Die Anfänge der Colin McRae-Reihe schenkten mir unzählige Stunden Spielspaß in der Kindheit. Bis hin zu Colin McRae Rally 04 peitschte ich mit dreckigen Fahrzeugen über den Schotter der Rally-Strecken. Was hat sich ganze 14 Jahre später in der Rally-Simulation getan? Kann mir die DiRT-Reihe auch heute noch genauso viel geben, wie damals? Um dem nachzugehen, durfte ich das im Juni 2017 kommende DiRT 4 in London bereits anspielen.

 

DiRT 4

Facts 
DiRT 4
DiRT 4 in der Vorschau: Zwischen Arcade & Simulation

Die Macher nehmen sich das Grundgerüst des 2015 vorerst nur für PC erschienenen DiRT Rallye, um DiRT 4 zu entwickeln und machen es damit dem allerersten DiRT ähnlich, dessen besten Elemente aus Colin McRae Rally stammten.  Zwar war DiRT Rally bereits ein Überraschungserfolg, doch mit DiRT4 soll die Faszination des Rally-Sports auch der breiteren Masse nähergebracht werden. Ziel ist es, eine authentische Repräsentation von Rally-Motorsport zu bieten, weswegen Codemasters im Zuge der Spieleentwicklung nicht nur den ehemaligen Rally-Champ und zweifachen WRC-Champion Petter Solberg um seine Fachkenntnisse bat, sondern auch Top-Rally-Fahrer Kris Meeke:

„Als ich mit den Leuten in den Codemasters-Studios zusammenarbeitete, saßen wir in Simulatoren, um den Technikern Feedback zu geben, so wie wir das tatsächlich auch in einem Rally-Test machen. Dasselbe Gefühl wollen wir dem Spiel geben.“

Übung macht den Rally-Champ

Und das scheint zu gelingen. DiRT 4 spiegelt ein realistisches Fahrgefühl wider und ist dementsprechend anspruchsvoll, verliert dabei aber trotzdem keine Anfänger, denn – und das ist neu: Zu Beginn sind 4 Schwierigkeitsgrade mit vielen Details einstellbar. So kannst Du etwa von eher weniger Frustration als „Gamer“ bis hin zu echter Simulation als „Fearless“ anpassen, wie weit Dir die Fahrassistenz helfen soll. Mit jedem Schwierigkeitsgrad verdienst Du mehr Geld, um die heißesten Karren und teure Reparaturen zu bezahlen.

Direkt zu Beginn wird DiRT außerdem ein Tutorial spendiert. So werden 21 Anleitungs-Videos präsentiert, die den Einstieg erleichtern sollen, jedoch nicht besonders praxisorientiert sind. Dafür gibt es allerdings die DiRT Academy. An der DiRTFish Rally School in Washington gibt Dir Rally-Spezialistin Jen Horsey nützliche Tipps und hilft Dir auf dem Weg zum Champion. Außerdem kannst Du Deine Skills und Fahrtechniken verbessern. Zur Theorie kommt eine freie Übungszone hinzu, in der Platz zum Testen neuer Vehikel und Einstellungen ist. Darüber hinaus bietet DiRT 4 Dir ein neues Feature namens Your Stage. Damit wollen die Entwickler dafür sorgen, dass Du nicht immer nur die gleichen Strecken fährst, sondern Tageszeit, Wetter, Länge, Kurs und Land angepasst werden und Du so zahlreiche Strecken genießen kannst, verrät mir Senior Executive Producer Clive Moody:

„Zuvor konntest Du auf 6 oder 7 Rennstrecken in 5 oder 6 Ländern fahren. Mit der Zeit gibt es kaum eine Rennstrecke, an dessen Kurven-Grade Du Dich nicht erinnern kannst. Jetzt ist die Menge an Rennstrecken nahezu unbegrenzt.“

Diese erstellten Rennstrecken kannst Du online mit anderen Spielern teilen. Der neue Strecken-Editor, den ich aber auch schon aus Colin McRae Rally 04 kenne, macht natürlich Sinn in einer möglichst realistischen Simulation, meint Rally-Fahrer Kris Meeke:

„Das trifft für mich den Geist von Rally, denn wir müssen uns dem Unbekannten anvertrauen und mit Your Stage müssen DiRT-Spieler das nun auch.“

