Fucking Fails: 10 Gründe, warum Sex in Spielen einfach nicht funktioniert

Tobias Heidemann 33

Komplexe, zwischenmenschliche Beziehungen, lebensechte Darstellung, ergreifende Narrative, poetische Reflektionen und politische Interventionen  – Videospielen muss man heutzutage alles zutrauen. Es ist ein ausgereiftes Medium, dessen ästhetischen Ausdrucksformen ihm die Auseinandersetzung mit jeder Facette des menschlichen Daseins ermöglicht. Fragt sich ernsthaft, warum der Sex dann immer noch so scheiße ist. Ein historischer Erklärungsversuch in zehn Schritten.

Seit meiner ersten Erektion warte ich nun schon darauf, dass mich mein Lieblingsmedium erregt. Doch nichts, nada, niente! In all den Jahren - absolut tote Hose. Noch nie, nicht ein einziges, gottverdammtes Mal ist es einem Spiel gelungen, mich erotisch in irgendeiner Weise anzusprechen. Wie kann das sein?

Wenn ich hier behaupte, dass Spiele bei mir unten rum nicht ankommen, dann bedarf das vielleicht zunächst einer genaueren Erklärung. Wer allerdings befürchtet, ich würde ihn hier mit intimen Details zu meinen sexuellen Vorlieben langweilen, der sei beruhigt. Nur so viel: Ich betrachte meine Libido als nicht überdurchschnittlich anspruchsvoll. Wenngleich Lust und Begehren bei mir vor allem eine Kopfsache sind, habe auch ich mir als Teenager zu beschämend unerotischen Sexfilmchen auf Sat1 einen von der Palme gewedelt. Und das hat immer funktioniert. Eine grundsätzliche Empfänglichkeit für sexuelle Signale aus Videospielen war bei mir also stets gegeben.

Dass es trotzdem nie zu einem Erregungszustand gekommen ist, dürfte demnach kaum meine Schuld gewesen sein. Sex in Spielen funktioniert einfach nicht. Auch wenn seine Darstellung und Ästhetisierung im Laufe der Spielegeschichte wahrlich mannigfaltige Formen angenommen hat und wirklich nichts unversucht gelassen wurde, kann digital inszenierte Sexualität als die wohl größte Schwachstelle des Mediums bezeichnet werden.

Wenn es nach mir geht, muss sich das unbedingt ändern, denn ohne guten Sex fehlt der Spielekultur eine der schönsten, interessantesten und aufregendsten Aspekte des Menschseins. Aber was muss sich ändern? Wie bringt man Sexualität unpeinlich, ehrlich, realistisch oder ansprechend in die Spiele? Nun, zunächst einmal indem man die bisher gemachten Fehler vermeidet. Wer in der Zukunft lesen will, muss erst einmal in der Vergangenheit blättern.

Bilderstrecke starten(6 Bilder)
Die schrecklichsten Verfilmungen: Wie kann man Videospiele nur so beleidigen?

Der Blick zurück in die Geschichte zeigt, warum Sex in Spielen bisher nicht funktioniert hat. Die folgenden zehn Etappen sollen belegen, wie man es nicht macht. Wenn sich in Zukunft ein Entwickler an einer Sex-Szene versucht, sollte er diese zehn Gründe, warum Sex in Spielen nicht funktioniert, also unbedingt im Kopf behalten.

10 Gründe, warum Sex in Spielen einfach nicht funktioniert

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

* Werbung