Dragon Quest Builders im Test: Überraschend anders

Martin Eiser 3

Dragon Quest Builders mutet auf den ersten Blick wie ein weiterer Minecraft-Klon an. Die Entwickler haben sich zwar ein paar der Spielmechaniken zu eigen gemacht, aber ansonsten eine überraschend frische Erfahrung abgeliefert. Alle Details liest Du in meinem Test.

Dragon Quest Builders - 15 Minuten Gameplay.

Als Square Enix im letzten Sommer überraschend Dragon Quest Builders ankündigte, war das Interesse bei mir schon kurz darauf wieder verloschen. Ich habe bereits das Minecraft-Phänomen an mir vorüberziehen lassen, warum also sollte ich jetzt einen Klon des Konzepts spielen? Ziemlich schnell stellte sich aber beim Anspielen heraus, dass Dragon Quest Builders zwar viele Elemente aus Minecraft nutzt, aber die Entwickler am Ende daraus ein ganz anderes Spiel gebaut haben – eins, das unerwartet viel Spaß macht.

Es ist nicht einmal verwerflich, dass sich der Hersteller das Klötzchen-Bau-Spiel vorgeknöpft hat. Minecraft hat sich weltweit mehr als 100 Millionen Mal verkauft. Im Juni veröffentlichte Microsoft aktuelle Zahlen, denen zufolge das Spiel im Monat von über 40 Millionen Menschen gespielt wird. Viele andere Entwickler probieren seither ja auch, sich ein Stück vom Kuchen zu sichern – wirklich erfolgreich war aber nur Terraria. Und vielleicht war das auch genau der Grund, warum die Japaner keinen Klon abliefern wollten, sondern etwas Neues probieren.

Dragon Quest Builders ist im Herzen ein Rollenspiel und Du spielst eine Geschichte von Anfang bis Ende. Passend zum Jubiläum der traditionsreichen Serie erzählt das Spiel eine alternative Version des ersten Dragon-Quest-Spiels, wonach das Königreich Alefgard von der Dunkelheit heimgesucht wurde und nur durch die Macht der Vorstellungskraft gerettet werden kann. Die Welt selbst ist nämlich in dem Stil gehalten, den Du von Minecraft kennst und kann ebenfalls kreativ bearbeitet werden. Fast alles besteht aus Klötzchen und Du hast als „legendärer Erbauer“ die Kraft, diese Blöcke einzusammeln, an anderer Stelle zu platzieren oder etwas ganz Neues daraus zu erschaffen.

Dragon Quest Builders: Einsteiger-Tipps fürs Bauen, Sammeln und mehr

Das Spiel kokettiert mit seinen Minecraft-Wurzeln, doch glücklicherweise wirkt das nicht albern. Schließlich imitiert Dragon Quest Builders auch nicht den Mega-Erfolg, sondern steht ganz klar auf einen Füßen. Für den Wiederaufbau des Landes musst Du die zerstörten Siedlungen neu errichten und gegen Monster verteidigen. Dabei folgt alles einem kaum merklichen roten Faden, in dem nach und nach weitere Bewohner zurückkehren. Mit ihrem Auftauchen gibt es frische Aufträge für Dich, die parallel Features freischalten und die Story vorantreiben.

Obwohl Du eigentlich immer an der Hand genommen wirst, gibt es da trotzdem dieses ganz klassische Sandkasten-Gefühl, das Dir alle Freiheiten zu lassen scheint – und das ist doch eher untypisch für ein japanisches Rollenspiel. In der Einführung muss Dir Dragon Quest Builders natürlich noch ein bisschen mehr erklären, aber über diese Hilfe wirst Du auch dankbar sein. Schon bald hast Du dann ein starkes Schwert, eine hübsche Rüstung und genug Übung, um auch in den zwar simplen und trotzdem etwas fummeligen Kämpfen zu bestehen. Außerdem steigt mit gesammelten Erfahrungspunkten auch dein Level, so wie es sich für ein Rollenspiel gehört.

Dragon Quest Builders: Das steckt in dem Online-Modus Terra Incognita

Jedes der vier Kapitel ist in sich abgeschlossen und behandelt ein eigenes Thema. Und auch wenn es nicht so klingt, so ist Dragon Quest Builders dennoch ziemlich umfangreich. Nachdem Du alle Spielmechaniken gelernt und das Land befreit hast, kannst Du noch Zeit im Endlosspiel versenken und kommst so auf gut und gerne 50 Stunden Spielzeit – wenn nicht sogar noch deutlich mehr. Was dem Spiel noch fehlt, ist ein echter Mehrspielermodus. Über „Terra Incognita“ kannst Du zwar frei bauen und deine Kreationen zumindest mit anderen teilen, aber ansonsten ist das Spiel eine reine Solo-Erfahrung. Dafür ist es darin allerdings ziemlich gut. Ein möglicher Nachfolger nimmt sich dann hoffentlich auch einem ordentlichen Mehrspielermodus an.

Zu den großen Stärken gehört, dass Dragon Quest Builders bei all seinen Möglichkeiten überschaubar bleibt, Dich immer etwas an die Hand nimmt und es Dir trotzdem nicht zu einfach macht. Du baust keine riesigen Orte nach oder musst gar Deine ganze Freizeit in dieses Spiel investieren. Es gibt wirklich schöne Dinge in Minecraft, aber Dragon Quest Builders ist in dieser Hinsicht viel zugänglicher, weil es Deinem Handeln zunächst eine Bedeutung gibt und Dich Schritt für Schritt heranführt. Und noch dazu ist es hübsch verpackt mit einer tollen Geschichte.

Den Entwicklern ist mit Dragon Quest Builders ein interessantes Kunststück gelungen. Das farbenfrohe und wunderschöne Rollenspiel ist nicht nur für jene interessant, die von Minecraft begeistert sind. Ich habe bisher einen großen Bogen um das Spiel gemacht – auch weil mir das Spielziel nicht ersichtlich und die Präsentation etwas zu altbacken war. Mit einer Fülle an Inhalten und spaßigen Spielmechaniken ist Dragon Quest Builders eine großartige Interpretation des bekannten Konzepts gelungen.

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