Divinity Original Sin 2: Vorschau auf das Rollenspiel-Schwergewicht

Alexander Gehlsdorf 1

Noch in diesem Jahr könnt ihr euch in Divinity: Original Sin 2 wieder in taktische Rundenkämpfe stürzen. Bei einem Besuch von Larian Studios in der GIGA-Redaktion konnten wir uns für zwei Stunden selbst einen Eindruck von der aktuellen Version machen. Und wir sind begeistert.

Zwei Millionen Dollar. Soviel konnte die Kickstarter-Kampagne von Divinity: Original Sin 2 einnehmen und damit ihr ursprünglich angepeiltes Ziel von 500.000 Dollar vervierfachen. Alle Stretch-Goals sind erfüllt, die Fans platzen vor Vorfreude – fehlt nur noch das fertige Spiel. Schon der Vorgänger wurde 2013 durch eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne ins Leben gerufen. Damals reichten bereits 944.000 Dollar um eines der besten taktischen Rollenspiele der letzten Jahre zu entwickeln. Die Erwartungen an Divinity: Original Sin 2 sind dementsprechend hoch.

Divinity: Original Sin 2 - Early-Access-Trailer.

Der Charakter-Editor

Fahrang Namdar, Lead-Designer von Divinity: Original Sin 2 hat uns in der Redaktion besucht um uns die ersten Spielstunden zu präsentieren. Die ersten Neuerungen erwarten uns bereits im Charakter-Editor. Neben den Menschen als spielbare Rasse stehen uns nun auch Elfen, Zwerge, Untote und Echsenmenschen zur Verfügung. Diese Wahl wirkt sich nicht nur auf Optik und einzelne Talente aus, sondern spiegelt sich in jedem einzelnen Dialog wider. Die Rasse ist nämlich nur einer von mehreren „Tags“, die jeder Charakter besitzt. Diese geben Auskunft über Geschlecht, Beruf, Herkunft und weitere Eigenschaften des Charakters und passen sich dem laufenden Spielgeschehen an. Wenn wir etwa rücksichtslos und aggressiv vorgehen, brauchen wir uns nicht darüber zu wundern, schon bald mit dem Tag „Bösewicht“ gekennzeichnet zu werden. In Dialogen kann es dann passieren, dass manche NPCs gar nicht erst mit uns reden möchten.

Weiterhin können wir aus einem von vier Musikinstrumenten wählen. Divinity: Original Sin 2 bietet einen adaptiven Soundtrack, der sich stets dem Spielgeschehen anpasst. Bei besonderen Aktionen wird der Soundtrack mit dem von uns gewählten Instrument untermalt. Diese Technik verspricht, dass sich unser Charakter noch individueller anfühlt. In Aktion erleben konnten wir sie jedoch bisher nicht.

Neuerungen gegenüber dem Vorgänger gibt es auch bei der Spielmechanik, etwa den Attributen: Gewandtheit (Dexterity) und Schnelligkeit (Speed) werden zu Finesse zusammengefasst. Wahrnehmung (Perception) wird zu Verstand (Wits). Das letztgenannte Attribut hilft nicht nur in Dialogen, sondern lässt euch unter anderem auch Fallen frühzeitig erkennen. Gänzlich neu ist das Attribut Erinnerung (Memory). Je höher dieser Wert, desto mehr Fähigkeiten dürfen gleichzeitig genutzt werden. Hochstufige Fähigkeiten benötigen mehr Erinnerungspunkte, dementsprechend wichtig ist der Wert für Spieler, die gerne mit Mischklassen unterwegs sind.

CharacterCreation_5

Wer möchte, kann auch aus einem der vier vorgefertigen Charaktere wählen, die alle eine ausgefeilte Hintergrundgeschichte besitzen. Zur Auswahl stehen der ehemalige Söldner Ifan ben-Mezd, die Mystikerin Lohse, der Echsenmensch „Der rote Prinz“ und die Elfin Sebille. Lohse wird abwechselnd von unterschiedlichen Seelen besessen, wodurch sich ihre Persönlichkeit permanent ändert. Der Echsenprinz wurde aus seinem eigenen Reich verbannt, denn das Echsen-Imperium stellt die etablierte Macht im Fantasy-Reich Rivellon dar. Sebille war, wie die meisten Elfen, eine Sklavin des Echsen-Imperiums und sinnt nun auf Rache. Egal mit wem wir unser Abenteuer beginnen, innerhalb der ersten Spielstunden treffen wir auch auf die anderen Charaktere und können diese in unsere Gruppe aufnehmen. Wie schon im Vorgänger besteht eine komplette Gruppe aus vier Mitgliedern.

