Far Cry 3 Vorschau und Interview - Tropensturm im Anmarsch

Tobias Heidemann 5

Mal unter uns: Die Ankündigung von Far Cry 3 hat uns ziemlich kaltgelassen. Nur ein weiterer Shooter, der sich artig um die Einhaltung der aktuellen Genre-Gebote bemüht - so lautete unser Ersteindruck nach der E3-Demo im vergangenen Jahr. Seitdem ist eine Menge passiert. Es hat den Anschein, als hätten wir uns in “Far Cry 3“ mächtig getäuscht. Je mehr wir über diese eigensinnige Fortsetzung erfahren, desto interessanter wird sie. Ubisofts Einladung zum ausführlichen Multiplayer-Hands-On im schwedischen Malmö kamen wir deshalb auch mit größtmöglicher Neugier nach.

Far Cry 3 Vorschau und Interview - Tropensturm im Anmarsch
Far Cry 3 - Trailer NEU.

Es braucht nicht viel, um die Grenze zwischen Vernunft und Wahnsinn zu überqueren. Nur einen kleinen Schubser. Du fällst in einen bodenlosen Schlund. Zivilisation und Gesetz werden bedeutungslos. Plötzlich kannst du tun und lassen, was du willst - absolute Freiheit, keine Regeln; es ist das Paradies auf Erden. Für alle anderen ist es ein höllisches Inferno und genau in dieses will uns Ubisoft Montreal mit schicken.

In der Rolle von Tourist Jason Brody sollen wir im September eine Robisonade in die Raserei antreten. Das Reiseziel ist auf keiner Karte verzeichnet und wird von einem Wahnsinnigen namens Vaas regiert. An ihm muss Jason vorbei, wenn er seine Freunde retten und die Insel lebend verlassen will.

Fliehen und Freunde retten - die Handlung von “Far Cry 3“ klingt recht überschaubar. Doch der Shooter will mit einer psychologisierten Inszenierung und vielen kleinen Überraschungen mehr aus seiner schlichten Story holen. Das scheint nach allem, was wir erfahren konnten, auch bestens zu funktionieren.

Das Eiland wirkt mit seinem brutalen Chaos aus Wahnsinn und Faustrecht richtig gefährlich und wird von Ubisoft Montreal effektiv in Szene gesetzt. Die Entwickler werfen mit der kollektiven Geisteskrankheit der Inselbewohner ungewöhnliche Schatten auf die Postkartenidylle. “Far Cry 3“ tanzt damit angenehm aus seiner Reihe und beschreitet in puncto Narration unausgetretene Pfade. Auf der anderen Seite geht der Ausflug ins Dschungelcamp auch mit der Atmosphäre klassischer Actionstreifen schwanger. Tourist Jason mag zwar nicht ganz so hart sein wie s John Mcclain, aber auch er ist der falsche Mann am falschen Ort. Jason muss in einer Extremsituation über sich hinauswachsen, sein Handeln ist immer auch ein Akt der Verzweiflung. Wir finden, das sind beste Voraussetzungen für eine außergewöhnliche und packende Singleplayer-Kampagne.


Doch wegen der sind wir heute nicht hier. Wir sind nach Malmö gefahren, um uns den bisher geheimen Multiplayer-Part von “Far Cry 3“ vorstellen zu lassen und ihn dann selbst ausführlich zu spielen. Der Mehrspieler-Bereich wird übrigens nicht von Ubisoft Montreal entwickelt, sondern von Massive Entertainment. Wer die bisherige Arbeit des Studios bereits kennt, wird überrschascht sein. Mit “Ground Control“ und “World in Conflict“ hat sich Massive nämlich ausschließlich im Echtzeit-Strategie-Genre verdient gemacht (sieht man mal von einem kürzlich erschienen DLC für “Assassin’s Creed: Revelations“ ab).

Als Shooter-Experten lassen sich die schwedische Entwickler also nicht gerade beschreiben. Im Interview konfrontiere ich den Lead Game Designer Magnus “Soundboy“ Jansén mit der fehlenden Genre-Erfahrung seines Studios. Der nimmt es gelassen und verweist auf die wertvollen Erfahrungen, die sein Team mit “World in Conflict“ sammeln konnte.

FAR CRY 3 - INTERVIEW.

Nach mehreren Stunden im Multiplayer-Modus von “Far Cry 3“ wissen wir: Jansén Souveräntät kommt nicht von ungefähr. Massiv scheint den neuen Herausforderungen mehr als gewachsen zu sein. Die Mehrspieler-Partien machen schon jetzt mächtig Laune und dürften nicht nur die Fans der Reihe positiv überraschen.

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