Vorschau: Dead Island Riptide - Eher Ripoff statt Riptide

David Hain 10

Die Zombies greifen an. Sam B und Co. schießen, stechen zu, wedeln mit den Macheten, laufen von Posten zu Posten, bis dieser überrannt wird. Noch immer werfen uns harte Schläge zurück, der Spieler rappelt sich langsam auf, fuchtelt weiter. Das ganze Schauspiel wirkt dabei weiterhin höchst unbefriedigend, wie ein Skyrim aufLSD mit Zombies und noch weniger Waffenkontrolle. Dann endet die kurze Präsentation.

Okay. Nun, leider keine sichtbaren Verbesserungen des Gameplays, aber: „Was wird es denn darüber hinaus an Neuerungen geben?“ wollen wir wissen. Und ernten abermals fragende Blicke. „Es gibt doch neue Waffen, eine neue Story und eine frische Charakterklasse“. Wie die aussieht, wollte man uns noch nicht verraten, aber da die Klassen das spielerische Gesamterlebnis des ersten Teils nur bedingt beeinflussten, ist die Antwort wohl letztlich relativ egal.

Das war’s. Einen wirklichen Reim können wir uns auf „Dead Island: Riptide“ bis heute nicht machen. Was soll das sein? Für eine Fortsetzung sind die gebotenen Inhalte lächerlich gering, für ein Spinoff fehlt die neue Perspektive, als DLC erscheint „Riptide“ sicherlich nicht. Auf Nachfrage hieß es sogar, das Spiel sei etwas kürzer als der Vorgänger. Angesichts dessen Laufwege sicherlich keine allzu schlechte Idee. Andererseits: Was bietet uns diese nicht-Fortsetzung dann überhaupt?

Ausblick
In der englischen Präsentation erklärte der Präsentator, „Dead Island: Riptide“ sei „the same shit, but more of it“. Er war als positiv gemeinter Spaß gedacht, wenn man frech wäre (was wir sind), könnte man es aber auch als punktgenaue Beschreibung dieser Quasifortsetzung missverstehen. Unsere Präsentation wirkte nicht, als hätten die Macher verstanden, welche Probleme „Dead Island“ hatte, geschweige denn, dass es überhaupt welche gab.

Spielerisch wird sich daher wohl nichts ändern, sofern man nicht unsere Kritik auf der gamescom berücksichtigt. Das ist angesichts des frustrierenden Kampfsystems, immerhin der Hauptteil des Spiels, eine Farce. Die Möglichkeit Gegenstände und Waffen noch gewiefter einzusetzen, noch mehr mit der Umgebung zu interagieren, ist nett, aber weder verbessert sie die Spielerfahrung noch würde sie eine Fortsetzung rechtfertigen.

Überhaupt fehlen die Argumente für „mehr“ Dead Island. Eine neue Story und mehr Waffen – ja, nett. Aber erstere war schon im Vorgänger völlig irrelevant und angesichts des Überangebotes an Verteidigungsmitteln waren „neue Waffen“ sicherlich das letzte Feature, das wir uns für einen „Quasinachfolger“ gewünscht haben. Wahrscheinlich wird der Koop-Modus viel verlorenen Spielspaß wett machen, aber dafür braucht es keine eilig nachgeschobenen vielleicht-Fortsetzungen.

Ersteindruck: Befriedigend

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