Fez: Entwickler verlässt Industrie nach Veröffentlichung privater Daten

Robin Schweiger

„Social Justice Warriors“, das sind nach Meinung einiger Gaming-Fans die schlimmsten Menschen auf Erden. Menschen, die sich für die Gleichberechtigung von Spiele-Entwicklern einsetzen und soziale Ungerechtigkeiten zum Thema machen, zerstören die Spieleindustrie, so ihre Überzeugung. Der Feldzug gegen die sogenannten „SWJ“ forderte mit Phil Fish, Entwickler von „Fez“, nun ein weiteres Opfer.

Fez: Entwickler verlässt Industrie nach Veröffentlichung privater Daten

Phil Fish ist kein Kind von Traurigkeit, das ist uns allen klar. Seine Twitter-Hasstiraden, in denen er auch vor seinen eigenen Fans nicht Halt nimmt, sind in der Industrie legendär.

In den letzten Tagen unterstütze Fish sehr öffentlichkeitswirksam die befreundete Indie-Entwicklerin Zoe Quinn, die sich seit einiger Zeit Bedrohungen und Beleidigungen ausgesetzt sieht. Grund genug für einige „Gamer“ eine neue Attacke zu starten.

Im Zuge dessen hackten Unbekannte den Twitter-Account sowie die Homepage von Phil Fishs Firma Polytron und zeigten folgenden Inhalt:

Phil-Fish-1

Unter dem hier selbstverständlich nicht gezeigten Download-Link ließen sich 1,5 Gigabyte persönlicher Daten von Phil Fish herunterladen. Darunter seine Bank-Informationen, Adressen, Passwörter, Finanzen…im Grunde sein gesamtes Leben. Weil eine Reihe von Möchtegern-Helden die Spieleindustrie vor „feministischen SJW-Tendenzen“ retten möchten. Und wenn sie dafür ein Leben zerstören müssen? Dann ist das halt so.

Aufgrund seiner kontroversen und streitsamen Art sah sich Fish schon immer eine immensen Menge von Angriffen ausgesetzt - nun scheint jedoch eine neue Dimension erreicht worden zu sein. Nachdem Fish aufgrund genau dieser Angriffe bereits die Entwicklung von „Fez 2“ abbrach, zieht er nun endgültigere Konsequenzen: Bevor er seinen privaten Twitter-Account löschte, gab er bekannt, „Fez“ und Polytron  verkaufen zu wollen und fügte in mehreren Tweets folgende Nachricht hinzu:

„Das sind Videospiele. Das ist, was ich bekomme. Das ist nicht akzeptabel. Das ist nicht OK. Terrorist. Niemals wieder, versteht ihr mich? Niemals wieder. Das sind Videospiele. Das ist euer Publikum. An jeden aufstrebenden Spiele-Entwickler: Tut es nicht. Gebt auf. Das ist es nicht wert. Nichts ist das wert. Gebt eure Träume auf, sie sind in Wahrheit Albträume. LAUFT WEG.“

Indie-Entwickler Olly Moss fasste es wohl am besten zusammen:

Die erste Version dieses News-Beitrags ließ einige Hintergrund-Details missen und zeichnete deshalb ein falsches Bild von Phil Fishs Rückzug aus der Industrie. Wir haben den Artikel dementsprechend überarbeitet.

Update: Da Zoe Quinn auch in unserer Kommentar-Sektion von anonymen Nutzern mit Wegwerf-E-Mail-Adressen aufs Übelste beschimpft wurde und am Wochenende keine 48-stündige Dauerkontrolle der Kommentare garantiert werden kann, wurde die Kommentar-Funktion für diesen Artikel deaktiviert.

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