Devil May Cry 5-Vorschau: Dante? Nero? V stellt sie alle in den Schatten

Lisa Fleischer

Nach mehr als zehn Jahren Pause kehrt die originale Devil May Cry-Serie im März endlich zurück. Im fünften Teil gilt es wieder, zahlreiche Dämonen zu zerschnetzeln – dieses Mal spielst du drei verschiedenen Charaktere. Ich habe die ersten Stunden des Spiels schon jetzt ausprobiert.

Es sieht düster aus für die Menschheit. Dämonen sind in die an London erinnernde Red Grave City eingefallen. Dante wird seit dem ersten Versuch, sie zu vertreiben, vermisst. Und dem jungen Dämonenjäger Nero wurde sein rechter Arm, der Devil Bringer, von einer mysteriösen Gestalt unter einer Kapuze brutal entrissen. Mit nur noch einem funktionsfähigen Arm macht er sich Monate später trotz allem mit seiner Partnerin Nico auf den Weg, um die Dämonen weiter zu bekämpfen. Und hier fängt Devil May Cry 5 für den Spieler so richtig an.

Ich habe die ersten sieben Kapitel des fünften Teils der Dämonenjäger-Serie bereits gespielt – und durfte dabei nicht nur mit Dante und Nero, sondern auch mit dem dritten, ganz neuen Charakter V spielen. Über ihn ist nicht allzu viel bekannt, nicht umsonst wird er auch als „der Geheimnisvolle“ betitelt. Und trotzdem konnte ich einen ganz guten Eindruck von ihm gewinnen, vor allem darüber, wie er sich spielt, welche Fähigkeiten er mit sich bringt und warum er seinem Beinamen voll und ganz gerecht wird.

Eine Zusammenfassung, was Devil May Cry 5 dir alles bietet, bekommst du im folgenden Video:

Devil May Cry 5 – Trailer zum Spiel.

Verschiedene Fähigkeiten dank des neuen Devil Breakers

Zuerst lernte ich aber die Gameplay-Grundlagen von Devil May Cry 5 – und zwar anhand des bereits etablierten Charakters Nero. Der hat von seiner Begleiterin Nico, die als Mechanikerin der Truppe fungiert, einen neuen Arm gebastelt bekommen: den Devil Breaker. Den gibt es in zahlreichen verschiedenen Ausführungen. Im Spielverlauf schaltest du den mit Klingen ausgestatteten Helter Skelter oder den Buster Arm frei, mit dem du Dämonen durch die Luft fliegen lassen kannst. Dementsprechend taktisch lässt sich der neue Arm im Kampf einsetzen.

Neben seinem Devil Breaker verfügt Nero aber natürlich auch über sein Schwert Red Queen und seinen Revolver Blue Rose. Diese drei Waffen in Kombination lassen dich verheerende Kombos auslösen, die wahlweise auf einen fokussierten Gegner oder die komplette Dämonen-Horde losgelassen werden können.

Im Verlauf des Spiels sammelst du durch das Töten von Gegnern oder das Zerstören der Umgebung verschiedene Orbs. Die wohl wichtigsten sind die roten Orbs. Sie dienen im Spiel als In-Game-Währung für so gut wie alles. Vor und in der Mitte der jeweiligen Mission kannst du dann Nico zur Hilfe rufen. In rasender Geschwindigkeit fährt sie mit ihrem Bulli dann auf dich zu und hält erst knapp vor deiner Nase.

In ihrem Fahrzeug kannst du als Nero mit deinen roten Orbs dann entweder neue Fähigkeiten freischalten oder aber neue Devil Breaker erwerben. Oder du entscheidest dich für wahlweise mehr Gesundheit oder für goldene Orbs, mit denen du dich in letzter Sekunde wiederbeleben kannst.

Und dann kommt V – und alles wird anders

Hast du die Grundlagen von Nero erst einmal erlernt, wird schon der zweite spielbare Charakter auf den Plan gerufen – V. Er selbst ist zu schwach, um Gegner zu verprügeln, stattdessen hat er einen Pakt mit Dämonen geschlossen – deshalb wohl auch seine schwarzen Haare und die Tattoos, die seinen Körper übersäen. Im Kampf zur Seite stehen ihm der Puma-ähnliche Shadow, der das Schwert von Nero ersetzt, der Raben-ähnliche Griffon, der über Fernattacken verfügt, und der Koloss Nightmare, der nur mit genügend Energie von V gerufen werden kann und nach einer gewissen Zeit wieder verschwindet, zur Seite. Shadow und Griffon haben jeweils eigene Gesundheitsbalken. Sind diese leer, gehen die beiden Charaktere für kurze Zeit K.O.

In Action siehst du V in folgendem Video:

Devil May Cry 5 – Das ist V.

