Forza Motorsport 6 Test: Das beste Rennspiel des Jahres?

Marco Schabel

Sehr bald werden Turn 10 und Microsoft mit Forza Motorsport 6 das heiß erwartete nächste Kapitel der Rennserie aufschlagen. Mit 26 Strecken und 460 bestätigten Wagen ist das Spiel deutlich umfangreicher als der Vorgänger. Ob das auch in einem besseren Spiel resultiert, verraten wir euch in unserem Test zu Forza 6.

Forza 6 E3 Gameplay-Trailer.

Ich bin im echten Leben weder Autofahrer oder Sebastian Vettel, dennoch gehören Rennspiele zu meinen Lieblingsgenre. Entsprechend habe ich mich als Xbox-One-Spieler auf Forza Motorsport 6 sehr gefreut - trotz der im Vorfeld bekannten Einschränkungen. Mit knapp 30 Stunden in Forza 6 im Gepäck, schildere ich euch nun im Test meine Eindrücke zum neuen Rennspiel.

Bereits im Menü bekommen wir in der umstrittenen Kachel-Optik einen Überblick, was Forza Motorsport 6 bietet: Neben Garage, Tuning und Optionen samt Fahrerauswahl, stehen natürlich die Rennmodi im Mittelpunkt. Inhaltlich tut sich da nicht viel Neues, die Modi unterteilen sich in Rivalen, Multiplayer, Ligen, Training, freie Fahrt und natürlich die Karriere. Letztere wurde grundlegend in Richtung alter Wurzeln überarbeitet.

Übersicht: Alle Autos in Forza 6

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Rückwärtsgang Karrieremodus

Der Karriere-Modus in Forza Motorsport 6 hat sich nämlich wieder von der aus dem Vorgänger gewohnten Freiheit und dem freien Anwählen der Rennserien entfernt. Nachdem wir drei Qualifikationsrennen absolviert haben, deren Sinn mir abseits der Funktion als nicht überspringbares Tutorial nicht ganz einleuchtete, können wir von fünf verfügbaren Serien exakt eine auswählen: die Erste, namens Super Straßenrennen.

Jede Serie besteht dabei aus drei Staffeln mit unterschiedlicher Streckenzahl und verschiedenen Mottos. Auch hier haben wir keine Wahl, welche Staffel wir zuerst angehen wollen. Es startet unweigerlich die Challenger-Serie, bestehend aus vier Strecken, die unterschiedliche Bereiche unseres Wagens und unseres Könnens herausfordern sollen. Wer also seine Karriere mit den Super-Rennwagen starten möchte, wird enttäuscht. Erst mit Abschluss aller vorherigen Staffeln und Serien wird die Nächste freigeschaltet.

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Es ist besonders frustrierend, wenn dann bereits das zweite Pflichtrennen im Regen stattfindet und früh die Spreu vom Weizen trennt. Daher will ich ehrlich sein: Ich habe dank bestimmt 25 vergeblichen Versuchen, das Regenrennen zu bezwingen, nicht viel mehr als die erste Staffel im Karrieremodus verbracht und verbringen können.

Die Schaurennen lassen im Gegensatz deutlich mehr Freiheiten zu, da sie zeitgleich freigeschaltet werden und frei anwählbar sind. Da wäre beispielsweise das Schaurennen namens Das Rennfahrer-Erlebnis, das euch das Gefühl geben soll, ein echter Rennfahrer zu sein. Oder Momente des Motorsports, eine Serie, die euch die Anfänge und Highlights des Rennsports erleben lässt. Oder aber das Ausdauerrennen, das in Forza Motorsport 6 ganze 30 Runden, vier Stunden, oder 250 Meilen auf die Uhr bringt.

Wie auch in der Karriere werden dabei alle Serien mit einem Video eingeleitet, das euch die Geschichte und Begeisterung vermitteln will und euch so heiß auf die kommenden Rennen macht.

Wir wollen doch nur frei sein!

Forza Motorsport 6 lässt euch leider wenig eigene Entscheidungen: Das Tutorial im Karriere-Modus kann nicht übersprungen werden, und das erste Schaurennen sowie das erste Mod-Paket werden euch aufgezwungen und reißen euch aus der Karriere.

Und auch an anderen Stellen merken wir, dass Turn 10 uns in Forza Motorsport 6 viele Entscheidungen abnehmen möchte. Dies betrifft vor allem die im Vorfeld groß beworbenen Nachtrennen und Witterungsbedingungen. Tatsächlich ist es so, dass wir über den freien Modus keine Möglichkeit haben, Nacht- oder Regenrennen frei zu wählen, geschweige denn irgendwelche Witterungsbedingungen. Es gibt einige vorgefertigte Strecken, die eine von beiden Optionen bieten. Lediglich sieben der 26 Strecken lassen sich bei nassem Wetter fahren und nur sechs in der Dunkelheit.

