Carlton-Tanz kann nicht geschützt werden: Neuigkeiten bei Tanz-Klagen gegen Fortnite

Victoria Scholz

Es gibt Neuigkeiten im Fall Alfonso Ribeiro aka Carlton in ‚Der Prinz von Bel-Air‘ gegen Fortnite. Zuletzt hatte der Schauspieler, der u.a. mit der Rolle als Cousin von Will Smith bekannt wurde, versucht, seinen typischen Tanz urheberrechtlich schützen zu lassen. Dieses Gesuch wurde nun abgelehnt.

Wie The Hollywood Reporter unter Berufung auf ein offizielles Dokument eines kalifornischen Gerichts berichtet, wurde der Antrag auf einen urheberrechtlichen Schutz des einprägsamen Tanzes nicht stattgegeben. Der Grund dafür sei, dass der Carlton-Tanz kein „choreographisches Werk“, sondern nur eine „simple Tanzabfolge“ sei.

Des weiteren beschreibt sie den Tanz als eine Abfolge in nur drei Schritten, was für das Gericht zu wenig war, um den berühmten Tanz als wirkliches, künstlerisches Werk schützen zu können. Im Detail heißt es von Saskia Florence, einer Mitarbeiterin des prüfenden Gerichts:

„Die Kombination dieser drei Tanzschritte ist eine einfache Übung, die nicht als choreografisches Werk registriert werden kann.“

Der Stand in Deutschland und alle Fakten zum Thema

Sind Tänze und Choreographien rechtlich geschützt? Mit dieser Frage beschäftigen sich derzeit Anwälte in den USA, um herauszufinden, ob die Klagen gegen Epic Games und ihr populäres Spiel Fortnite gerechtfertigt sind. Auch wir haben uns damit beschäftigt und einen Anwalt dazu befragt.

Konkret geht es darum, dass Fortnite bestimmte Emotes besitzt, die berühmten Choreographien nachempfunden sind. Ein Tanz ist besser bekannt als der Carlton-Tanz. Der heißt so, weil die Serienfigur Carlton aus Der Prinz von Bel-Air für diesen Tanz bekannt war.

Über die Jahre haben diese Tanzschritte einen gewissen Kultstatus erreicht, weshalb einige Videospielentwickler ihn aufgriffen und in ihre Spiele packten. Auch Fortnite tat das und wird jetzt als eins von zwei Spielen vom Cartlon-Darsteller Alfonso Ribeiro höchstpersönlich dafür verklagt. Doch das ist nicht die erste ihrer Art – mittlerweile klagen drei Personen gegen Epic Games.

Fakten und Ursprung der Tanz-Klagen in Fortnite

Diese Klagewelle fand ihren Ursprung mit dem Rapper 2 Milly, der zuerst eine Rechteverletzung sah und klagte. In seinem Video zum Lied Milly Rock schwingt er kurz die Arme. Der Rapper vermutet, dass Epic Games diese Choreographie kopiert und als Fortnite-Tanz ins Spiel gebracht hat.

Danach reichte der Schauspieler Alfonso Ribeiro Klage ein, um seinen Tanz aus „Der Prinz von Bel-Air“ zu schützen. Neben Epic Games klagt der Mann hinter der Serienfigur Carlton auch gegen Take-Two Interactive und Visual Concepts, die die NBA 2K-Reihe entwickeln. Auch sie verwendeten den Tanz in ihrem Videospiel. Damit sind sie aber längst nicht die einzigen: Auch Uncharted 4 oder League of Legends nutzen den Carlton-Tanz in ihren Games, wie das folgende YouTube vom Kanal OmniDeath beweist:

Die neuste Rechtsverletzung kommt vom US-amerikanischen YouTube The Backpack Kid. Da er noch minderjährig ist, reichte seine Mutter gemeinsam mit dem Management die Klage gegen Epic Games ein. Russell Horning, wie der Influencer mit bürgerlichem Namen heißt, ist der vermeintliche Erfinder vom Tanz Floss, der - nebenbei gesagt - laut Spezialisten Schuld an Knieproblemen von Menschen sei.

Im Interview mit dem Magazin TMZ erklärt der YouTuber, dass er „sich nicht um das Geld kümmere, sondern eher um seinen Geburtstag, der morgen stattfindet, sorgt“. Außerdem wären seine Mutter und sein Management der Meinung, dass Fortnite einen Vorteil aus ihm ziehe. Seine Mutter kümmere sich um sein Geld. Das gesamte Interview siehst du auf dem YouTube-Kanal von TMZ. Man beachte auch das Fortnite-Poster hinten rechts an der Wand.

Mittlerweile ist bekannt, dass Rapper 2 Milly und Influencer The Backpad Kid neben dem Carlton-Darsteller ebenfalls einen Rechtsstreit mit den NBA 2K-Machern angestrebt haben.

Zuerst öffentliche Beschwerden, dann Klagen gegen Tänze in Fortnite

Jetzt mag sich der geneigte Leser vermutlich fragen, woher diese Klagen auf einmal kommen. Bereits in den Monaten davor gab es immer wieder Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen und in eben dieser kenntlich machten, dass sie es ungerecht finden, dass Fortnite Tänze von ihnen klauen.

Der US-amerikanische Rapper Chance the Rapper gehörte zu den ersten, der sich öffentlich darüber beschwerte. Er veröffentlichte eine Reihe von Tweets, in denen er darauf aufmerksam machte, dass es besser wäre, wenn das Geld, was Menschen für diese Tänze ausgeben, mit den Künstlern geteilt werden würde.

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