FIFA 17 vs. PES 17: Sieg in der Verlängerung

Lukas Flad 2

7. Realismus

Eine Fußballsimulation sorgt für Realismus, wenn sie es schafft, dass ich das Gefühl habe, im Stadion zu sitzen und meiner Lieblingsmannschaft zuzuschauen. Aber es gehört noch mehr dazu als eine tolle Stadionatmosphäre mit beeindruckender Soundkulisse und offiziellen Lizenzen.

Realismus heißt auch, dass sich das Spiel auf dem Grün nach richtigem Fußball anfühlt. FIFA 17 hat dieses Jahr das Passspiel auf Vordermann bringen lassen. Das ist auch gut so, denn in den vorherigen Ablegern der Serie fühlte sich das Hin- und Herschieben der Bälle nicht wuchtig genug an. Auch wurde die bereits angesprochene KI leicht verbessert und das Gameplay wirkt ganz allgemein langsamer und gereifter.

Auf der anderen Seite haben wir aber Pro Evolution Soccer 17. Das Spielgefühl von Konamis Simulation lässt das von FIFA weit hinter sich, muss dafür aber in der allgemeinen Präsentation der Stadien sowie Wettbewerben Abstriche machen. Es ist also ein Kopf-an-Kopf-Rennen, welches keiner der beiden Konkurrenten klar für sich entscheiden kann.

Wenn Realismus für Dich bedeutet, dass Du Dir das Stadion ins Wohnzimmer holst, dann greife zu FIFA 17. Solltest Du allerdings den Realismus auf dem Rasen suchen, dann führt dieses Jahr kein Weg an PES 17 vorbei.

Sieger: Beide

 

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8. Inhalt und Präsentation

Lassen wir mal die ganzen technischen Sachen links liegen und kümmern uns um alles drumherum.

PES 17 bietet dieses Jahr dieselben Modi wie schon letztes Jahr, aber präsentiert sie in einem minimal frischen Gewand. Das ändert aber nichts daran, dass die Menüführung einfach zu umständlich und unübersichtlich ist. Trotzdem macht die Master League, in der ich einen Verein übernehme und als Manager an die Spitze der Liga führe, Spaß. Dieses Jahr wurden unter anderem auch die Transfer-Perioden verbessert und wirken dadurch realistischer.

Auf der anderen Seite haben wir FIFA, das dieses Jahr mit The Journey einen Story-Modus spendiert bekommen hat. Wer meinen Test zu FIFA 17 gelesen hat, weiß aber bereits, dass ich von diesem nicht sonderlich angetan bin. Zu oberflächlich bleibt die Geschichte, welche ja eigentlich einen Kernpunkt von diesem Modus ausmachen sollte. Dennoch motiviert die Kampagne um Nachwuchstalent Alex Hunter, den Du auf seinem Weg an die Spitze der Premier League begleitest.

Der Story-Modus ersetzt dabei übrigens nicht den Trainer- sowie Spieler-Karriere-Modus. Diese sind immer noch in FIFA 17 vorhanden und der Trainer-Modus liefert auch ein paar neue Inhalte. So stellt Dich der Verein jetzt vor bestimmte Aufgaben, zum Beispiel „Spare Spielergehälter“, was nochmals für ein wenig taktischen Tiefgang sorgt.

Wenn es um internationale Wettbewerbe geht, hat Konami mit der Lizenz für die Champions sowie Europa League eine bessere Ausgangssituation, schafft es aber nicht, die Wettbewerbe besser in Szene zu setzen als FIFA mit seinen fiktiven Meisterschaften.

Was die Online-Modi Ultimate Team (FIFA) und MyClub (PES) angeht, haben beide dieses Jahr keine großen Neuerungen erhalten. Die Oberfläche von Ultimate Team wirkt aber weitaus aufgeräumter und übersichtlicher als die von Konami. Letztendlich bleibt es hier ab wieder jedem selbst überlassen, welchen der beiden Online-Modi er bevorzugt.

Auch wenn The Journey nicht der Story-Modus ist, welcher er hätte sein können und FIFA zwei große internationale Wettbewerbe fehlen, schafft es das Spiel dennoch, diese Fehler mit einer insgesamt hübscheren Präsentation und einem tollen Karriere-Modus wieder auszumerzen. Besonders die umständliche Menüführung nervt in PES 17, da sie etwas Einarbeitungszeit voraussetzt.

Sieger: FIFA 17

9. Lizenzen

Der Sieger sollte Kennern des Genres bereits bekannt sein, daher mache ich es kurz: FIFA 17. Allerdings ist es dieses Jahr keine allzu deutliche Führung mehr wie in den letzten Jahren.

Natürlich hat FIFA mehr originalgetreue Ligen und Vereine (dieses Jahr ist erstmals die japanische J1 League mit dabei), aber gleichzeitig fehlen, wie im vorherigen Punkt bereits angesprochen, zwei der größten internationalen Meisterschaften. Auf der anderen Seite hat Konami aber nicht untätig herumgesessen und einen Exklusivvertrag mit dem FC Barcelona unterzeichnet, der eine noch bessere Nachbildung der Vereinsspieler in PES 17 ermöglicht hat sowie das Stadion und die Trikots noch authentischer macht. Des Weiteren sind Mannschaften wie der Liverpool FC, Borussia Dortmund, Arsenal und Atletico Madrid an Bord, aber die konkrete Anzahl an Vereinen lässt sich im Gegensatz zu FIFA schnell runter beten.

Außerdem dürften Fans der Deutschen Bundesliga nicht begeistert davon sein, dass mit Borussia Dortmund, Schalke 04 und Bayer 04 Leverkusen nur drei deutsche Mannschaften spielbar sind.

Was PES für Fußballstrategen interessant macht, ist, dass es mit Gegenpressing und Tiki-Taka zwei Spielstile bekannter Mannschaften in Pro Evolution Soccer 17 geschafft haben, die es erlauben mit dem Liverpool FC, respektive dem FC Barcelona tatsächlich so zu spielen, wie es die Mannschaft eben tut. Außerdem ist die PES-Reihe bekannt dafür, dass man alle Mannschaften im Spiel auch editieren kann. Wer will, kann also fehlende Triktos selber nachbauen und dann ins Spiel importieren.

Am Ende muss dann aber doch das Gesamtbild überzeugen und da hat FIFA, wie jedes Jahr, das schönere.

Sieger: FIFA 17

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