Mortal Kombat X wurde drei Monate nach seinem ursprünglichen Release von der BPJM als nicht indizierungswürdig eingestuft, hat von der USK eine Freigabe ab 18 bekommen und darf nun ohne Einschränkungen hierzulande verkauft werden. Das warf viele Fragen über die Vorgehensweise der USK, BPJM und dem deutschen Jugendschutz im allgemeinen auf. Warum wurde Mortal Kombat X jetzt doch freigegeben? Warum bleiben Spiele wie Dying Light indiziert? Wir hoffen, dass euch der Artikel und das Video etwas Licht ins Dunkel des Freigabe-Dschungels bringen!

Dying-Light-Release in Deutschland: Erstmal Druck ablassen.

Dying Light ist nicht nur einer der am heißesten erwarteten Titel des neuen Videospieljahres 2015, mehr und mehr verdichten sich die Hinweise darauf, dass uns ein wirklich rundes Gameplay erwartet. Zombie-Apokalypse mit Parkour-Elementen, eine frei erkundbare Spielwelt und die nackte Angst ums Überleben in bestechender Grafik – Hell Yeah!

Nun, nicht ganz. Hell fast yeah, quasi. Für uns hierzulande in Deutschland stirbt für Dying Light wohl langsam der letzte Schimmer der Hoffnung. Da das Spiel noch immer keine Kennzeichnung von der USK bekommen hat, kann man mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass der Publisher von einer Veröffentlichung absehen wird. Dementsprechend wird es nicht lange dauern, bis ein eifriger Berufener seiner Pflicht als Schutzengel der Unmündigen nachkommt und bei der Bundesprüfstelle für Jugendgefährdende Medien, kurz BPJM, einen Indizierungsantrag stellt.

Es ist ein altes Lied. Der ewig währende Kampf der Jugend gegen ihre eigenen Beschützer. Oh, und natürlich auch aller erwachsenen Spieler gegen die Beschützer. Dabei meint man es doch eigentlich nur gut mit uns: In Deutschland regelt die USK, Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, die Alterskennzeichnung für Videospiele. Ihre Tätigkeit ist durch das Gesetz legitimiert, ihre Entscheidungen sind rechtskräftig. Bekommt ein Spiel eine Kennzeichnung durch die USK, darf es im Handel nur an Personen mit entsprechendem Mindestalter verkauft werden. Soweit eigentlich alles cool. Gleichzeitig – und das ist seit der Novellierung des Jugendschutzgesetzes im Jahr 2003 so – ist es somit aber auch vor einer Indizierung geschützt.