Forza6_Reviews_06_WM

Die fehlende Freiheit gilt auch für die noch im Vorgänger verfügbaren Rennoptionen. Diesmal gibt es ausschließlich Rundkursrennen, keine Beschleunigungsrennen.

Ansonsten bietet Forza Motorsport 6 noch immer Einiges nicht, was das waschechte Rennerlebnis komplett machen würde. Seien es eine Boxencrew, Ampeln, die Möglichkeit, während eines Events den Wagen zu wechseln oder kürzere Ladezeiten. Was bereits in den Vorgängern fehlte oder störte, wurde auch hier nicht verbessert. Dadurch fühlt sich Forza Motorsport 6 gelegentlich ein wenig so an, als würden wir lediglich ein wirklich gutes Update des Vorgängers spielen.

Das ist Neu im Lande Forza Motorsport 6

Eine schöne und große Neuerung sind die sogenannten Mods, die euch helfen, aber auch herausfordern können. Mods sind eine Art Sammelkarten-System, welches in drei Kategorien unterteilt ist: Crew, Risiko und Boost.

  • Crew-Mods können euch mehr Leistung, mehr Bodenhaftung, bessere Bremsen und mehr verschaffen. Sie sind mehrfach einsetzbar und bieten oft auch Extra-Vorteile für bestimmte Strecken.
  • Risiko-Mods sind ebenfalls unbegrenzt einsetzbar und stellen euch gewisse Aufgaben, die bei Erfüllung mit Extra-Credits belohnt werden.
  • Zuletzt gibt es die Boosts, die einmalig verwendet werden können und dabei eine bessere Startplatzierung, Bonus-Erfahrungspunkte oder Extra-Credits bieten.

Bis zu drei Mods können gleichzeitig ausgerüstet werden, allerdings nur eine Crew-Mod. Ihr erhaltet die Mod-Pakete, wie so ziemlich alles im Spiel, natürlich mit einer gewissen Anzahl von Credits.

Um früher an Wagen und schneller an Credits und Mods zu gelangen, bietet Forza Motorsport 6 eine weitere Neuerung: die Preislose. Dabei handelt es sich um ein Belohnungssystem, welches euch mit jedem Stufenaufstieg ein Los schenkt. Dieses könnt ihr entweder sofort oder später über das Menü an einer Art Glücksrad anwenden. Die Preise variieren und bestehen in der Regel immer aus mehreren Autos, Credits und Mods, sowie einem Hauptpreis. Der Hauptpreis ist entweder ein sehr teures Auto oder ein sehr hoher Credit-Betrag.

Mit etwas Glück könnt ihr also schon sehr früh einen der besten Wagen des Spiels besitzen. Mir gefällt das System sehr gut, und als ich zwei Hauptpreise gewann, war ich tatsächlich sehr aufgeregt. So konnte ich bereits auf Level 5 einen 800.000 Credit teuren LaFerrari besitzen. Und keine Angst: Solltet ihr ein Auto gewinnen, welches ihr bereits besitzt, dann wird euch stattdessen der Wert gutgeschrieben.

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Ein Paradies für Rennsport-Enthusiasten

Forza Motorsport 6 bietet abseits der Strecke vor allem für Tuning-Fans wieder Einiges. Abgesehen von verschiedenen Lackierungen können alle gekauften Wagen mit unterschiedlichsten Upgrades ausgerüstet werden. Diese reichen vom Motor über die Aufhängung bis hin zu den Reifen. Regenreifen scheint es allerdings nicht zu geben. Habt ihr eure gewünschten Upgrades ausgewählt, lassen sich die Straßenkreuzer auch noch während eines Events feintunen.

Wie gewohnt habt ihr dabei zahlreiche Optionen. Egal ob die Härte der Federn, die Stabilisatoren, die Verteilung der Bremskraft oder die Übersetzung – alles lässt sich nicht nur in Kleinarbeit einstellen, sondern im Karriere-Modus auch direkt testen. Hierfür steht euch neuerdings eine Trainings-Option im Vorfeld der Rennen zur Verfügung, was auch hilft, mit der Strecke Bekanntschaft zu machen.

Für diejenigen unter uns, die keine Ahnung von all diesen Dingen haben, lassen sich Tunings anderer Spieler oder aus vorherigen Spielen importieren. Zudem wird alles in Textform ausführlich, einschließlich der zu erwartenden Auswirkungen, erklärt.

Der Forza-Motorsport-6-Test geht auf Seite 2 weiter!

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