede Millisekunde davon hat sie verdient. Es ist schön, dass eine so mutige und andersartige Serie den Erfolg bekommen hat, den sie verdient. Denn unter dem Deckmantel eines klassischen Action-Rollenspiels ließ uns From Software die Art und Weise überdenken, wie wir Spiele spielen. Und auch wenn ich es klasse finde, dass sich Souls-Mastermind Hidetaka Miyazaki gegen eine Fortsetzung in Bälde ausgesprochen hat, freue ich mich wahnsinnig auf Dark Souls 3. Let us Praise the Sun. Like it is the last time! \o/

Wie gut kennst du Dark Souls?

Wie gut kennst du Dark Souls? (Quiz)

Im kommenden Jahr geht Dark Souls mit dem dritten Teil in die nächste Runde. Du fühlst dich für das brutal harte Spiel gewappnet und hältst dich für den/die beste/n Dark-Souls-Spieler/in? Dann zeig uns, wie gut du die Serie wirklich kennst.

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