EVE Online: Wegen Korruption gebannter Lobbyist ist unschuldig

Daniel Hartmann

Nach einer Untersuchung durch EVE Online-Entwickler CCP Games stellte sich heraus, dass der Spieler Brisc Rubal unschuldig ist. Der Vorfall hatte für Aufsehen gesorgt, da Rubal im echten Leben als ein amerikanischer Lobbyist tätig ist.

Update vom 26. April 2019, 12:17 Uhr: Vor ein paar Wochen wurde Brisc Rubal, ein Mitglied des Council of Stellar Managements (CSM) wegen Korruption in EVE Online gebannt. Er und zwei weitere Spieler sollen Informationen, die unter einem Geheimhaltungsvertrag standen, genutzt haben, um sich innerhalb des Spiels zu bereichern. Die Untersuchung des Entwicklers CCP ergab allerdings, dass alle Spieler unschuldig sind.

CCP entschuldigte sich in einem Statement unter anderem mit folgender Aussage:

„Im Anschluss an unser Statement vom 17. April haben wir unsere Überprüfung der Brisc Rubal-Untersuchung beendet und festgestellt, dass unsere ersten Ergebnisse falsch waren. Weder Brisc Rubal noch einer der anderen in diesen Vorfall verwickelten Spieler haben gegen die Vertraulichkeitsvereinbarung von CCP und die Bedingungen des Geheimhaltungsvertrages verstoßen oder privilegierte Informationen genutzt, um sich im Spiel einen Vorteil zu verschaffen.“ 

Brisc Rubal selbst nahm die Entschuldigung an, verkündetet aber gleichzeitig nicht mehr für den (CSM) zu kandidieren. Einige EVE Online-Spieler sind der Meinung, dass CCP zuerst eine Untersuchung hätte anstreben sollen, bevor sie einen Bann aussprachen. Die Anschuldigungen, die seinerzeit zu dem Bann führten, kamen übrigens von Mitgliedern der EVE Online-Community. Das Streuen von Falschinformationen und Täuschungen sind Teil der Spielkultur und des Rollenspiel-Charakters von EVE Online. Im Grunde wurde CCP also von seinem eigenen Meta-Game hinters Licht geführt. 

Original-News vom 09. April 2019:

EVE Online bannt echten Lobbyisten für Korruption im Spiel

EVE Online ist bekannt für komplexe Unternehmensstrukturen und auch auf politischer Ebene gibt es einige Spieler-betriebene Räte, die auch mit den Entwicklern eng zusammenarbeiten. Einer dieser Räte wurde jetzt durch einen Korruptionsskandal erschüttert.

Bis zu seinem Bann war Brisc Rubal ein Mitglied des „Council of Stellar Managements“, kurz CSM, in welchem sich Spieler für die Bedürfnisse der EVE Online-Community einsetzten und Entwickler CCP Games Feedback zum Spiel geben und über neue Features sprechen. Um diesem Rat beizutreten, müssen Spieler von der Community gewählt werden und bewerben sich um die Posten mit richtigen politischen Kampagnen. Das Video zur Kampagne von Brisc Rubal sah übrigens so aus:

Im echten Leben heißt Brisc Rubal nämlich Brian Schoeneman und ist tatsächlich auf der politischen Bühne der USA als Lobbyist für Seerecht tätig. Diese Fähigkeiten brachten ihn auch in den CSM von EVE Online. Darüber ob sein echter Beruf auch mit den Korruptionsvorwürfen zusammen hängt, kann aber nur spekuliert werden. Böse Zungen würden behaupten, es passe ganz gut ins Bild.

Brisc Rubal wird vorgeworfen, „geheime Informationen mit einem Mitglied seiner Allianz geteilt zu haben, welche später von einem weiteren Mitglied benutzt wurden, um illegale in-game Transaktionen zu betreiben.“ Damit hat er, laut CCP, gegen einen Geheimhaltungsvertrag (NDA) verstoßen. Durch den Verstoß kam es zur Bereicherung in Form einer Währung innerhalb des Spiels. Brisc Rubal wurde daraufhin aus dem CSM und dem Spiel selbst gebannt. Zwei weitere Mitglieder seine Allianz wurden für ein Jahr aus dem Spiel gebannt.

„Für alle die Fragen, ich weiß nicht, warum ich aus EVE gebannt wurde und aus dem CSM entfernt wurde. Ich habe um Klärung gebeten und keine erhalten. Ich lehne jedes Fehlverhalten kategorisch ab und werde versuchen meinen Namen reinzuwaschen und meinen Ruf wieder herzustellen.“ 

Der Beschuldigte selbst weist jegliches Fehlverhalten von sich und bezieht in einem offiziellen Statement auf Reddit weiter Stellung. Dabei beruft er sich auf seine Berufs-Ehre als Anwalt und öffentliche Person innerhalb der Regierung der USA.

Politische Ränkespiele und Täuschungen gehören zum Spiel und machen auch zum Teil den Reiz von EVE Online aus, wie zum Beispiel die Geschichte der Zerstörung der eigentlich unzerstörbaren Kampfstation „Keepstar“ zeigt. Mit dem Verhalten von Brisc Rubal wurde für CCP aber eine Grenze überschritten, welche nicht mehr zur doch manchmal sehr heimtückischen und manipulativen Spielweise von EVE Online passt.

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EVE Online ist definitiv eine Welt für sich und nimmt mit seinen politischen und wirtschaftlichen Strukturen schon Züge einer realen Welt an, sodass sogar Korruption in dieser Welt möglich ist. Verwischen die Grenzen zwischen Spiel und Realität zu stark?

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