Enter the Gungeon im Test: Schießen! Springen! Schießen! Springen! Sterben!

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Und noch ein Titel im Pixel-Look schafft es in die Online-Stores. Nach einigen Stunden mit Enter the Gungeon wird allerdings schnell klar, dass sich hinter der putzigen Retro-Fassade noch weit mehr verbirgt: ein knallharter, detailverliebter Shooter!

Enter the Gungeon - Launch Trailer.

Wenn ihr auf actiongeladene Spiele steht, die euch mitten ins Getümmel werfen und euch das Gefühl geben, unbesiegbar zu sein… dann ist Enter the Gungeon vielleicht nicht für euch gemacht und ihr solltet diesen Tab lieber schließen, die Konsole anschmeißen und zur gewohnten Routine zurückkehren.

Und damit „Hallo ihr, die ihr sackschwere Spiele mögt!“

Tatsächlich habe ich mich nach Hotline Miami und The Binding of Isaac lange nicht mehr so über ein Spiel aufgeregt wie jetzt über Enter the Gungeon. Die erwähnten Titel standen zwar ohne Zweifel Inspiration für das Game, doch weiß der Roguelike-Shooter von Dodge Roll dem Wahnsinn beider Spiele mit einem Schwierigkeitsgrad aus der Hölle locker die Stirn zu bieten. Ich gehe sogar weiter und behaupte, dass Enter the Gungeon ein gemeiner Hund ist, der selbst Zocker, die sich am Trial-And-Error-Konzept aufgeilen, an ihre Grenzen treibt.

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Das hier ist nur der Anfang

Dabei fängt der pixelgewordene Höllentrip relativ harmlos an. Nach einem schicken, an The Legend of Zelda erinnernden Prolog über die nebensächliche Handlung, erwartet euch zunächst ein Tutorial-Level, in dem ihr die Grundlagen von Enter the Gungeon verinnerlichen sollt. Um in den zufallsgenerierten Dungeons zu überleben, müsst ihr nämlich drei Dinge wie im Schlaf können: Schießen, springen und nachladen! Und wenn ich euch einen Rat geben darf, dann den, dass ihr das am besten so lange übt, bis ihr es gleichzeitig könnt – denn Enter the Gungeon bestraft euch für das kleinste Anzeichen von Schwäche.

Als spielbare Charaktere stehen ein Pilot, ein Master-Chief-Verschnitt, eine Strafgefangene und eine Jägerin zur Wahl. Hier konfrontiert euch das Spiel bereits mit der wichtigsten Frage, denn auch wenn ihr euch im Laufe der Zeit ein beachtliches Waffenarsenal zusammenstellen könnt, braucht es eine gute Startausrüstung, die sich an euren Spielstil anpasst. Als Jägerin stehen mir beispielsweise ein Revolver und ein Bogen zur Verfügung, und mein vierbeiniger Begleiter spürt selten (aber häufig genug) Gratis-Items auf. Gerade noch so viel Komfort, dass ich mich traue, gegen die zahlreichen Monster anzutreten.

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Reflexe sind alles

Ihr erinnert euch noch an meinen Ratschlag von vorhin? Gut, denn jetzt heißt es: Waffe zücken und mit vollem Einsatz gegen mordlustige Gestalten antreten, die euch die Salven um die Ohren fliegen lassen! Euch erwarten Gegner mit unterschiedlichen Angriffsmustern, die einzeln schon durchaus herausfordernd sind, aber erst in der Gruppe alles von euch abverlangen.

Ein Schuss von vorne, acht von hinten, und VERDAMMT - da in der Ecke hat sich noch einer versteckt!

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Optisch erinnern diese Schießereien an japanische Shoot ‚Em Ups. Besonders die Bosskämpfe lassen euch regelrecht tanzen, geben euch aber gerade noch so viel Spielraum, dass ihr bei Versagen nur euch selbst die Schuld zuschreiben könnt.

Und so muss das auch. Eigentlich. Wäre da nicht die Tatsache, dass ihr nach jedem Tod von vorne beginnen müsst – ganz egal, wie weit ihr gekommen seid. Ich war echt stolz, als ich nach dreißig Versuchen endlich meinen ersten Boss erlegt hatte; aber ein Speicherpunkt nach Abschluss einer Etage wäre doch ein menschlicher Zug von den Entwicklern gewesen.

In Enter the Gungeon müsst ihr buchstäblich tausend Tode sterben, bevor ihr den Triumph kosten dürft. Ein Grund, warum mich das Spiel echt aggressiv macht; aber wisst ihr was? Irgendwie find ich das ganz geil. Nach genug Übung habt ihr den Dreh raus und könnt auf die Bewegungsmuster der Gegner reagieren; nur bis dahin ist es halt ein langer und steiniger Weg. (Zum Leidwesen des Controllers…)

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Möglicherweise ist es aber auch die Präsentation, die mich immer wieder aus der Verzweiflung lockt. Mir geht der Pixel-Look vieler Indiespiele mittlerweile auf den Zeiger, aber Enter the Gungeon ist nicht einfach nur Pixel um Pixel zu sein, sondern vollgestopft mit liebevollen Details. Jeder Kampf hinterlässt einen Pfad der Verwüstung. Fässer zerbersten in zig Teile, Vasen werden zertreten und Tische lassen sich umwerfen, um sie als Deckung gegen den gegnerischen Mob zu benutzen.

Da drauf kommt dann noch dieser Soundtrack, der genau vermittelt, was Sache ist: Ich bin am Drücker, ihr armseligen Ungeziefer, und dieses Mal besiege ich auch den Letzten von euch!

Mein Test-Fazit zu Enter the Gungeon:

Bei Enter the Gungeon werdet ihr euren Controller gegen die Wand schmeißen. Ihr werdet leiden und euch fragen, warum ihr immer wieder versucht, die Gegner und Bosse zu bekämpfen. Und irgendwann werdet ihr merken, dass ihr das alles für diesen kurzen Moment des Sieges über euch ergehen lasst. Enter the Gungeon macht aber nicht nur wegen des krassen Schwierigkeitsgrads süchtig, sondern bietet nebenbei eine der schönsten Präsentationen, die ich in einem Pixel-Abenteuer erleben durfte.

Enter the Gungeon ist seit dem 05. April 2016 für PlayStation 4, Windows, Mac und Linux erhältlich.

Entwickler: Dodge Roll
Preis: 14,99 €

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Cliff Amador, GIGA-Experte.

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