Final Fantasy 15 in der Vorschau: Ambitioniertes Fragezeichen

Cliff Amador 3

Ich durfte in Hamburg einen Blick auf die ersten Spielstunden von Final Fantasy 15 werfen, habe mich mit gefährlichen Monstern angelegt und mit Nebenmissionen eine goldene Nase verdient. Wie mir das gefallen hat, verrate ich euch in der Vorschau.

Final Fantasy 15 in der Vorschau.
Mal Hand aufs Herz! Wir haben doch alle ein bisschen die Hosen voll, weil es für Final Fantasy als Marke jetzt gefühlt um alles oder nichts geht. Wir WOLLEN, dass dieses Spiel gut wird, und einige von uns hatten auch lange genug Zeit, von einem JRPG zu träumen, das dieses nostalgische Gefühl aus unserer Kindheit zurückholt. Diese Haltung ist vielleicht nicht nur naiv, sondern auch verdammt unfair, denn Final Fantasy 15 will seine eigene, in sich abgeschlossene Geschichte erzählen. Aber wie bei anderen großen Titeln lässt sich die Vergangenheit nicht einfach so abschütteln und so muss sich auch Final Fantasy 15 den kritischen Blicken der Fans stellen. Dass Square Enix nun wirklich alle Hebel in Bewegung setzt, um aus Final Fantasy 15 DAS Rollenspiel-Ereignis des Jahres zu machen, dürfte mittlerweile überall angekommen sein. Ein Active Time Report folgt dem nächsten, Trailer gibt’s wie Sand am Meer und auch die Anime- und Film-Sparte ist vor Noctis und seiner Leibgarde nicht sicher. Ein Riesentamtam, das die Frage aufwirft, ob die Entwickler Defizite kompensieren wollen oder einfach nur unfassbar von sich selbst überzeugt sind.

Alles, was das „Final Fantasy“-Herz begehrt?

Eine genaue Antwort auf diese Frage ließ sich auch während meiner mehrstündigen Anspiel-Session mit Final Fantasy 15 nicht finden. Während ich nämlich durch die offene Spielwelt schlenderte, offenbarte sich mir zwar genau das, was ich in der Theorie von einem guten Final Fantasy erwarte, doch vermisste ich etwas, das ich zunächst nur schwer in Worte fassen konnte. Denn in der Theorie, scheint Final Fantasy 15 bereits den richtigen Weg einzuschlagen. Nach einem actionreichen Prolog voller WTF-Momente gehts für JRPG-Verhältnisse ziemlich schnell zur Sache. Ohne viel Gerede und Tutorials schickt König Regis seinen Sohn Noctis samt Kumpanenschaft auf einen Road Trip, der den jungen Prinzen und Hauptprotagonisten auf die Gefahren des Lebens vorbereiten soll.

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Um sich ein bisschen Geld und Erfahrungspunkte zu verdienen, kann sich Noctis in Shops Nebenmissionen schnappen, um beispielsweise auf Monsterjagd zu gehen oder seltene Items für seine Auftraggeber ausfindig zu machen. Es gibt viele Dinge wie etwa versteckte Höhlen und Monster zu entdecken. So erspähte ich sehr früh im Spiel einen gigantischen Vogel in der Luft, um ihm wenig später durch eine Schleichaktion einige Items abzuknüpfen, die ich für das Beenden einer Nebenmission benötigte. Für reichlich Beschäftigung sorgen außerdem die Hobbies der vier Helden. Während sich Noctis gerne beim Angeln entspannt, steht Prompto aufs Fotografieren, Gladiolus hat sich auf das Jagen spezialisiert und der Stratege Ignis sorgt mit seinen Kochkünsten dafür, dass die Truppe nicht vom Fleisch fällt. Dank der auflevelbaren Fähigkeiten und den Nebenmissionen entstehen so coole kleine Geschichten neben der Hauptstory.

