Evolve Test: Wie ich lernte, Online-Multiplayer zu lieben

Dominic Stetschnig 18

Monster werden in Kalifornien geboren. Fragt King Kong. Jaws. Oder das verwackelte Ding aus Cloverfield. Die in Lake Forest angesiedelten Turtle Rock Studios haben mit dem heutigen Release von Evolve gleich eine Drillings-Entbindung hinter sich. Die stellte sich jedoch alles andere als schwer raus. Im Gegenteil: Evolve ist das, was man als eingefleischter Videospielredakteur als „bitter notwendigen frischen Wind nach einer langen Periode lauer Lüftchen“ im Online-Multiplayer-Genre bezeichnen kann.

Evolve Test: Wie ich lernte, Online-Multiplayer zu lieben

Evolve Intro Cinematic.

Monster-Alarm auf… na diesem einen Planeten da

Müsste man Evolve nach der Story bewerten, würden wir in diesem Test schnell zu einem Ende kommen. Irgendetwas mit Kolonien auf dem Planeten Shear, irgendetwas mit Monstern, die diese Kolonien angreifen, irgendetwas mit einem Team aus Jägern, die diesen Monstern an den Kragen gehen. Aber darum geht es nicht. Bei Evolve geht es ums Jagen und Gejagtwerden. Hierauf liegt der Fokus des Spiels - und das ist gut so.

4 gegen 1: Fairer wird’s nicht

Die Entwickler schicken die Teams nämlich nach einem eher ungewöhnlichen Konzept in die geschlossenen Arenen: Ein Team, bestehend aus vier Jägern mit unterschiedlichen Attributen, kämpft gegen ein mächtiges Monster. Effektiv zocken also fünf Spieler, vier gegen einen. Ungleichgewicht herrscht dabei jedoch nicht, im Gegenteil: das Monster wird zu Beginn des Kampfes mit bis zu vier verschiedenen Spezial-Attacken ausgerüstet, deren Attribute im Laufe der Partie verbessert werden können. Frisst man die lokale Fauna des Planeten, stärkt man nicht nur seine Panzerung, sondern kann sich peu-a-peu zu einem Stufe-3-Alpha-Getier entwickeln und seine Fähigkeiten maximieren. Kauft man das Spiel auf Disc, hat man Zugriff auf drei Monster: Goliath, Kraken und Geist, wobei Letztere erst im Laufe des Spiels freigeschalten werden müssen. Einerseits ist dies zwar ärgerlich, andererseits dürften die Entwickler Verständnis von der Community ernten, da ein Mangel an Langzeitmotivation die größte Befürchtung des Spiels war. Aber dazu später mehr.

Das Spiel erleichtert einem den Einstieg, indem es den Spieler direkt nach Start als Monster durch ein Offline-Tutorial schickt, in dem man die Basics lernen kann. Im Anschluss hat man die Möglichkeit, dieses ebenfalls noch von Seiten der Jäger zu absolvieren, allerdings nur mit der Assault-Klasse.

Alle anderen Monster- und Jägerarten müssen sich per Probe aufs Exempel angeeignet werden - lediglich kurze Videotutorials erleichtern den Einstieg. Damit man sich aber nicht vor der kompletten Online-Spielerschaft blamieren muss, kann man im Evakuierungs-Modus, einer Art Kampagnenersatz, seine Fähigkeiten schärfen.

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Eine Klaue wäscht die andere

Vorreiter der Jäger-Mannschaft ist der Assault. Seine Rolle ist es, das Monster offensiv anzugreifen. Jedes Mitglied des Jägerteams hat vier Fähigkeiten, im Laufe des Spiels lassen sich für jede Klasse drei verschiedene Charaktere mit unterschiedlicher Ausrüstung freischalten. Der Trapper ist dafür zuständig, das Monster ausfindig zu machen und festzunageln, damit es quasi auf dem Präsentierteller zur Attacke steht. Als Support kann man seine Teammitglieder aus der Distanz unterstützen und ihnen temporäre Schilde verleihen oder per Luftangriff Hilfe anfordern. Last but not Least: der Medic. Seine Aufgabe liegt in Schutz und Heilung des restlichen Teams - ohne ihn sind die Jäger dem Monster schutzlos ausgeliefert. Jede Jägerklasse kann sich mit Hilfe eines Jetpacks flink durch die dicht bewachsenen Arenen navigieren. Die dreidimensionale Fortbewegung in der Horizontalen und Vertikalen geht dabei enorm einfach von der Hand.

Während man die Hunter aus der Ego-Perspektive steuert, wechselt die Kamera beim Monster in die Außenperspektive. Aus der Third-Person lassen sich wichtige Umgebungsdetails erkennen: schreckt ihr einen Schwarm Vögel auf, werden die Jäger alarmiert. Außerdem hinterlasst ihr nicht nur Duft- und Fußspuren, sondern auch Spuren der Zerstörung, solltet ihr euch zu rücksichtslos durch die Flora von Shear bewegen. Deshalb ist es gerade am Anfang einer Mission wichtig, den Kopf möglichst unten zu halten, da ihr den Attacken der Hunter sonst schutzlos ausgeliefert seid.

Das Fehlen einer echten Kampagne ist zwar schade, wird aber durch den Evakuierungs-Modus gut kompensiert. Dieser unterteilt sich in fünf Missionen, die euch sämtliche Spielmodi ausprobieren lassen. Der Clou: Je nach Ausgang des Matches verändert sich die Umgebung in den darauffolgenden Missionen. Habt ihr als Hunter Erfolg, unterstützen euch Geschütztürme in der nächsten Mission, gewinnt das Monster, machen Giftgaswolken den Jägern das Leben schwer.

Evolve Ready or Not Live Action Trailer.

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