Doom: Bekenntnisse einer Spiele-Jungfrau

Victor Redman

Wer Videospiele kennt, der kennt auch Doom. Nur an mir ist der brachiale Shooter bisher vorbei gegangen. Zum Release der Switch-Version ändert sich das nun. Das erste Mal Doom -- ein Protokoll.

Es gibt Spielemarken, die wirklich jeder kennt, der schon mal einen Controller in der Hand hatte: Super Mario. Sonic the Hedgehog. Donkey Kong oder auch: Doom. Doch obwohl ich seit den frühen Tagen des NES zocke und auch einer ordentlichen Ballerei nie abgeneigt war, ginge der legendäre Shooter irgendwie völlig an mir vorbei.

Wie das passieren konnte, ist mir immer noch nicht so ganz klar. Auf dem Schulhof war Doom natürlich ebenso Thema wie der neue Terminator-Film und die WWF (die mit den eingeölten Männern, nicht die mit dem Panda). Ich wusste also durchaus, dass es da dieses Spiel namens Doom gab. Aus den Berichten meiner Klassenkameraden wusste ich sogar, dass es ziemlich Bock machte. Und trotzdem schaffte es keine Version des Spiels jemals auf meinen Bildschirm – bis jetzt.

Als Nintendo die neueste Version des Kultspiels überraschend für Switch ankündigte, war klar: Jetzt ist es an der Zeit, meine Doom-Jungfräulichkeit zu verlieren. Kann ja so schwer nicht sein, dachte ich. Oder?

Weitere Bekenntnisse einer Spiele-Jungfrau: Zelda - Breath of the Wild*

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DER DOWNLOAD DAUERT WIE LANGE? Fängt ja schon mal höllisch an (Man merkt, dass ich ein Cartridge-verwöhntes Nintendo Kid war, oder?). Aber gut – ich hab so lange gewartet, da kommt es auf die zweieinhalb Stunden auch nicht mehr an.

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Interessante Schwierigkeits-Settings. Ich fang‘ mal „normal“ an. Kann ja so wild nicht sein.

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Und wieder wacht ein Spieleheld halb nackt auf einem Tisch liegend auf und hat keinen Plan, was eigentlich Phase ist. Das kenn‘ ich doch schon aus Zelda: Breath of the Wild. Haben Spiele-Entwickler alle ’nen Fetisch oder so was?

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AHHH! ZOMBIES! Hallo? Wo ist meine Waffe? Das ist doch’n Shooter? Womit soll ich denn shooten?

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Okay. Ich habe gelernt: Das sind keine Zombies, sondern Dämonen – und ich kann denen recht effektiv die Fresse polieren. Ich hätte trotzdem lieber ’ne Shotgun oder sowas. Ich dachte, das ist’n Shooter?

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Ha! Knarre gefunden! Keine Shotgun, aber immerhin unendlich Munition. Passt. Die Rüstung hat was von Power Rangers. Gefällt mir.

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Diese Dämonen erinnern mich eher an Schießbudenfiguren als an Gegner. Ich will ja nicht meckern, aber ich hatte gehört, Doom sei so mega hart. Merk‘ ich bis jetzt ja nichts von. Anscheinend bin ich der Gamer-Gott. Ich mach‘ mal noch dieses Blutnest hier platt, und dann – OH GOTT, WO KOMMEN DENN DIE GANZEN VIECHER AUF EINMAL HER?!

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Alter, wie viele sind das denn? STERBT! STERBT! STEEERBT!

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Feuer? WTF, seit wann werfen die mit Feuer?!

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Und teleportieren können sie sich auch noch? RENN‘, POWER RANGER! RENN‘, RENN‘, RENN‘!

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Ich bin tot. Das ging fix.

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Okay. Nächter Versuch. Jetzt weiß ich ja, was passiert, wenn ich dieses Blutnest kaputt mache. Diesmal mach‘ ich die Viecher platt. Kein Thema. Hab‘ ja unbegrenzte Munition. Das geht dann schon.