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Die ersten Schritte

Wir beginnen unser Abenteuer in der Rolle von Sebille. Statt in einem riesigen Fantasy-Reich finden wir uns jedoch auf einer Gefängnisinsel wieder. Über 1000 Jahre nach den Ereignissen des ersten Teils machen die sogenannten Void-Woken Rivellon unsicher. Diese ernähren sich von Source, der magischen Energie die bereits im Vorgänger im Mittelpunkt der Story war. Um das Reich zu schützen, wurden daher alle Source-affinen Personen auf die Gefängnisinsel Fort Joy verbannt und wie es der Zufall so will, sind wir – sowie alle anderen wählbaren Charaktere – natürlich davon betroffen.

Nach wenigen Schritten treffen wir auf ein Kind und können uns im folgenden Dialog direkt vom Einfluss der Tags überzeugen. Elfen wie Sebille verfügen über das Rassen-Talent Leichenfresser (Corpse Eater), das ihnen erlaubt, die Erinnerungen Verstorbener einzusehen. Echsenmenschen hingegen haben die Fähigkeit, mit bloßen Händen zu graben. Anhand unseres Tags werden wir vom Kind korrekt als Elf erkannt und gefragt, ob wir vorhaben, auch das Kind zu verspeisen. Hätten wir den Dialog mit einem anderen Charakter begonnen, wäre dieser anders verlaufen. Der rote Prinz etwa hätte das Kind als unbeaufsichtigten Sklaven betrachtet und darauf bestanden, sein neuer Besitzer zu werden.

Dialog_002 - Kopie

Eben jenen roten Prinzen treffen wir wenige Minuten später an einem Flussufer. Mit den richtigen Dialog-Optionen schließt er sich unserer Gruppe an, wir hätten aber auch die Möglichkeit ihn zu ignorieren oder gar anzugreifen und zu töten. Divinity: Original Sin 2 kennt keine Sackgassen, es wird stets verschiedene Lösungswege für sämtliche Quests geben. Wenig später etwa treffen wir Lohse vor einer großen Statue. Was wir noch nicht wissen: An der Statue ist ein geheimer Schalter versteckt. Diesen Hinweis könnte uns ein naher NPC geben. Sollten wir diesen jedoch bereits zuvor getötet haben, können wir den Schalter mit einem ausreichen hohen Geist-Wert auch selbst entdecken. Denkbar wäre auch, dass eines der umstehenden Tiere uns von dem Schalter erzählt, sofern wir die Tierfreund-Fähigkeit besitzen, die uns mit diesen kommunizieren lässt.

Divinity-Entwickler Fahrang betont, dass jedes einzelne Gebäude und jedes einzelne Gebiet ein Geheimnis birgt. Wer einmal keins entdeckt, kann sich sicher sein, nicht gründlich genug gesucht zu haben. Auf unserem Weg über die Insel passieren wir einen dichten Busch. Fahrang hält inne und lässt uns den Bildschirm absuchen. Tatsächlich erspähen wir zwischen den Zweigen eine versteckte Kiste. Als wir den Busch weiter untersuchen, entdecken wir außerdem einen Geheimgang, der auf einen bisher unzugänglichen Teil der Insel führt. Explorative Spieler kommen in Divinity: Original Sin 2 auf ihre Kosten und werden wesentlich mehr finden als Spieler, die nur der Hauptquest folgen.

Insgesamt soll es mehr als 16 verschiedene Möglichkeiten geben, von Fort Joy zu entkommen. Danach steht uns der Weg in die übrigen Akte offen. Die Level von Divinity: Original Sin 2 sollen dabei noch umfangreicher als im Vorgänger ausfallen.

Auf der nächsten Seite erfahrt ihr mehr über das Kampfsystem und den Koop-Modus.

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