Dragon Age 4 basiert auf dem Code von Anthem – nur „mit Drachen“

Marina Hänsel 8

Es gibt keine Verschnaufpause für BioWare. Während die englische Spieleseite Polygon über die Arbeitsbedingungen während der KotOR-Entwicklung berichtet – nein, es sieht nicht gut aus – gibt es neue Informationen zu Dragon Age 4. Zusammengefasst: DA 4 soll auf dem Code von Anthem entwickelt werden und EA mag nichts lieber, als Live-Services in Games. Was leider nichts Neues ist.

Wir wissen bereits, dass Dragon 4 Ende 2017 neu aufgesetzt wurde. Jetzt wissen wir aber auch, warum (für alle, die es sich noch nicht denken können): Anthem brannte lichterloh und BioWare sammelt alle verfügbaren Entwickler, um sie in das Projekt zu stecken. Das allein scheint jedoch nur eine der Hürden gewesen zu sein, die Dragon Age 4 bis jetzt durchschreiten musste. Jason Schreier, der zuletzt einen ausführlichen Anthem-Bericht geschrieben hatte, bespricht in seinem neuesten Werk den steinigen Weg von DA 4 – und dessen mögliche Zukunft.

Der erste und bis jetzt letzte Teaser zu Dragon Age 4:

Dragon Age Official Teaser Trailer - 2018 Game Awards.

Eine Zukunft, die – sollte sie eintreten – sicherlich viele Fans der älteren Teile enttäuschen dürfte. Dabei begann die Entwicklung vom vierten Teil des berüchtigsten Franchises doch so vielversprechend: Eine diebische Erzählung von magischen Raubüberfällen im Lande Tevinter; eine Welt, in der du als Spieler noch sehr viel mehr entscheiden solltest, als in den vorherigen Teilen. Ganze Maps, die sich im Zuge deiner Taten oder Untaten wandeln und plötzliche, überraschende Spielenden, die eintreten können, wenn du Fehler begehst. Es wäre so gut gewesen.

Zumindest eben diese Version, die vor dem Umbruch 2017 verfolgt wurde. Wie ein Dragon Age jedoch aussieht, das auf Anthems Code entwickelt wird? Es muss kein Online-only-Spiel werden: Wie Schreier berichtet, sei es vielleicht möglich, auch Singleplayer-Content auf dem Gerüst von Anthem zu basteln, aber was wäre der Vorteil? Die Entscheidung, Anthem als Vorbild für DA 4 zu wählen, würde sich wohl nur lohnen, wenn ein gleichgeartetes Shared World-Prinzip verfolgt wird. Ein Game-as-a-Service-Spiel, das sehr wahrscheinlich mehr Multiplayer ist als Singleplayer.

Und wie wir alle wissen: Electronic Arts liebt Multiplayer. So sehr sogar, dass einige BioWare-Entwickler sich unter EA fühlten, als seien sie Außenseiter – „seltsame Nerds“, die eher eine gute Geschichten in ihren Spielen bevorzugen, als Online-Content, der Spieler über Jahre hinweg fesselt:

EA hat nie jene Absicht verschwiegen, alle eigenen großen Produktionen in ‚Games-as-a Service‘ zu verwandeln, also Spiele, die über Monate und Jahre nach dem Release hinweg gespielt – und monetisiert – werden können.

Sicher ist jedoch noch nichts – auch nicht für jene Entwickler von Dragon Age 4, die über den Titel gesprochen haben. Es scheint, als befindet sich das Spiel noch in einer frühen Phase der Entwicklung, abgesehen davon, dass „Dragon Age-Spiele sich stets mehr (in der Entwicklung) verändern, als andere Spiele.

Überstunden, fehlende Visionen und Umbrüche während der Entwicklung: Es steckt eine traurige Wahrheit hinter Anthem, über die ich auf Grundlage eines Kontaku-Artikels geschrieben habe.

Was ist die Zukunft von Dragon Age 4? Das Spiel soll im Hause BioWare heimlich „Anthem mit Drachen“ genannt werden, aber ob es das tatsächlich wird, kann momentan wahrscheinlich weder von uns noch von denjenigen abgesehen werden, die gerade daran basteln. Während es also Abwarten für uns Fans heißt, hoffe ich zumindest eines: Dass Dragon Age 4 nicht wieder wie Anthem 18 Monate vor erzwungenem Fiskaljahr-Release mit Blut, Schweiß und Überstunden zusammengeklebt und dann auf den Markt geworfen wird. 

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