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Okay, okay. Das ging also nicht. Nächstes Mal.

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Oh Gott, ich bin vielleicht der größte Loser der Gaming-Geschichte. Es ist das erste Level! Das erste verdammte Level! Ich frag‘ mich echt, wie erst der „Ultimative Albtraum“ aussehen soll – verpasst der Controller mir dann Stromschläge?

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Geschafft. Endlich. Anscheinend darf ich einfach nie stehen bleiben. Rennen und töten lautet die Devise. Krieg‘ ich hin.

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Moment, Moment, ich bin auf dem Mars? Und… die pumpen hier Höllenenergie ab? Ich dachte, das hätte Uwe Boll sich für diese bescheuerte Verfilmung ausgedacht! War das überhaupt Uwe Boll? Na egal. Aber das ist ernsthaft die Story des Spiels? Das Ganze erinnert mich immer mehr an Power Rangers – nur mit mehr Leichen und Eingeweiden. Ist nicht das Schlechteste.

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Es ist ruhig. Zu ruhig.

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Gerade hat so ein Dämonviech mir den Arm ausgerissen. Und mich damit zu Tode geprügelt. Ich weiß nicht, ob ich fluchen oder feiern soll. Ich glaube, ich mag Doom.

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Ich schieße seit fünf Minuten Dämonenleichen zu Brei und verstehe plötzlich jeden blöd lachenden Teenager auf der Welt. Es spritzt und knirscht so schön. Ich liebe Doom!

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Merke: Wenn du nicht alle paar Schritte von Dämonen angefallen wirst, kommt’s gleich entweder ganz dicke – oder du hast dich verlaufen.

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Ich habe mich verlaufen. Warum muss in dieser Marslandschaft auch alles gleich aussehen? Verdammt. Sterben ist okay, verlaufen nervt. Klingt komisch, ist aber so.

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Hier kriechen irgendwo Dämonen rum. Ich hör‘ die doch. Warum kann ich sie hören und nicht sehen?

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Wo sind die Viecher, verdammt nochmal? Ich! Will! Töten!

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Habe getötet. So beruhigend. Keine Ahnung, wie irgend jemand auf die Idee kommen kann, Ballerspiele würden aggressiv machen. Nichts relaxt mehr als ’ne Runde Dämonen schnetzeln.

8:15
Moment, „8:15“? Ich habe vielleicht die Kontrolle über mein Leben verloren. Aber: Ich habe jetzt eine Kettensäge. Da kann ich doch nicht einfach aufhören.

9:00
Okay, ich verstehe, warum alle die Kettensäge feiern. Geiles Teil. Ich könnte jetzt auch langsam mal ins Bett gehen. Aber: Irgendwo rennt hier noch ein Dämon rum.

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Also: Den letzten Dämon hab‘ ich schon vor ’ner Weile gefunden. Aber: Dann ging plötzlich diese Tür auf, die vorher verrriegelt war. Und da musste ich dann durchgehen. Und jetzt sind da wieder Dämonen.

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Helft mir, ich kann nicht aufhören, Dämonen zu töten!

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Aber vielleicht muss ich das ja auch gar nicht. Oh Gott. I’m doomed. Aber das macht ja nichts.

Ich weiß nicht, warum ich Doom bisher nie gespielt habe. Aber eins weiß ich jetzt: Das war ein Riesenfehler! Selten hab‘ ich in einem Spiel derart harte, ehrliche, kompromisslose Action gesehen und dabei so viel Spaß gehabt. Die Dämonnehorden niederzumetzeln macht einfach Bock, und dank der fair gesetzten Speicherpunkte kommt trotz der langen, schwierigen Schlachten so gut wie nie Frust auf. Damit gehört der Mars jetzt definitiv zu meinen Lieblingszielen für einen kurzen Ausflug aus dem Alltag. Wir sehen uns dort!

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