Viele der Diskussionen rund um Final Fantasy XV beziehen sich vor allem auf die Handlung, die lückenhaft wirkt. Warum das jedoch gewollt sein soll, erklärt Director Hajime Tabata nun in einem Interview.

 

Final Fantasy 15

Facts 
Final Fantasy 15
Final Fantasy XV – Stand Together – Offizieller Live-Action-Trailer

Final Fantasy XV war ganze 10 Jahre lang in Entwicklung. Als das Spiel erschien, hatten viele Final Fantasy-Fans das Gefühl, dass Pläne in dieser langen Zeit ständig über Bord geworfen wurden und das Spiel in eine andere Richtung gelenkt wurde. Denn besonders die zweite Hälfte überrascht Spieler, indem das Spiel von einer offenen Welt in eine lineare Struktur übergeht. Auch mit der Art der Erzählung wurden viele Spieler nicht warm.

In einem Interview in der neuen Game Informer-Ausgabe äußert sich Director Hajima Tabata höchstpersönlich zu den Umständen. Die Änderung von einer Open-World-Umgebung in ein lineares System sei aus Spieldesign-Gründen so beabsichtigt gewesen:

„Die Spieler sollen die Handlung durch die Augen von Noctis erleben. Die Welt und die Events, die Noctis sieht, sind lediglich Dinge, die seine Augen sehen. Wir wollten keine umfassende und perfekt ausgeglichene Geschichte in Final Fantasy 15 erzählen. Stattdessen haben wir wert auf die Hauptcharaktere und darauf gelegt, dass der Spieler und Noctis dieselbe Erfahrung teilen, wenn wir die Geschichte erzählen.

Mit dieser Art der Erzählung sei es laut Tabata nur natürlich gewesen, die Hauptcharaktere in den Vordergrund zu stellen:

Es ist ja nicht so, dass wir die Rolle der Seitencharaktere reduziert hätten. Sich auf viele Charaktere im Spiel zu konzentrieren, bedeutet, dass die den Hauptcharakteren gegebene Zuteilung abnehmen wird. Anstatt eine umfassende und vollkommene Geschichte zu schaffen, haben wir größeren Wert auf die vier Hauptcharaktere gelegt und uns bemüht, eine von ihrer Perspektive gesehene Welt zu zeichnen.

Lies hier unseren Test zu Final Fantasy XV

Nicht nur die Geschichte wird sehr lückenhaft erzählt. Auch das Gameplay wird Hin und Wieder in eine neue Richtung gelenkt, bis Du gegen Ende sogar nervige Stealth-Passagen spielen musst. Auch das habe laut Tabata einen Grund:

Basierend auf Kalkulationen, dass die Entwicklungszeit und -kosten sich verdoppeln würden, wenn die letztere Hälfte des Spiels ebenfalls eine Open-World-Umgebung hätte sein sollen, hatten wir bereits geplant, die letztere Hälfte eher zu einer Reise mit einem Vehikel zu machen. Die Struktur dieses Titels - um Erinnerungen zu erzeugen, während man in der ersten Hälfte des Spiels durch die Open-World-Umgebung reist und die Story sich danach linear mit Hilfe des Zuges weiterentwickeln zu lassen - war aus Spieldesigngründen so beabsichtigt

Die Gründe für den Wechsel von einer offenen Welt in eine lineare Struktur sind also die Kosten, die es mit sich gebracht hätte.

Seit dem 29. November 2016 ist Final Fantasy XV für die PlayStation 4 und Xbox One erhältlich.