Fortnite: Bekenntnisse einer Battle-Royale-Jungfrau

Alexander Gehlsdorf

Was ist dran an PUBG und Fortnite? Ich habe den Battle-Royale-Selbstversuch gewagt und bin als völliger Neueinsteiger gegen 99 Kontrahenten ins Feld gezogen. Was soll da schon schiefgehen?

Fortnite (Battle Royale): Das ist Season 3!
Die ganze Welt ist im Battle-Royale-Fieber und kaum jemand scheint noch etwas anderes als PlayerUnknown’s Battleground und Fortnite zu spielen. Alle, außer ich, der mit den beiden Titeln zwar tagtäglich konfrontiert wird und auch schon die ein oder andere Nachricht über sie verfasst hat, zum selbst Spielen hat die Zeit bisher aber nicht gereicht.

So nicht!“, schallte es da aus der Chefredaktion. „Battle Royale ist der heiße Scheiß, also spielst du das jetzt!“ Und da mir mein Arbeitsplatz lieb war, tat ich wie geheißen.

Zuerst stand ich vor einer Wahl: Fortnite oder PUBG? Worin sich die beiden Versionen im Detail unterscheiden, war mir nicht so ganz bewusst. Was ich anhand unserer Schlagzeilen jedoch wusste: Das eine ist voller Cheater und das andere kostenlos. Die Qual der Wahl. (Inzwischen konnten mir die erfahrenen Kollegen mit einem Video aushelfen, welches du hier findest.)

Kurze Zeit später befand sich eines der beiden Spiele auf meiner Festplatte und voller Erwartung drückte ich den Launch-Button. Noch bevor das Spiel tatsächlich startete, wurde ich als Windows-Administrator gebeten, die Installation des Anti-Cheat-Programms zu bestätigen. Aha, ich hatte also tatsächlich Fortnite installiert.

Erster Anlauf

Kurze Zeit später blicke ich auf das Hauptmenü und kann aus unterschiedlichen Spielmodi auswählen. Ich entscheide mich für einen Solo-Anlauf, schließlich kenne ich hier ja noch niemanden und möchte auch keinem als fünftem Wagenrad zur Last fallen.

Apropos Wagenrad, kaum startet das Match, fliege ich auch schon mit einem Bus über die Karte. Fliegende Busse, soso, ich hab also doch das Spiel mit den Cheatern erwischt. Auf das Vehikel bar jeder physikalischen Gesetze haben offenbar auch meine Kontrahenten keine Lust und springen nacheinander über der Insel ab.

Ich hingegen verbleibe noch ein Weilchen, denn der Bus bewegt sich geradezu auf ein dichtes Waldstück zu. Ich habe nicht umsonst die gesamte Hunger Games-Trilogie gelesen und weiß daher, dass ich in einem dichten Wald vorerst am sichersten bin.

Am Boden angekommen habe ich nur eine Spitzhacke in der Hand. Mein Inventar ist leer. Dafür aber auch kein Gegner weit und breit. Ich bin in Sicherheit. Mit einer Waffe im Gepäck würde ich mich aber dennoch sicherer fühlen.

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Fortnite - Battle Royale: Die 5 besten Waffen für den Modus.

Ganz in der Nähe entdecke ich ein Labyrinth. Super, ich liebe Labyrinthe. Und es wird ja wohl mit dem Teufel zugehen, wenn da drin nicht auch eine brauchbare Waffe auf mich wartet. Tatsächlich finde ich im Inneren des grünen Irrgartens meine erste Waffe! Allerdings kommt mir in dem Moment ein Gedanke…

Wenn ich als kompletter Neueinsteiger auf die Idee gekommen bin, dass in diesem Labyrinth eine brauchbare Waffe auf mich wartet, dürfen erfahrene Spieler schon längst auf diesen Gedanken gekommen sein. Vielleicht bin ich gar nicht alleine hier? Kaum habe ich die Beine in die Hand genommen, um mich in Sicherheit zu bringen, werde ich bereits von einer Ladung Kugeln überrascht. Mein erster Anlauf endet mit Platz 52 von 100.

Zweiter Anlauf

Neue Runde, neues Glück. Dieses Mal kommt der Bus aus einer anderen Richtung geflogen, ein erneuter Absprung über dem Wald kommt also nicht in Frage. Stattdessen lande ich mitten in einer kleinen Stadt.

Um mich herum erspähe ich keine Menschenseele. Autos stehen herrenlos auf der Straße, keine Spur von Leben, Ich fühle mich schlagartig an den Atombombentest aus dem vierten Indiana Jones Film erinnert, ich sollte also schnell einen Kühlschrank suchen.

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Ich betrete also das nächstgelegene Haus und sehe mich um. Natürlich aber erst, nachdem ich ordnungsgemäß die Tür hinter mir geschlossen habe, schließlich will ich nicht durch pure Unachtsamkeit meine Position verraten.

