Fallout 76 in der Vorschau: Wenn aus Arschlöchern interessante Gameplay-Inhalte werden

Alexander Gehlsdorf

In Fallout 76 ist jeder Charakter den du triffst, ein echter Spieler. Wie genau die Charakterentwicklung in dem Online-Rollenspiel funktionieren soll und wie PvP-Kämpfe ablaufen hat Todd Howard jetzt auf der QuakeCon erklärt. Und wir waren dabei.

Fallout 76 - Being A Better You.

Fallout 76 bricht ein mehr als zwanzig Jahre altes Tabu, denn seit dem ersten Serienteil im Jahr 1997 war Fallout vor allem eins: Eine Einzelspielererfahrung. Fallout 76 überträgt das Spielprinzip in die Weiten des Internets — das bekannte Spielprinzip soll dabei aber dennoch erhalten bleiben.

Extra S.P.E.C.I.A.L.

Todd Howard, Lead-Developer der Elder-Scrolls und Fallout-Reihe, erklärt dass Fallout 76 zu 80 Prozent aus bekannten Elementen bestehen und zu 20 Prozent völlig neue Wege gehen wird.

Ein perfektes Beispiel dafür ist das altbekannte S.P.E.C.I.A.L.-System, das dich Punkte in die Werte Strength, Perception, Endurance, Charisma, Intelligence, Agility und Luck stecken lässt. Soweit so bekannt.

Neu sind dem gegenüber Sammelkarten, mit denen du deine Perks festlegen kannst. Bei jedem Level-Up kannst du diese Perk-Karten deinem Charakter zuweisen und beispielsweise deinen Waffenschaden um zehn Prozent erhöhen.

Das klingt im ersten Moment simpel, wird aber dadurch interessant, dass du alle paar Level zusätzlich ein Booster mit zufälligen Karten erhältst, die deiner Sammlung Perk-Karten hinzufügen, die du noch gar nicht freigeschaltet, geschweige denn in Betracht gezogen hast.

Wer etwa stur seinen Waffenschaden erhöht und plötzlich eine Karte zieht, die es erlaubt mehr Munition in der Spielwelt zu finden, wird möglicherweise damit beginnen, auch Punkte in den bisher ignorierten Luck-Skill zu setzen, um die Karte nutzen zu können.

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9 versteckte Orte, die dir in den Fallout-Spielen bestimmt entgangen sind.

Eine Levelgrenze wird es in Fallout 76 nicht geben, übermächtig wird aber trotzdem kein Charakter. Ab Level 50 erhältst du keine weiteren S.P.E.C.I.A.L.-Punkte, sodass aus deinem Ödland-Wanderer kein Alleskönner wird. Trotzdem kannst du weiterhin die unterschiedlichsten Perk-Karten sammeln und deinen Charakter so in zahlreiche, individuelle Richtungen spezialisieren.

Bethesda will Experimente bewusst ermutigen und Spieler nicht für Entscheidungen bestrafen, die zu Beginn des Abenteuers getroffen wurden. Deshalb wirst du die Skills und Perks deines Charakter frei umverteilen dürfen und auch dein Aussehen, inklusive Geschlecht und Hautfarbe, jederzeit bearbeiten können.

Kneipenschlägerei im Ödland

Als Fallout 76 als Online-Rollenspiel angekündigt wurde, war vor allem eine Sorge im Hinterkopf vieler Spieler: Wie schütze ich mich vor mordlustigen Spielern, die friedlichen Ödland-Bewohnern das Leben schwer machen wollen?

Die überraschende Antwort: Gar nicht. Stattdessen hat Bethesda ein System erfunden, um den mordlustigen Spielverderbern das Leben schwer zu machen.

Wer einen anderen Spieler angreift, teilt zunächst nur wenig Schaden aus. Zu verstehen ist das als eine „Einladung“ zu Kampf. Todd Howard vergleicht das mit einer Bar-Schlägerei. „Der Typ hat mich gerade geohrfeigt, das lass ich nicht auf mir sitzen!“ und schon fliegen die ersten Flaschen.

Sobald sich der angegriffene Spieler auf den Kampf eingelassen hat, teilen beide regulären Schaden aus. Stirbst du in Fallout, so wirst du beim nächstgelegenen Wegpunkt wiederbelebt, all dein gesammelter Schrott, neben den Bottle Caps die wichtigste Währung in Fallout 76, liegt allerdings noch am Ort deines Todes. Ob du diesen einsammelst oder dein Abenteuer woanders fortsetzt, musst du daher nach jedem Tod neu abwägen.

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Die Vaults in Fallout: Brutal, gestört und ganz schön interessant.

Was aber, wenn du keine Lust auf einen Kampf hast, dein Gegenüber aber weiterhin Ohrfeigen verteilt? Zwar teilt er stets nur ein wenig Schaden aus, hält er jedoch lange genug durch kann er einen Spieler dadurch aber trotzdem gegen seinen Willen umbringen.

Der Clou: Der Mord eines Spielers hat keinerlei Vorteile. Es gibt weder Erfahrungspunkte, noch Loot oder Bottle Caps. Stattdessen wird aus dem Spieler ein gesuchter Mörder, der für alle anderen Spieler als roter Stern auf der Weltkarte markiert und mit einem Kopfgeld versehen wird. Wer den Gesetzesbrecher erlegt, darf sich über eine saftige Belohnung freuen — die der Mörder obendrein aus seiner eigenen Tasche bezahlen muss!

Das komplette QuakeCon-Panel kannst du dir hier ansehen:

Wer in Fallout 76 also anderen das Leben schwer machen will, darf das gerne tun, muss aber mit den Konsequenzen leben können und beschert obendrein allen anderen Spielern eine motivierende Kopfgeldjagd. „Wir haben einen Weg gefunden, Arschlöcher in interessante Gameplay-Inhalte zu verwandeln“, erklärt Todd Howard stolz.

Ausprobieren kannst du das alles selbst ab dem 14. November, wenn Fallout 76 für PC, PlayStation 4 und Xbox One erscheint. vorbesteller können allerdings schon einen Monat eher loslegen, denn dann startet die geschlossene Beta des Online-Rollenspiels.

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