Detroit Become Human: Das bessere Heavy Rain? (E3 2016)

Kristin Knillmann 7

Mit Detroit: Become Human will David Cage, der Kopf hinter Titeln wie Heavy Rain und Beyond: Two Souls, das Leben mehrerer Androiden zwischen den Menschen beleuchten. Auf der E3 2016 haben wir mehr zum Spiel erfahren und verraten euch in der Vorschau, was darauf schließen lässt, dass Detroit besser wird als seine Vorgänger.

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Was mir an Detroit gut gefallen hat:

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Detroit – Become Human: So stellt sich das Spiel unsere Zukunft vor

Mir gefällt, dass wir mit Detroit: Become Human keine Geschichte über Technologie zu erwarten haben, sondern eine Geschichte über Menschen. Dabei sollen die Androiden laut Cage eher die Rolle der Guten einnehmen, die Menschen die der Bösen. Welche Konflikte dabei entstehen können, sahen wir auf der E3 in einer ausgiebigen Gameplay-Demo, in der das Leben eines kleinen Mädchens bedroht wird, weil ihr „Haus-Androide“ mit Selbstzweifeln zu kämpfen hat – ausgelöst dadurch, dass die Familie ihn verkaufen und ersetzen wollte. Einige dieser Dinge finden wir nur heraus, indem wir als Android Connor im zugehörigen Level die richtigen Hinweise finden, die unsere Chance erhöhen, einen Fall wie diesen erfolgreich zu lösen. Connor hat dafür eine besondere Fähigkeit namens „Mind Palace“, die er einschalten kann, um Hinweise in der Umgebung zu sehen. Verändert er dort mit R1 den Kamerawinkel, findet er womöglich auch versteckte „Reconstruct“-Animationen, mit denen ihr via Touchpad den Hergang einer Situation visualisiert und so zu zusätzlichen Hinweisen geführt werdet.

Hinweise sind aber nicht alles, was die Chance auf eine erfolgreiche Lösung anhebt. Auch die Zeit spielt eine Rolle, denn wer zu lange nach Hinweisen schaut oder jeden einzelnen Gegenstand finden will, könnte die Mission dennoch verlieren. Das Spielen in der Echtzeit ist für Detroit überraschend frisch. Ein Kidnapper wartet nicht mehr einfach, bis wir bei ihm angelangt sind. Stattdessen läuft die Zeit, sobald wir die Mission starten. Das gilt nicht nur für die Kern-Elemente, sondern auch für Kleinigkeiten, die passieren und damit Hinweise darauf geben, dass es Zeit wird, sich zu beeilen. In unserer Demo wurde beispielsweise ein Polizist vom Kidnapper angeschossen. Eine Szene, die unweigerlich passiert, egal ob wir grad in der Nähe stehen und sie beobachten können, oder in einem anderen Zimmer sind und nichts mitbekommen. Einige Audio-Warnungen sollen dennoch zur Orientierung helfen. Ruft ein Polizist panisch „Oh Gott, was tut er da?“ wissen wir automatisch, dass die Situation brenzlig wird.

Die beschriebenen Mechaniken des „Mind Palace“ sind zugeschnitten auf Connor. In Detroit werden wir aber mehrere Androiden steuern können und die Geschichte aus ihren unterschiedlichen Blickwinkeln erleben können. Jeder dieser Androiden ist ein ganz anderes Modell und hat damit auch andere Fähigkeiten, die zum Einsatz kommen. So spielt sich keine Szene jemals gleich. Etwas, das natürlich auch wieder zusätzlich dadurch beeinflusst wird, dass jeder Charakter der Geschichte zu jeder Zeit sterben könnte. Das schließt auch eure spielbaren Charaktere ein, unter denen sich auch Android-Dame Kara befindet, die wir bereits aus einer ganz frühen Tech-Demo von Quantic Dream kennen.

Detroit: Become Human soll außerdem mit einer ganz neuen Engine entworfen worden sein. Das Spiel ähnelt in seinen erzählerischen Grundzügen zwar Heavy Rain, setzt sich bei der Darstellung aber ganz klar vom Vorgänger ab: Es sieht durchweg besser aus, verfügt über eine bessere Lichtstimmung, Schatten und Cinematography. Eine neue Motion-Capture-Technik erlaubt es Quantic Dream außerdem, viele Kleinigkeiten zu animieren, die da Geschehen realistischer aussehen lassen. Darunter wäre die Darstellung der sich unter der Haut bewegenden Knochen, sowie die Möglichkeit, die Dicke der Haut an gewissen Stellen abbilden zu können. Auf diese Weise verändert sich beispielsweise die Farbe eines dünnen Ohrläppchens, je nachdem aus welchem Winkel das Licht darauf scheint.

Was mir an Detroit nicht so gut gefallen hat:

Die Spiele von Quantic Dream und David Cage klingen auf dem Papier (oder in der Präsentation) immer ziemlich toll. Letztlich wissen wir durch die vergangene Spiele des Entwicklers (Heavy Rain, Beyond: Two Souls) allerdings schon sehr gut, dass nicht immer das brillante Ergebnis rauskommen muss, das Cage uns im Vorfeld verspricht. Da seine Spiele den Fokus auf die Erzählung legen, kommt es eben auch sehr stark darauf an, wie die Sequenzen eines Titels aufgebaut sind, und wie gut die Geschichte überhaupt ist und rüberkommt. Entsprechend lässt sich Detroit zu diesem Zeitpunkt noch nicht voll und ganz einschätzen, erst als Gesamtwerk kann es bestehen… oder untergehen. Die Sorge, dass Detroit über seine guten Ansätze hinweg einfach nicht abliefern könnte, wenn es um die Story geht, muss sich ein Quantic-Dream-Spiel gefallen lassen. Dass Cage das nach seinem letzten Spiel gelernt hat, kann er jetzt jedoch wunderbar beweisen.

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Ausblick:

Gut bis Sehr Gut

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