Im oberen Stockwerk mache ich eine freudige Entdeckung: Eine orange leuchtende Kiste! Als alter World of Warcraft-Spieler weiß ich: Orange ist gut! Als ich die Truhe öffne, finde ich eine Schrotflinte mitsamt passender Munition. Jetzt können die Gegner ruhig kommen.

Als ich jedoch das nächste Haus betrete, werde ich stutzig: Die Hintertür steht offen und ich war das ganz bestimmt nicht! Ich spitze die Ohren und höre verdächtige Geräusche aus dem oberen Stockwerk. Ich schleiche mich also die Treppe hinauf und tatsächlich macht sich dort gerade ein Spieler über allerlei Vorräte her. Ich gehe also in die Hocke, lege an und freue mich wenige Augenblicke später über meinen aller ersten Fortnite-Kill! Und eine wichtige Lektion: Wer in Fortnite überleben will, macht hinter sich die Tür zu!

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11 Dinge, die du nicht über Fortnite wusstest.

Der soeben verschiedene hinterließ mir freundlicherweise noch sein Maschinengewehr, mit dem ich auf längere Distanzen theoretisch etwas besser gewappnet sein sollte, als mit meiner Schrotflinte. Schließlich will ich das Haus schnellstmöglich wieder verlassen und weiter ziehen.

Dazu kommt es jedoch nicht, denn als ich die untere Tür erreiche, erwischt mich die ungewöhnlichste Form von Blendgranate, die ich bisher in meinem Leben zu spüren bekommen habe. Denn statt temporär zu erblinden, erklingt plötzlich fetzige Disco-Musik aus den Lautsprechern und mein Charakter kann gar nicht anders, als wie vom wilden Hans gebissen das Tanzbein zu schwingen.

Ich tanze sicherheitshalber wieder die Treppe nach oben, um zumindest die Illusion von Sicherheit zu schaffen, ende aber trotzdem kurz darauf im Kugelhagel. Platz 46. Na immerhin ein kleiner Fortschritt.

Fortnite - Tod durch Disco.

Dritter Anlauf

Ich versuche es noch ein weiteres Mal und starte mein Abenteuer diesmal ausgerechnet in einem Gefängnis. Die Ironie der Situation erfreut mich, wo schließlich bin ich sonst so sicher wie in einem Gefängnis. Hier lässt es sich aushalten!

In Ruhe durchstöbere ich also die Zellen, finde diverse Waffen, Wundverbände und schließlich auch: einen Busch. Soso. Gut, in den weiten der scheinbar gigantischen Map ist so ein tragbarer Busch garantiert eine nützliche Tarnung, im Gefängnis aber doch eher deplatziert.

Trotzdem bin ich über die tragbare Blätterpracht so entzückt, dass ich sie prompt anlege und spuke fortan als lebendiger Busch durch das Gefängnis. Die engen Gänge dürften sich leicht verteidigen lassen, ich habe ausreichend Waffen und Munition, was kann jetzt noch schiefgehen?

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Die 10 besten Battle Royale-Spiele für PC, PS4 und andere Konsolen.

Gerade habe ich diesen Gedanken zu Ende ausgeführt, macht mich auch schon ein Warnhinweis auf das Auge des Sturms aufmerksam. Natürlich, kaum habe ich es mir gemütlich gemacht, muss ich weiterziehen. Gut, mache ich mich also auf den Weg. Am Horizont erblicke ich eine blaue Wand, die sich bedenklich schnell nähert. Also deutlich schneller, als es mir lieb ist. Schaffe ich es überhaupt rechtzeitig in den sicheren Bereich?

Ich renne also um mein Leben. Beziehungsweise ein Busch mit Beinen rennt um sein Leben. Ungefähr eine ganze Minute laufe ich so schnell ich kann der rettenden Kartenmitte entgegen. Letztlich ist die rettende Grenze nur noch wenige Meter entfernt, ich war gerettet!

Fortnite - Ein Busch auf der Flucht.

Oder auch nicht, schließlich ist ein rennender Busch nicht gerade das Unauffälligste, was auf so einer Fortnite-Karte so alles passieren kann. Noch bevor ich die rettende Kartenmitte also erreiche, endet meine Partie erneut im Kugelhagel. Aber hey, Platz 18! Und wenn selbst verlieren in Fortnite so viel Spaß macht, kann ich jetzt auch gut nachvollziehen, warum so viele Gamer seit Wochen nichts anderes mehr im Kopf haben.

Du wolltest schon immer herausfinden, ob du es theoretisch auf Platz 1 in PlayerUnknown's Battlegrounds, Fortnite: Battle Royale und Co. schaffen würdest? Oder überlegst du noch, ob Battle-Royale-Spiele überhaupt etwas für dich sind?

 

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