Your Stage wirkt zwar letztendlich eher wie ein Zufallsgenerator, als ein wirklicher Editor, gibt Dir so aber die Chance, mit einfachen Strecken zu beginnen und mit jeder Variation besser zu werden. Von Übungsstrecken bis zu großen Herausforderungen hast Du so allerlei Freiheiten. Im Karrieremodus erschaffst Du hingegen Deinen eigenen Fahrer, absolvierst alle im Spiel enthaltenen Disziplinen, wirbst um Sponsoren und baust noch dazu ein Team um Dich herum auf. Die Rally-Routen sind hier natürlich behutsam kuratiert und unveränderbar aufgebaut.

Neuheiten im virtuellen Rally-Erlebnis

Mehr als 50 Offroad-Fahrzeuge kannst Du über verschiedenste Strecken jagen. In Australien konnte ich bereits an einem Rally-Event teilnehmen. Hinzu kommen Rally-Strecken in Spanien, Michigan, Schweden und Wales. Nachdem ich im Rennen in Australien gefahren bin, spiele ich den zweiten Modus der Demo – das Landrush-Event. Hier kannst Du im fertigen Spiel mit Buggies, Trucks und Crosskart Fahrzeugen über den trockenen Sand in Kalifornien, Nevada oder Mexiko rutschen. Neu ist der Joyride-Modus, den ich in der Demo allerdings noch nicht spielen konnte. Joyride ermöglicht es Dir, an Zeitrennen, Schrottrennen à la Destruction Derbys und anderen Herausforderungen teilzunehmen. Im fertigen Spiel wird darüber hinaus noch Historic Rally als Spielmodi angeboten. Als offizielles Spiel der FIA World Rallycross Meisterschaft sind zusätzlich Rennen in Montalegre, Lohéac Bretagne, Hell, Holjes & Lydden Hill zu bestreiten.

Saubere Optik in dreckigen Rennen

Egal in welchem Modus – Das Sounddesign ist hervorragend und trägt neben der ordentlichen Grafik ein ganzes Stück zur Atmosphäre bei. DiRT 4 basiert nicht nur auf den Spielmechaniken des starken DiRT Rally und erweitert sie, sondern nutzt auch die selbe Engine, wie Senior Executive Producer Clive Moody mir erklärt:

„Wir nutzen Elemente derselben Engine, wie das Handling und die Fahrphysik, hinzu kommen aber eine ganze Menge neuer Technologien: das neue Lichtmodell, neue Render-Technologien... Dieses Spiel geht visuell nochmal einen großen Schritt nach vorn.“

In der Pre-Alpha-Demo kommt es hier und da noch zum Flimmern, dafür läuft die Bildrate – zumindest auf der von mir gespielten PlayStation 4 – bei 1080p und 60 Bildern pro Sekunde. Eine Optimierung für die PS4 Pro ist geplant, wovon ich mich jedoch noch nicht selbst überzeugen konnte. Überzeugen konnte ich mich hingegen definitiv vom Schadensmodell. Verbeulte Kotflügel, Risse in der Windschutzscheibe, klappernde Motorhauben und die sich ständig öffnende Fahrertür... Neben den offensichtlichen Schäden sollen auch technische Probleme hinzukommen, die von einem Team aus Ingenieuren und Mechanikern während des Rennens in einem begrenzten Zeitraum behoben werden können. Von platten Reifen, Motorschäden und einer defekten Gangschaltung blieb ich beim Anspielevent noch verschont.

Dirt 4 - Ankündigungstrailer

DiRT 4 fühlt sich in den ersten Stunden wie ein toller Mix aus Simulation und Arcade-Racing an. Wenn das rund klingende Konzept funktioniert, bietet DiRT 4 sowohl Anfängern, als auch anspruchsvollen Rennspiel-Fahrern eine wunderbare Plattform zum Austoben. Das beste Fahrgefühl werden sich allerdings die wenigsten ermöglichen können. Mit einem Force Feedback-Rennsitz inklusive einem Force Feedback-Rennsitz nenne ich mich Sandro McRae und vergesse schnell, dass ich eben doch nur in einem Rennspiel stecke. Nichtsdestotrotz sollten sich Rennspiel-Fans den Juni dick im Kalender markieren, um genau die richtige Balance zwischen Anspruch und Spaß zu genießen.

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