Der Fall John Yesterday

Jonas Wekenborg

Neben Dadealic und dtp haben es andere Studios derzeit schwer, sich im Adventure-Genre, oder besser dem Point and Click-Klientel, zu behaupten. Wenn da nicht gerade ein Indie-Studio komplett neue Maßstäbe setzt, können nur noch die Pendulo Studios etwas reißen.

Nach der „Runaway“-Reihe und dem letzten großen Abenteuer von „A Next Big Thing“ war erst einmal ein paar Monate Ruhe, nur, damit sich die Comic-Spezialisten des Adventure-Genres Crimson Cow mit einem für sie eher ungewöhnlichen Titel zurückmelden konnten: „Der Fall John Yesterday„.

In guter alter Comic-Manier, wie es die Erstlingswerke des Studios bereits vormachten, spielt ihr hier eine sehr düstere Geschichte um eine satanische Sekte. Dabei steuert ihr unterschiedliche Charaktere mit verschiedenen Fähigkeiten. So ist beispielsweise der Startprotagonist Henry White super intelligent, Cooper ist ein wahres Bollwerk aus Muskeln – mit einer panischen Angst vor seinem alten Pfadfinder-Leiter – und der namensgebende John Yesterday hat seine Vergangenheit vergessen und trägt das Y des Ordens in seine Hand geritzt, ohne zu wissen, wie es dorthin kam.

Der Held reist nach Paris, wo seine Nachforschungen um den Kult beendet wurden, als er versuchte sich selbst das Leben zu nehmen. Als er sie wieder aufnimmt kehrt nur allmählich sein Gedächtnis zurück und er spürt die Schrecken, die ihn zum Suizid gezwungen hatten.

Im Gegensatz zu „Runaway“ oder „A Next Big Thing“ ist „Der Fall John Yesterday“ ein düsteres Spektakel. Untermalt wird das Ganze durch eine schaurige Hintergrundmusik, skurrile Charaktere und jede Menge Morde.

Eine gelungene Abwechslung zu Humor-Feuerwerken wie „Harveys Neue Augen“ oder „Deponia“, für Fans des Studios eine überraschende, wenn auch qualitativ hochwertige Neuausrichtung.

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Kommentare zu diesem Spiel

Alle Artikel zu Der Fall John Yesterday

  • Der Fall John Yesterday Kurzcheck: Wo warst du, Gestern?

    Der Fall John Yesterday Kurzcheck: Wo warst du, Gestern?

     Die Pendulo Studios und Crimson Cow machten sich bereits mit der Runaway-Reihe einen Namen im Adventure-Genre. Einen mit geteilter Meinung, aber immerhin einen. Mit „Der Fall John Yesterday“ gehen sie in eine neue Richtung, was das Setting anbelangt, und machen sich dabei fantastisch. Kann der Mystery-Thriller den Ruf der Studios einen?
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  • Der Fall John Yesterday Vorschau: Beklemmend und extrem verstörend

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    „Der Fall John Yesterday“ von Crimson Cow, den Machern von Adventures wie „Runaway“ und „The Next Big Thing“, ist eine kleine Überraschung zwischen Daedalics und Dtps Ringen um den Point and Click-Thron. Ob es auch eine kleine Sensation ist, klärt unsere Vorschau.
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