FIFA 17: Russische Politiker wegen „homosexueller Propaganda“ erzürnt

Marco Schabel 4

Homosexualität ist in Russland seit knapp drei Jahren gesetzlich verboten. In FIFA 17 wurde jetzt allerdings für Toleranz geworben. Aus diesem Grund gehen Politiker des Landes derzeit auf die Barrikaden.

FIFA 17 im Test.

„Unzucht“ bezeichnet abfällig sexuelle Neigungen und Praktiken, die in gewisser Ansicht nicht natürlich seien. Dazu gehören Sodomie, Pädophilie oder Nekrophilie, in manchen Teilen der Erde aber auch noch immer Homo- und Transsexualität. Während die meisten westlichen Länder die gleichgeschlechtliche Liebe längst legalisiert haben, sind Vorurteile, Diskriminierung und Intoleranz auch in aufgeklärten Ländern leider weiter an der Tagesordnung. Außerdem gilt Homosexualität zum Beispiel in Russland seit 2013 als illegal. Genau dort sind Politiker jetzt in Rage, weil die Fußballsimulation FIFA 17 angeblich „homosexuelle Propaganda“ leiste.

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Hintergrund ist eine LGBT-freundliche (LGBT steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transsexuelle) Initiative in der englischen Premier League, die auch in FIFA 17 übernommen wurde. Die Initiative mit dem Namen „Rainbow Laces“ dauerte im vergangenen Monat ein Wochenende an und gestaltete sich so, dass die Spieler regenbogenfarbene Schnüre an ihren Fußballschuhen trugen, um für mehr Toleranz zu werben. Da auch EA zu den größten Unterstützern der LGBT-Bewegung zählt, haben sie die Aktion in FIFA 17 übernommen und komplett regenbogenfarbene Ausrüstung für die Teams geboten – auch in Russland. Dort wird dies nun von Politikern des Kreml als Verstoß gegen das „Verbot homosexueller Propaganda“ gewertet, einem Gesetz, das die Propaganda „nicht-traditioneller sexueller Beziehungen“ verbietet, die Kindern zugänglich gemacht wird.

Da FIFA 17 von Spielern aller Altersklassen – und somit auch Kindern – gespielt werden kann, fordern die Politiker nun Konsequenzen. „Jeder Staat hat seine Gesetze und seine Ordnung, die befolgt werden müssen“, sagt dazu die ehemalige Olympionikin und Gold-Gewinnerin Irina Rodnina, die aktuell Abgeordnete der russischen Staatsduma für die Regierungspartei ist. So solle EA entweder Änderungen am Programmcode von FIFA 17 oder der Altersfreigabe des Spiels vornehmen. Eine Stellungnahme des Publishers gibt es dazu noch nicht.

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Quelle: Kotaku

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