FIFA 17 vs. PES 17: Sieg in der Verlängerung

Lukas Flad 2

4. Taktik, Tricks und Jubel

Nicht jeder mag ein Taktikfuchs sein und in stundenlanger Kleinstarbeit über die optimale Aufstellung und Strategie brüten. Diejenigen, die aber genau das schätzen und taktischen Tiefgang auch in einer Fußballsimulation nicht vermissen wollen, sollten zu Pro Evolution Soccer 17 greifen. Neben der Tatsache, dass man die Pfeiltasten mit jeweils zwei Offensiv- sowie Defensiv-Strategien belegen kann, um während des Spiels schnell zwischen denen hin- und herzuschalten, motiviert das Tüfteln auch noch. Jede noch so kleine Änderung sorgt für ein neues Spielerlebnis.

Auch was das Dribbeln und den (hoffentlich) anschließenden Torjubel angeht, scheint PES irgendwie runder zu laufen.

Zwar hat FIFA ebenfalls zahlreiche Möglichkeiten, einen Triumph zu feiern, aber die Inszenierung des Feierns ist PES 17 dieses Jahr tatsächlich besser gelungen als dem Konkurrenten aus dem Hause EA. Die Jubelanimationen in FIFA sehen zwar immer noch flüssig aus, aber manchmal kommt dann eben doch eine abgehackte Bewegung zum Vorschein. Und auch die Tricks mit dem Ball sind bei Pro Evolution Soccer ausgereifter, da der Ball nicht so sehr am Fuß klebt wie bei FIFA und somit auch mal wegspringt – das sorgt für Realismus.

Sieger: PES 17

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5. KI

Gegentore mag niemand. Genauso wenig wie man eine gegnerische Abwehrkette mag, durch die einfach hindurch spaziert werden kann. Daher kann die Qualität der KI entscheidend sein, wenn es darum geht, den allgemeinen Spielspaß zu bewerten. In diesem Jahr heißt es Active Intelligence (FIFA 17) gegen Adaptive KI (PES 17). Beide Systeme verfolgen dabei unterschiedliche Ansätze.

FIFA versucht die virtuellen Teamkollegen zu stärken. Mit der neuen Technik sollen sich diese nun besser ohne Ball über den Rasen bewegen und offene Räume suchen, um dann vorzustoßen. Das daraus entstehende Kombinationsspiel kann sich sehen lassen und funktioniert tatsächlich sehr gut. Nur die gegnerische Defensive wirkt dann manchmal eben doch etwas überfordert. Das passiert etwa dann, wenn ich einen präzisen Steilpass direkt in den Strafraum spiele und sich kein Verteidiger verantwortlich fühlt.

Im Gegensatz zum Kontrahenten will Konami auf die Gegenspieler setzten. Das Wort adaptiv steht dabei nicht umsonst im Namen, immerhin stellt sich die gegnerische Abwehrreihe ziemlich gut auf Dich ein. Dringst Du beispielsweise zweimal über die Flügel in den Strafraum ein und erzielst Tore, dann wird das sicher nicht noch ein drittes Mal passieren, da die KI diesen Weg dann sehr effizient abblockt. Auch sollte sich jeder lieber zweimal überlegen, welcher Spieler konstant mit Pässen gefüttert wird, denn der wird ganz schnell von zwei Gegenspieler in Beschlag genommen. Das, und die ohnehin schon gute Mitspieler-KI, sorgen dafür, dass PES hier den allgemein besseren Eindruck macht. Du musst Dir auf den höheren Schwierigkeitsgraden nahezu jedes mal eine neue Methode für den Angriff ausdenken. Das motiviert und macht Spaß.

Sieger: PES 17

6. Spielgefühl

Mit Spielgefühl ist gemeint, wie die Steuerung im Zusammenspiel mit dem visuellen Feedback auf dem Bildschirm funktioniert: Fühlen sich die Pässe auch so an, wie sie dargestellt werden? Wie flüssig sind die Animationen? Ist bei den Torschüssen auch ein gewisser Druck dahinter?

In meinem Test zu Pro Evolution Soccer 17 beschrieb ich die Spielmechaniken der Fußballsimulation als geschmeidig. Man muss es einfach selbst erleben: Die Bälle fliegen präzise über den Rasen, bei jedem Schuss ist der angespannte Fuß des Spielers zu spüren und der reine Ballkontakt ist ebenfalls authentisch. Es ist immer schwer das Gefühl zu beschreiben, welches man beim reinen Spielen eines Spiels hat. Ähnlich wie bei der Steuerung rate ich Dir deshalb beide Spiele zu testen, wenn Du nicht sicher bist. Es kann nämlich durchaus sein, dass das Spielgefühl bei PES 17 äußerst ungewohnt für den ein oder anderen ist. Dennoch wirkt es allgemein nicht so steif wie bei FIFA, das zwar ebenfalls flüssige Bewegungen über den Platz erlaubt, aber das Vibrationsfeedback nicht ganz so gekonnt mit den Animationen paart wie PES.

Ein weiterer Punkt, der nicht zu unterschätzen ist, ist der Spielfluss. Beide Fußballsimulationen setzten auf einen langsameren Spielaufbau als in den Vorgängern – PES 17 schaltet hier sogar sehr deutlich einige Gänge zurück. Das begünstigt ruhige Spielzüge und keine hektischen Torschüsse im Strafraum. Auch hier hat Konamis Fußballspiel die besseren Karten, da der Entwickler es schafft, den Wechsel zwischen ruhigem Aufbau und explosiven Kontern spürbar darzustellen; bei FIFA ist dieser Übergang nicht ganz so gut.

Sieger: PES 17

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