EVE Online bannt echten Lobbyisten für Korruption im Spiel

Daniel Hartmann

EVE Online ist bekannt für komplexe Unternehmensstrukturen und auch auf politischer Ebene gibt es einige Spieler-betriebene Räte, die auch mit den Entwicklern eng zusammenarbeiten. Einer dieser Räte wurde jetzt durch einen Korruptionsskandal erschüttert.

Bis zu seinem Bann war Brisc Rubal ein Mitglied des „Council of Stellar Managements“, kurz CSM, in welchem sich Spieler für die Bedürfnisse der EVE Online-Community einsetzten und Entwickler CCP Games Feedback zum Spiel geben und über neue Features sprechen. Um diesem Rat beizutreten, müssen Spieler von der Community gewählt werden und bewerben sich um die Posten mit richtigen politischen Kampagnen. Das Video zur Kampagne von Brisc Rubal sah übrigens so aus:

Im echten Leben heißt Brisc Rubal nämlich Brian Schoeneman und ist tatsächlich auf der politischen Bühne der USA als Lobbyist für Seerecht tätig. Diese Fähigkeiten brachten ihn auch in den CSM von EVE Online. Darüber ob sein echter Beruf auch mit den Korruptionsvorwürfen zusammen hängt, kann aber nur spekuliert werden. Böse Zungen würden behaupten, es passe ganz gut ins Bild.

Brisc Rubal wird vorgeworfen, „geheime Informationen mit einem Mitglied seiner Allianz geteilt zu haben, welche später von einem weiteren Mitglied benutzt wurden, um illegale in-game Transaktionen zu betreiben.“ Damit hat er, laut CCP, gegen einen Geheimhaltungsvertrag (NDA) verstoßen. Durch den Verstoß kam es zur Bereicherung in Form einer Währung innerhalb des Spiels. Brisc Rubal wurde daraufhin aus dem CSM und dem Spiel selbst gebannt. Zwei weitere Mitglieder seine Allianz wurden für ein Jahr aus dem Spiel gebannt.

„Für alle die Fragen, ich weiß nicht, warum ich aus EVE gebannt wurde und aus dem CSM entfernt wurde. Ich habe um Klärung gebeten und keine erhalten. Ich lehne jedes Fehlverhalten kategorisch ab und werde versuchen meinen Namen reinzuwaschen und meinen Ruf wieder herzustellen.“ 

Der Beschuldigte selbst weist jegliches Fehlverhalten von sich und bezieht in einem offiziellen Statement auf Reddit weiter Stellung. Dabei beruft er sich auf seine Berufs-Ehre als Anwalt und öffentliche Person innerhalb der Regierung der USA.

Politische Ränkespiele und Täuschungen gehören zum Spiel und machen auch zum Teil den Reiz von EVE Online aus, wie zum Beispiel die Geschichte der Zerstörung der eigentlich unzerstörbaren Kampfstation „Keepstar“ zeigt. Mit dem Verhalten von Brisc Rubal wurde für CCP aber eine Grenze überschritten, welche nicht mehr zur doch manchmal sehr heimtückischen und manipulativen Spielweise von EVE Online passt.

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EVE Online ist definitiv eine Welt für sich und nimmt mit seinen politischen und wirtschaftlichen Strukturen schon Züge einer realen Welt an, sodass sogar Korruption in dieser Welt möglich ist. Verwischen die Grenzen zwischen Spiel und Realität zu stark?

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