Wie Spiele Menschen verbinden: Die 5 emotionalsten Videospiel-Stories

Sebastian Moitzheim

Manchmal ist gar nicht so wichtig, was wir spielen, sondern vielmehr wann und mit wem. Wir haben 5 Geschichten gesammelt, die zeigen, auf welch unterschiedliche Weise Spiele Menschen verbinden können.

Wie Spiele Menschen verbinden: Die 5 emotionalsten Videospiel-Stories

In diesen Geschichten erinnern Videospiele an geliebte Menschen, lehren Verständnis und Toleranz oder werden die Bühne für ein Duell, das in die Spielegeschichte einging.

Gegen Ende meiner Schulzeit entstand in meinem Freundeskreis eine Tradition: Fast immer, wenn wir einen gemeinsamen Abend verbrachten, haben wir das SNES angeschlossen und Super Mario World von Anfang bis Ende durchgespielt – alle 96 Level-Ausgänge.

Allzu lange dauerte das gar nicht, da wir das Spiel längst auswendig kannten. Nur in den versteckten Levels der Star Road blieben wir immer lange hängen – vor allem im unerträglichen Level Tubular. Ich weiß nicht, ob ich je wieder so viel gelacht habe wie damals, beim Spielen dieses furchtbaren, furchtbaren Levels. Wenn ich heute Super Mario World spiele, ist Tubular mein Lieblings-Level. Ich habe das Level sogar in Super Mario Maker nachgebaut, inklusive eines versteckten Tributs an meine alten Freunde.

Bestimmt hat jeder von euch mindestens eine ähnliche Geschichte, einen ganz persönlichen, von Gameplay und Story unabhängigen Grund, warum ihr ein Spiel zu euren Lieblingen zählt. Videospiele erzählen selbst gute Geschichten, aber kein Spiel kann ohne Spieler existieren. Und die Geschichten, die um ein Spiel herum passieren, sind manchmal noch schöner als die darin. Spiele verbinden uns mit anderen Menschen, werden Projektionsfläche für unsere Emotionen und Gedanken. Diese 5 Beispiele beweisen es:

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Ein geliebter Mensch lebt in Mario Kart weiter

Diese Geschichte kommt von Kotaku-User “Carlsama“: Er/sie war 10 Jahre alt, als sein/ihr Großvater zu Besuch kam und sich interessiert gab, als er seine/n Enkel/in Mario Kart 64 spielen sah. Er probierte das Spiel selbst aus und bei Carlsamas nächstem Besuch präsentierte er seinen eigenen Nintendo 64 mit Mario Kart – und nur mit Mario Kart.

Als Rentner konnte er viel Zeit mit der Konsole verbringen und wurde richtig gut im Spiel: “Als ich 16 oder 17 war, hat er mir in Warios Stadion absichtlich einen Vorsprung gelassen, nur damit er den Blitz bekam und mich in der letzten Runde im Sprung damit treffen konnte.“

wariostadium

Nach seinem Tod ließ Carlsama sich seinen N64 geben: “Gelegentlich fahre ich Rennen gegen einen seiner Geister. Auch nach all den Jahren gewinne ich noch immer nicht gegen ihn.“

Wie ein Spieler mit Sonic Toleranz lernte

Der ein oder andere weiß sicher, dass die Sonic-the-Hedgehog-Reihe trotz der Schwächen einiger Teile, eine loyale, leidenschaftliche Fan-Gemeinde hat. Die Fans kreieren von Sonic inspirierte Kunstwerke, schreiben Fanfiction und stellen Theorien auf. Eine dieser Theorien: Tails, Sonics Fuchs-Freund, ist schwul.

Natürlich stimmen nicht alle Sonic-Fans mit dieser Theorie überein. Einer lehnte sie so vehement ab, dass er gar eine Facebook-Seite dagegen führte: “Tails from ‘Sonic‘ is NOT gay!“ Fünf Jahre lang vertrat er diese Meinung auf seiner Facebook-Seite – doch Anfang letzten Jahres veröffentlichte er einen überraschenden Post: “Mein älterer Bruder hatte gerade sein Coming Out und ich habe die letzte Woche darüber nachgedacht, wie ich über Schwulsein denke. Ich glaube, ich werde diese Seite löschen.“

In einem weiteren Post führte er seine Gedanken weiter aus: Er habe in letzter Zeit viel Sonic Adventure 2 gespielt und dabei etwas festgestellt: Ihm sei egal, ob seine Chaos-Kreaturen, die man im Spiel pflegen muss, gut oder böse seien, er liebe sie alle: “Nur, weil sie etwas geworden sind, was ich nicht bin, muss das nicht heißen, dass ich sie nicht liebe. Ich glaube, dasselbe kann auch für meinen Bruder gelten, oder?“

Nach diesem Post passierte ein Jahr lang nichts auf der Facebook-Seite. Dann, letzten Monat, veröffentlichte der Betreiber ein weiteres Update: Seine Eltern hätten seinen Bruder nach dem Coming Out rausgeworfen. Um seinen Bruder zu unterstützen, sei er mit ihm nach San Francisco gezogen – “Ich glaube, wir haben einen Ort gefunden, den wir Zuhause nennen können.“

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