Dead Cells: Zum Sterben schön

Victor Redman

2D-Action liegt gerade voll im Trend. Mit Dead Cells schafft nun ein weiterer Vertreter des Genres den Sprung auf PC und Konsolen. Neuaufguss oder Geheimtipp?

Auf einer einsamen Insel steht eine geheimnisvolle Burg. Und im tiefsten Kerker dieser Burg: Ein kopf- und namenloser Gefangener, der durch eine mysteriöse Kraft zu neuem Leben erwacht.

An dieser Stelle beginnt Dead Cells von Motion Twin, und noch bevor Du ein „Was zur Hölle…?“ über die Lippen gebracht hast, geht das Spiel auch schon los.

Blitz-Krieg in der Burg

Dead Cells ist ein Rogue-like Action-Platformer. Was in etwa heißt: Der Kopflose bahnt sich seinen Weg durch zufällig generierte Level und zerhackstückt dabei immer neue Gegner, bis er es schließlich auf die obersten Zinnen der Burg schafft  – oder selbst ins Gras beißt.

Dabei hat das Gameplay den absoluten Vorrang. Hier und da wird in kurzen Dialogfetzen die Welt des Spiels erklärt, im Vordergrund steht aber rasante, flüssige Action. Die kann dem Spieler allerdings auch ganz schnell zum Verhängnis werden, denn Dead Cells kennt keine Speicherpunkte. Tot ist tot, und wer stirbt, geht zurück auf Anfang.

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Hart aber fair

Der knackige Schwierigkeitsgrad zieht ebenso rasch an wie der Rest des Spiels. Trotzdem fühlt das Ganze fühlt sich zu keinem Zeitpunkt unfair an.

Der kopflose Held ist nämlich gut gewappnet gegen die zahlreichen Gefahren, die in der Burg lauern. Zwei Waffen sind jederzeit per Knopfdruck einsatzbereit. Das nervige Aus- und Abwählen, das in vielen anderen Spielen dazu gehört, fällt hier weg. Das Gleiche gilt für weitere Ausrüstungsgegenstände und Fallen, die allerdings erstmal wieder aufgeladen werden müssen, nachdem sie benutzt wurden.

Hier findest Du alles über die Zauber in Dead Cells heraus.

Die schier endlose Auswahl an Waffen ermöglicht auch die verschiedensten Strategien: Mit Schwert und Axt und ordentlich Lebensenergie ausgestattet gibt Dead Cells ein cooles Hack’n’Slay ab. Alternativ lassen Gegner sich aber auch mit Pfeilen, Wurfdolchen oder Fallen eliminieren – ganz bequem aus der Ferne . Wem das alles zu martialisch ist, der kann Gefahrensituationen springend, rollend und kletternd umgehen. Obligatorisch zum Weiterkommen sind nur die Boss-Kämpfe die am Ende jedes Abschnitts warten.

Du hast nicht gelebt, bis du gestorben bist

Unabhängig von deiner Strategie steht eines aber von Anfang fest: Egal, was für ein toller Speedrunner du bist, in Dead Cells wirst du sterben. Und das mehr als nur ein oder zweimal. Der Tod ist hier Spielmechanik. Mit jedem Durchgang lernst du mehr über die Spielwelt und ihre Herausforderungen und kommst so jedes Mal ein Stückchen weiter.

Entscheidend für das Vorankommen sind die Dead Cells, nach denen das Spiel benannt ist. Die blau leuchtenden Energiekugeln lassen sich nämlich gegen allerlei Upgrades eintauschen. Verantwortlich dafür ist der geheimnisvolle Collector. Er kann zum Beispiel deine Lebensenergie erhöhen oder neue Waffen freischalten. Der Collector wird im Laufe des Spiels sowas wie dein bester Freund werden – die Verbesserungen und Erleichterungen, die du von ihm erhältst, bleiben dir nämlich auch nach dem nächsten Tod erhalten.

 

In einem weniger gut ausbalancierten Spiel wäre an dieser Stelle vielleicht von Grinden die Rede; die ständige Sterberei könnte schnell nervig werden. Nicht so in Dead Cells. Hier gibt es nämlich auch nach dem hundertsten Neuanfang immer wieder Neues zu entdecken. Viele Wege führen nach Rom, aber nicht alle sind direkt begehbar. Durch Siege über die verschiedenen Endbosse schaltest du nach und nach die Fähigkeiten frei, die du brauchst, um die gesamte Burg zu erforschen. So wird jeder Durchgang zu einem ganz neuen Abenteuer.

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Zusammenfassung und Fazit

Die offensichtlichsten Einflüssen für Dead Cells sind natürlich altehrwürdige Konsolen-Hits wie Castlevania oder Metroid. Und denen macht der Newcomer alle Ehre. Gleichzeitig weckt Dead Cells aber auch Erinnerungen an weitere Klassiker wie Prince of Persia oder Flashback. Die kreativ designten Feinde und Bosse können es locker mit der Zelda-Reihe aufnehmen. Dass Dead Cells nicht mehr über sie verrät, ist schade – der riesige Spielspaß entschädigt jedoch für alles.

Für Fans von knackiger 2D-Action und Fans der oben genannten Spiele ist Dead Cells auf jeden Fall mehr als einen Blick wert. Es wird wohl nicht lange dauern, bis diese kleine Indie-Perle als Geheimtipp empfohlen wird. You heard it here first.

Dead Cells wird dir gefallen, wenn deftige 2D-Action mit vielen Entscheidungsmöglichkeiten dich begeistern kann.

Dead Cells wird dir nicht gefallen, wenn du in Spielen einfach vorankommen und eine Story erleben willst.

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