Darksiders 3 in der Vorschau: Die Apokalypse geht weiter

Alexander Gehlsdorf

Nach Krieg und Tod kommt die Wut. Wir konnten uns den dritten Teil des apokalyptischen Abenteuers auf der gamescom 2018 ansehen und kommen zu dem Schluss: Darksiders 3 bleibt der Tradition der Vorgänger treu und führt die Reihe dennoch zu neuen Tiefen. Und nein, das ist nicht negativ gemeint.

Darksiders 3 - gamescom Trailer.

Darksiders 3 kommt! Das klingt offensichtlich, ist aber keine Selbstverständlichkeit. Schließlich musste Publisher THQ im Jahr 2013, also ein Jahr nach der Veröffentlichung von Darksiders 2, Insolvenz anmelden, der vorläufige Tod der Darksiders-Serie.

2017 die Entwarnung: Darksiders 3 kommt doch! Publisher ist der neu gegründete Konzern THQ Nordic, Gunfire Games übernimmt die Entwicklung. Das Entwickler-Team besteht wiederum aus diversen ehemaligen Mitarbeitern von Vigil Games, die für die ersten beiden Darksiders-Spiele verantwortlich waren. Nach all dem Hin und Her befindet sich das Spiel also trotzdem noch immer in den selben Händen.

Was bisher geschah

Im selben Schlamassel wie in den beiden Teilen zuvor befindet sich hingegen die Erde. Die Apokalypse ist deutlich zeitiger ausgebrochen als erwartet, ein Vergehen, dass dem Apokalyptischen Reiter War in die Schuhe geschoben wird. Spieler des ersten Serienteils werden sich erinnern.

Während War im ersten Teil damit beschäftigt ist, seine Unschuld zu beweisen, erzählte Darksiders 2 parallel dazu die Erlebnisse seines Bruders Death. Auch Darksiders 3 schließt sich dieser Tradition an und erzählt die Story von Darksiders nicht etwa weiter, sondern spendiert ihr eine dritte Perspektive, diesmal die der Apokalyptischen Reiterin Fury.

Allerdings soll das nicht bedeuten, dass im dritten Serienteil alles so wie früher wird. Bereits Darksiders und Darksiders 2 haben sich in ihren Design-Grundsätzen voneinander unterschieden: Während Teil eins von Zelda inspiriert war, drehte sich in Teil zwei ein Großteil des Spiels um vielfältiges Loot. Dementsprechend unterschiedliche Waffen und Spielstile waren mit Death möglich.

Fury, bleib bei deinem Leisten

Darksiders 3 schaltet ein paar Gänge zurück. Natürlich wird auch Fury im Laufe des Spiels dazulernen, letztlich bleibt sie jedoch immer ihrer Peitsche treu. Wie die Entwickler erklären, ähnelt ihr Spielstil dem eines Magiers. Fury analysiert zumeist also erst die Situation, um dann gezielt Gegner aus der Entfernung aufs Korn zu nehmen.

Darksiders 3 – Gameplay-Trailer.

Entgegen ihrer beiden eher monotonen Brüder soll Fury dafür als Persönlichkeit deutlich wachsen. So ist es ihre Mission – aber auch ihr persönliches Ziel – im Laufe des Spiels die Sieben Todsünden zu besiegen, die über die Erde hergefallen sind. Warum sie das tut und wie sie diese Reise als Charakter verändert, soll eine große Rolle in Darksiders 3 spielen, verrieten die Entwickler.

Auf zu neuen Tiefen

Eine Aussage der Entwickler, die außerdem positiv überraschte: „Die Welt von Darksiders 3 ist kleiner als die des Vorgängers, dafür aber tiefer“. In einer Zeit der Superlative, in der jedes Spiel noch größer und umfangreicher ausfällt und noch mehr Side-Content enthalten muss, ein erfrischendes Statement, das darauf schließen lässt, dass das Studio Gunfire Games weiß, was es da tut.

Zumal der Begriff tief eine doppelte Bedeutung trägt. So ist nicht nur gemeint, die Welt mit sinnvollen Spielinhalten zu füllen (sprich: keine überflüssigen Sammelaufgaben und Open-World-Beschäftigungstherapien) sondern auch die buchstäbliche Vertikalität der Welt, denn diese kannst du dir wie einen Zylinder vorstellen.

Von oben betrachtet mag die Karte des Spiels nicht besonders weitläufig aussehen, allerdings erstreckt sich das Spiel weit in die Tiefe, was sich auch auf das Gameplay auswirken soll. Je tiefer die Spielwelt, desto magischer, bedrohlicher und fremder wird auch die Umgebung.

Über sieben Brücken musst du geh’n

Wann und wie schnell du dich in die Tiefe begibst, ist jedoch deine Entscheidung. Darksiders 3 ist nicht linear. So, wie sich das erster Darksiders an Zelda orientierte, steht Darksiders 3 in der Tradition der Metroid-Spiele. Ein großer Reiz des Spiels wird also in der Erkundung der Welt liegen – wie tief diese wohl in sich gewunden ist?

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Ein Beispiel: Fury erreicht eine nicht überwindbare Schlucht. Am anderen Ende des Abgrunds kann eine Brücke herabgelassen werden, aktuell besteht diese Möglichkeit nicht. Also sucht sich Fury einen anderen Weg. Fünf bis zehn Stunden später kann es dann passieren, dass Fury auf einmal die gegenüberliegende Seite der Schlucht erreicht hat, die Brücke herunterlassen kann und aus der Welt wieder ein großes Ganzes wird.

Auch die Reihenfolge der sieben Bosse, der Todsünden, ist nicht vorgegeben. Mindestens vier von ihnen sollen bereits von Beginn an erreichbar sein. Die Entwickler sind schon jetzt gespannt, welche Diskussionen sich innerhalb der Community bezüglich der optimalen Reihenfolge der Bosse ergeben werden.

Beginnen wird die Diskussion am 27. November 2018, denn dann erscheint Darksiders 3 für PC, PlayStation 4 und den PC.

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