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Auf Freunde kann man sich verlassen

Auch wenn sich beim Thema Kampfsystem weiterhin die Geister scheiden werden, hat sich hier seit Erscheinen der „Episode Duscae“-Demo einiges getan. Ja, die Kamera steht nicht immer ganz vorteilhaft und durch fehlende Tutorials ist nicht immer klar, was das ein oder andere Quicktime-Event eigentlich von euch will, aber habt ihr erst einmal den Dreh raus, und grundsätzlich ein Faible für Square Enix‘ actiongeladene Spiele (Kingdom Hearts, Dissidia, Crisis Core), lässt gute Laune nicht lange auf sich warten. Gerade das Teleportieren erweist sich als unheimlich spaßiges Feature, das vielseitig eingesetzt werden kann. Wenn Noctis von Gegner zu Gegner warpt oder für besonders großen Schaden aus luftigen Höhen angreift, sieht das nicht nur fetzig aus. Die Kämpfe bekommen durch Noctis‘ Fähigkeit, spontan zwischen den Waffen zu wechseln, auch eine eigene, ganz besondere Dynamik. Aber auch die KI-Kollegen haben einiges auf dem Kasten und helfen mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten, wo sie nur können. Durch gezielte Kommandos kann Noctis mit einem Kumpel seiner Wahl eine Combo ausführen. Auch umgekehrt bitten Prompto, Ignis und Gladiolus manchmal um Hilfe, so dass ständig zusammengearbeitet werden muss. Eine Art Skill-Tree ermöglicht dann noch das Verbessern alter Fertigkeiten und das Erlernen neuer hilfreicher Tricks, keiner der Jungs kommt also zu kurz.

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Alles oder nichts

Wie Anfangs erwähnt gab es da aber etwas, das mich trotz frenetischer Action und spannenden Nebenaufgaben gestört hat. Ja, Final Fantasy 15 schmeißt euch dankbarerweise direkt ins Abenteuer und hat gute Chancen den Rollenspiel-TÜV zu bestehen. Aber auch wenn die Entwickler es strichlistenartig Chocobos und Luftschiffe regnen lassen, bin ich nach den etwa vier Stunden, die ich mit Final Fantasy 15 verbracht habe, aus den Charakteren kein bisschen schlauer geworden. Gut möglich, dass all diese Punkte noch im Verlauf der Handlung aufgelöst werden, aber tatsächlich hätte eine etwas längere Einführung in Noctis‘ Alltag einige Vorteile mit sich gebracht. Ich würde gerne verstehen, warum Noctis und seine Begleiter so dicke Freunde sind und was jede einzelne der Figuren antreibt. Auch wäre es interessant gewesen, die Absichten der Antagonisten besser verständlich zu machen. Stattdessen muss ich davon ausgehen, dass sie einfach nur böse Typen mit bösen Absichten sind. Ich hoffe, dass da in Sachen Story und Charakter-Zeichnung noch deutlich mehr kommt, denn die ersten Stunden überrumpeln potentielle Fans wie Neulinge doch noch zu stark. Ein paar Stunden mit Final Fantasy 15 zu verbringen, reicht ansonsten wohl kaum aus, um abzuschätzen, wohin Noctis‘ Reise gehen wird. Es sind definitiv alle Elemente eines klassischen Rollenspiel-Hits vorhanden, doch ein paar große und kleine Sorgen bleiben bestehen. Final Fantasy 15 wirkt teilweise überambitioniert, an einigen Ecken aber auch nicht zu Ende gedacht. Ein erster Eindruck, der täuschen kann, aber eben auch Kopfschmerzen bereitet. Es bleibt noch offen, ob Square Enix die grafischen Ziele, die wir schon in Trailern und Demos gesehen haben, bis zum Release des Spiels gewährleisten kann. Auch was die Handlung angeht, lässt sich nicht sagen, ob da ein Feuerwerk an Emotionen oder stumpfen Dialogen auf uns niederprasselt.

Das Cameo-Quiz: Dich kenne ich doch von irgendwo her?!

Videospielcharaktere sind sehr eng mit ihrem Franchise verbunden. Was wäre ein Legend of Zelda ohne Link oder ein Metal Gear Solid ohne Solid Snake? Trotzdem ist es gar nicht so unüblich, dass es in Games zu Cameos von bekannten videospielcharakteren oder realen Prominenten kommt. Oftmals geschieht dies innerhalb einer großen Games-Familie. So drehen die Nintendo-Maskottchen fröhlich ihre Runden in der Mario-Kart-Reihe. Manchmal sind diese Cameos jedoch überraschender. Wir haben in diesem Quiz ein paar ausgefallene Beispiele für Cameos in Videospielen gefunden. Kannst Du alle 10 Spiele erraten, in denen diese Figuren und Prominenten erscheinen?

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