Battle-Royale-Blamage: Fortnite-Turnier und PUBG-Squad-Showdown enden im Chaos

Alexander Gehlsdorf

Die Battle-Royale-Dauerbrenner PlayerUnknown’s Battleground und Fortnite wollen einen Fuß im E-Sport fassen, blamieren sich aber mit peinlichen Turnierbedingungen. Selbst Shroud lässt vor laufender Kamera Dampf ab.

Battle-Royale-Blamage: Fortnite-Turnier und PUBG-Squad-Showdown enden im Chaos

Vergangenen Freitag war es soweit, der lang erwartete PUBG Squad Showdown wurde live auf Twitch übertragen. Namhafte Streamer wie Shroud, Ludacris oder DrDisRespect spielten live mit Promis und ausgewählten Mitgliedern der Community, um gemeinsam Spaß in PlayerUnknown’s Battleground.

Was in der Theorie nach dem perfekten Fan-Fest klingt, wurde in der Praxis zur Blamage die deutlich zeigte, wie weit das Spiel noch seinem Ziel entfernt ist, ein etablierter E-Sport zu werden.

Was lief beim PUBG Squad Showdown schief?

Schon der Auftakt des Events sorgte für Missmut. So begann das für 20.00 Uhr deutscher Zeit angesetzte Turnier erst eine Viertelstunde später, wobei zumindest das erste Match selbst noch ohne schwerwiegende Zwischenfälle verlief.

Der Ärger begann mit dem zweiten Match, an dem auch die bekannten Streamer beteiligt waren. Wiederholt brach der Stream zusammen, die meiste Zeit wurde ein Testbild ausgestrahlt und die Moderatoren und Caster bemühten sich, die ungeduldigen Zuschauer bei Laune zu halten. Stattdessen sank die Anzahl der Viewer kontinuierlich ins Bodenlose.

Kurze Zeit später reagierte Twitch mit einem Tweet, in dem um die Geduld der Zuschauer gebeten wurde und eine baldige Lösung versprochen wurde. Trotzdem wurden nach insgesamt vier Stunden nicht mehr als zwei Matches gespielt.

Allerdings brachte das Event nicht nur die Zuschauer gegen sich auf, auch Top-Streamer Shroud riss nach einiger Zeit der Geduldsfaden. Mit den Worten „Mir ist das egal, ich mache das hier nur damit ich kein Bußgeld bezahlen muss“ begann er, während des Streams Bier zu trinken und das Ende des Turniers abzuwarten.

Dazu kam, dass die Kommentatoren nicht nur für die Zuschauer, sondern auch alle Spieler hörbar waren. Dadurch wussten beide Teams stets, wo sich die gegenerischen Spieler auf der Karte befanden — ein Umstand, der von Shroud lautstark kritisiert wurde.

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Fortnite: Alle Schießstände auf der Map (Season 7, Woche 10).

Auch das Fortnite-Sommerturnier geht nach hinten los

Eine gelungene Vorlage also für Konkurrent Fortnite, der nur einen Tag später mit dem Summer Squirmish sein eigenes E-Sport-Turnier startete. Ganze acht Millionen Dollar stehen dabei auf dem Spiel. Unter fairen Bedingungen traten jedoch nur die wenigsten Teilnehmer an.

So litten zahlreiche Spieler unter Lags und hohen Latenzzeiten, da alle Kontrahenten auf den selben US-amerikanischen Server spielten. Allerdings waren Spieler aus der ganzen Welt an dem Turnier beteiligt, die aufgrund ihres viel zu hohen Pings keine faire Chance hatten.

Die Lösung der Spieler: Statt sich ins Kampfgetümmel zu stürzen, begannen zahlreiche Teilnehmer auf der Karte zu campen und abzuwarten, dass sich die anderen Spieler gegenseitig abschießen.

Dem Phänomen Fortnite sind wir auch in der aktuellen Episode unseres Podcasts RUSH auf den Grund gegangen:

Bonusfolge: Fortnite – Alles richtig gemacht? // RUSH - Der Gaming-Podcast von GIGA GAMES und detektor.fm.

Die einzigen, die noch weniger Spaß hatten als die Spieler selbst, waren die die Zuschauer, die im Chat ihrem Unmut freien Lauf ließen. Epic Games zog schließlich die Notbremse und brach das Turnier frühzeitig nach vier von geplanten zehn Runden ab.

Wie stehen die Chancen für das Endspiel der PUBG Global Invitational in Berlin?

Am 25. Juli findet in Berlin das Finale der PUBG Global Invitational statt, der diesjährigen PUBG-Weltmeisterschaft. Veranstaltungsort ist der Mercedes-Benz-Arena und der Vorverkauf wurde bereits eröffnet.

Die große Frage ist: Wird das Finale unter den selben Schwierigkeiten leiden, wie der Squad Showdnown in der vergangen Woche oder erwartet alle Teilnehmer, sowohl die Gäste vor Ort als auch die Zuschauer im Live-Stream ein Event ohne Zwischenfälle?

Eine weitere E-Sport-Blamage kann sich jedenfalls keines der beiden Battle-Royale-Spiele so schnell erneut leisten.

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