Deponia Vorschau: Daedalic macht Müll - aber guten!

Jonas Wekenborg 5

Das Adventure-Genre hat sich seit Lucas-Arts-Zeiten kaum geändert. Und das ist ja auch gut so. Denn immerhin müssen so die Point’n’Click-Abenteuer umso mehr durch glaubwürdige Settings, eine handfeste Story und natürlich ein anspruchsvolles und unterhaltendes Rätseldesign brillieren. Bei Daedalic machen wir uns da aber ohnehin keine allzu großen Sorgen.

Müll, wo man nur hinschaut Müll: Der Planet Deponia wird von den Oberstädten als Mülldeponie benutzt. Das geht besonders dem einfallsreichen Rufus gehörig gegen den Strich. Daher plant er auch seinen Ausstieg aus dem Dreck. Den Schrottplaneten Deponia hinter sich lassen und in der Himmelsstadt Elysium ein neues Leben in Luxus, Sauberkeit und Unbeschwertheit verbringen. Als erfolgloser Erfinder, unfähiger Fluchtplankonstrukteur und gehasster Ex-Freund verschrien will den hoffnungslos überheblichen Helden-in-Spe allerdings Niemand so wirklich ernst nehmen.

Denn dumm nur, dass seine Fluchtversuche genauso erfolglos sind wie seine Erfindungen. Da kommt dann eins zum anderen, als unser Protagonist mit einer selbstgebauten Rakete auf die Himmelsfähre Richtung Oben zusteuert, den makellosen Fluchtplan zu verwirklichen.


Der Aufenthalt an der frischen Luft währt nur kurz, denn dann geht es schon wieder mit der elysianischen Prinzessin Goal zurück in den Abfall. Ein kniffliges Abenteuer um Liebe, Verrat, Verwechslung und jede Menge Müll beginnt.

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Da Rufus dem Angetrauten der holden Schönheit zum Verwechseln ähnlich ist, sieht er nach einem aufkommenden Anflug von Zuneigung alsbald in der himmlischen Schönheit seine Eintrittskarte in die Himmelsstadt. Dass die holde Weiblichkeit dabei immer wieder in Ohnmacht fällt, macht das ganze Unterfangen nicht gerade einfacher.

Deponia Trailer.

Das Entwicklerstudio Daedalic kennt sich mit Adventures aus: Ganz im Stile von Edna bricht aus, The Whispered World und Harveys neue Augen bedienen sich die Hamburger auch in Deponia der vortrefflichen Schoten aus der Feder Jan Müller-Michaelis. Dabei steht der Witz des Spiels in keinster Weise den Vorgängern nach. Mit fiesen Seitenhieben, schnippischen Kommentaren und schlagfertigen Wortwechseln wird in Deponia nicht gegeizt.

Die vielen skurrilen Charaktere sind dabei nicht nur durch ihre gelungene Synchronisation sehr glaubhaft, auch die handgezeichneten und aufwendig animierten Modelle glänzen in gewohnter Art und Weise. Da stört es auch nicht, dass kein weibliches Wesen über ein Riechorgan, zumindest keine Nase, verfügt. Vermutlich auch besser so, wenn man die weitausschweifenden Müllberge im Hintergrund der Spielwelt überschaut.


Denn die abgedrehte Geschichte von Deponia findet überwiegend in den Müllbergen des gleichnamigen Planeten statt. Die sind wie gewohnt hervorragend gezeichnet und vermitteln einen glaubwürdigen Touch von Steampunk. Wird dann das Ganze noch untermalt von einem Industrial-Soundtrack, der mitunter auf echtem Müll eingespielt wurde, dann ergibt das im Gesamtpaket eine sehr glaubhafte Atmosphäre.

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