V hält sich derweil im Hintergrund und muss ausweichen, will er den Kampf überstehen. Erst wenn ein Gegner nur noch niedrige Energie aufweist, kann V zum Finisher ansetzten – parallel kannst du die Dämonen schon einmal auf den nächsten Gegner losgehen lassen. Das führt dazu, dass sich das Spiel mit V noch beflügelter anfühlt als mit Nero – und das obwohl sich schon Nero nicht gerade schwerfällig spielt.

V – Kein wandelndes Klischee

Hinzu kommt, dass der spezielle Charakter von V etwas Frisches an sich hat, das man nicht allzu oft in Videospielen geboten bekommt: Mit seinem schlanken, nicht sehr muskulösen Körper ist er optisch das komplette Gegenteil der stürmischen Dämonenjäger Dante und Nero und wirkt fast schon androgyn. Weil sein Körper offenbar zu schwach ist, gebraucht er seinen Stock, den er eigentlich für die Finisher benötigt, ab und an auch als Gehstock, außerdem zitiert er oft Gedichte und wird deshalb von Dämon Griffon hämisch als „Shakespear“ betitelt.

Ein Schwächling ist er aber keinesfalls, vielmehr fungiert er als „das Gehirn“ der Gruppe. Er ist ein kluges Köpfchen, kühl und kalkuliert. V merkt an, wenn ein Gegner zu stark für die Truppe ist und plant all seine Aktionen taktisch. Nicht nur äußerlich, auch von seinem Vorgehen her ist er also das komplette Gegenteil der sonstigen Dämonenjäger, die du spielst. Und gerade deshalb ergänzt er das so hypermaskuline Gespann durch seine neue, ganz andere Männlichkeit.

Wusstest du, dass Devil May Cry ursprünglich eigentlich eine Fortsetzung von Resident Evil werden sollte, dann aber doch zur eigenen Serie wurde? Noch mehr kuriose Gaming-Fakten haben wir im folgenden Artikel für dich: 

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15 Videospiel-Fakten, die du bestimmt noch nicht kanntest.

Devil May Cry 5 in der Vorschau: Ein rundum gelungener Anfang

Während der knapp fünf Stunden, die ich bislang gesehen habe, fällt vor allem auf, wie gut alle Elemente des Spiels harmonieren: Die Musik verändert sich mit zunehmender Action und den verschiedenen Charakteren. Befindest du dich im Kampf, nimmt auch die Intensivität der Musik zu. Während Nero zu treibenden Metalcore-Beats Monster schnetzelt, werden Vs Aktionen mit mal mehr, mal weniger dezenten Gothic-Songs untermalt.

Wer mit Metal, Core und Gothic nichts anfangen kann, dem könnte die musikalische Untermalung auf Dauer vielleicht negativ aufstoßen, meinen persönlichen Geschmack hat das Spiel aber genau getroffen – umso immersiver war der damit erzielte Effekt in meinem Fall. Ob dir der Soundtrack zusagt oder nicht, davon kannst du dich bereits auf Spotify überzeugen:

Hinzu kommt, dass die Gegner-Typen, denen ich in den ersten Kapiteln begegne, jedes Mal neue Kniffe bieten, vor allem die Endbosse fordern von dir ständige Anpassungen deiner Taktik. Es gibt einen weiblichen Endboss, der dich in bester Shoot-‚em-Up-Manier mit Laser-Salven traktiert, ein anderes Mal musst du einen Koloss wie in Shadow of the Colossus zum Fall bringen. Zusammen mit den ständigen Protagonisten-Wechsel bietet Devil May Cry 5 schon in den ersten Stunden unglaublich viel Abwechslung – sollte dies auch in den folgenden Stunden beibehalten werden können, wird mich das Spiel wahrscheinlich bis zur letzten Sekunde fesseln können.

Vor allem will ich aber wissen, wie es mit V weitergeht: Werde ich durch ihn defensive Fähigkeiten, die mich in anderen Spielen ansonsten so oft abschrecken, endlich lieb gewinnen? Wird seine Geschichte im Verlauf des Spiels noch entwirrt oder bleibt er auch weiterhin so mysteriös wie in den ersten Stunden. Und, vor allem, ist er nun auf der Seite von Dante und Nero oder wird er zum Ende hin doch eher Bösewicht? So richtig schlau werde ich aus dem Charakter auch nach knapp fünf Stunden nicht – und das macht V so viel interessanter als die klassischen Helden Dante und Nero.

Ob Devil May Cry 5 wirklich zu dir passt oder du 2019 doch lieber zu einem anderen Spiel greifen solltest, kannst du in unserem Game-o-Mat überprüfen:

Devil May Cry 5 erscheint am 8. März 2019 für den PC, die PlayStation 4 und Xbox One. Schon jetzt kannst du das Spiel vorbestellen. Freust du dich schon auf die Fortsetung der Devil May Cry-Serie? Welcher der drei spielbaren Charaktere hat es dir am meisten angetan? Und wie gefällt dir der Soundtrack zum fünften Teil? Schreibe uns deine Meinung zum Spiel gerne unten in die Kommentare.

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