Eine Stärke des Titels sind die 26 Strecken, die fast alle in mehreren Ausführungen verfügbar sind. Und genau dort zeigt Forza Motorsport 6, warum es auch nach Project Cars noch eine Referenz in Sachen Rennsimulation und nicht nur Anwärter auf den Titel des Rennspiels des Jahres ist.

Aufgrund der realistischen Fahrphysik und den unterschiedlichen Eigenschaften der Strecken und Fahrzeuge fordert das Spiel zu jeder Zeit volle Konzentration von euch. Jede Strecke und jeder Wagen will erst gelernt und gemeistert werden, bevor ihr eine Chance auf den Sieg habt. Ein kleiner Fahrfehler führt selbst mit Traktions- und Stabilitätskontrollen und ABS schnell zum Abflug und somit einen Platz weiter nach hinten.

Es macht riesigen Spaß, einen Wagen und eine Strecke irgendwann so sehr zu beherrschen, dass selbst schwierige Fahrer letztlich zu bezwingen sind. Selbst auf der einfachsten Schwierigkeitsstufe und mit allen Fahrhilfen fährt es sich längst nicht von selbst - und das ist gut so.

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Perfektion am Steuer

Selbst mit einem Controller ist das Feedback der Wagen wieder deutlich spürbar. Ihr spürt es quasi in jedem Muskel, ob ein Wagen schwer oder leicht ist, ob die Bremsen und die Lenkung intakt oder defekt sind oder ob ihr durch ein Schlagloch oder über eine Wasserfläche fahrt.

Die Steuerung geht auf der einen Seite wunderbar von der Hand, ist auf der anderen Seite aber auch unglaublich fordernd. Selbst lange Rennen von bis zu 50 Runden lassen sich ohne große Ermüdungserscheinungen bewältigen, wenn ein leichter und leicht zu steuernder Wagen gewählt wird. Die Fahreigenschaften und Physik jedes Wagens ist einzigartig und fordert eure Hände in unterschiedlichem Maße.

Wer über all dies hinaus eine ganz besondere Herausforderung sucht, der ist in den Regenrennen richtig aufgehoben. Nasse Strecken und Aquaplaning bringen selbst die erfahrensten Spieler ins Wanken. Diese Strecken sind sogar auf der leichtesten Schwierigkeitsstufe noch immer eine Herausforderung.

Eine Pfütze verursacht Aquaplaning und lässt euch jegliche Kontrolle über das Auto verlieren, wenn ihr nicht entsprechend gerüstet seid. Regentropfen auf der Kamera oder Windschutzscheibe, sowie die Gischt der vor euch fahrenden Fahrzeuge, machen es noch schwieriger. Umso schöner ist das Gefühl, eine Regenstrecke endlich erfolgreich absolviert, und vielleicht sogar gewonnen zu haben.

 

Forza Motorsport 6

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Die Drivatare sind zurück

Dank der Cloud kehren auch in Forza Motorsport 6 die Drivatare zurück. Die Daten der virtuellen Fahrer stammen dabei nicht nur aus dem aktuellen Ableger der Serie, sondern auch aus Forza Motorsport 5 und Forza Horizon 2. Somit stehen bereits zum Start des Spiels eine Menge Daten zur Verfügung.

Je nach Drivatar-Fähigkeitsstufe habt ihr jederzeit das Gefühl, gegen echte Menschen zu fahren und reale Kontrahenten zu haben, wenn es darum geht, die Top-Zeit zu erhalten. Zudem bestimmt die Schwierigkeit zusammen mit euren Fahrhilfen auch die Anzahl der Credits, die ihr erhaltet. Für die Affinitätsstufe gibt es allerdings keinen festen Bonus mehr. Die Credits benötigt ihr, um Autos freizuschalten oder Updates zu kaufen. Eine Option, diese mit echtem Geld zu kaufen, habe ich zum Glück nicht entdeckt.

Forza Motorsport 6: Achievement-Guide

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Wer die Wahl hat, hat die Qual?

Die Rundkurse sehen dank 1080p und absolut stabilen 60 Frames zum Teil wirklich sehr schön aus, auch wenn es hin und wieder kleine Abstriche gibt. Das volle Potenzial enthüllt sich aber auf Stadtkursen mit viel Weitsicht, wie Prag und Rio. Hier sehen die Hintergründe unglaublich detailliert und schön aus, während auf fast allen Kursen die Objekte an der Strecke selbst eher plastisch wirken.

In gewissen Kameraperspektiven mancher Strecken sollte wegen Bewegungsunschärfe und nahen Details allerdings nicht zu genau hingesehen werden. Allerdings werdet ihr ohnehin kaum dazu kommen, euch die Umgebungen anzusehen, da die Strecken selbst eure volle Konzentration benötigen.

Letztlich ist für jeden etwas dabei: Von Stadtrennen über Teststrecken und richtige Rennpisten, über kurvenreich oder schnell, bis hin zu anspruchsvoll oder einsteigerfreundlich. Durch die verschiedenen Streckenvariationen wird die Auswahl zudem noch deutlich gestreckt.

Zu den 26 Kursen gesellen sich 460 verschiedene Autos, die alle mit einem tatsächlichen Cockpit für die Fahreransicht ausgestattet sind und ebenfalls für jeden das passende Auto versprechen. Jedes Einzelne kann mit dem Forzavista-Modus betrachtet werden. Hier wird euch auch die Geschichte des jeweiligen Vehikels ausführlich erklärt. Ein cooles Feature für alle Auto-Fans und jene, die es werden wollen.

Die Wagenauswahl wurde deutlich übersichtlicher gestaltet. Statt wie im Vorgänger alle Fahrzeuge aufzureihen, werden sie in Forza Motorsport 6 nach Hersteller katalogisiert. So findet ihr schnell euer Traumauto, egal ob es der 2017er Ford GT oder der 2015er Lotus E23 ist. Die Fahrzeuge sehen dabei durchweg top aus, zumindest in Forzavista. Auf der Strecke kann der Glanz hin und wieder etwas matter wirken.

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Wir brauchen mehr Balance!

Ein großes Problem auf der Strecke gibt es aber: das Balancing. Im Test fuhr ich mit komplettem Schadensmodell, was offenbar nur für mich selbst galt. Den Beweis für diese Theorie habe ich auf dem Indianapolis Speedway erbracht. Dort fuhr ich in die falsche Richtung, baute einen gigantischen Unfall und sorgte dafür, dass ein Wagen nicht nur auf dem Kopf landete, sondern unzählige Male von anderen Fahrern umher geschleudert wurde.

Bei mir war im Anschluss großer Schaden zu verzeichnen, während der mindestens ebenso übel zugerichtete Drivatar wie eine Eins weiterfuhr. Zudem wird auf der gleichen Strecke nach exakt 10 Runden, unabhängig vom Wagen, die Leistung gen Null gehen und einen Boxenstopp unausweichlich machen.

Alle anderen Wagen fahren jedoch deutlich länger, was bei maximal 50 Runden dazu führt, dass ihr mehr Stopps hinlegen müsst. Auch die Hitbox fiel auf dieser Strecke negativ auf. Obwohl die Wand optisch nicht berührt wurde, signalisierte das Spiel, dass wir bereits an ihr entlang schleifen. Hier ist definitiv Nachbesserungsbedarf gegeben.

Unser Test-Fazit zu Forza Motorsport 6:

Auch wenn es scheint, als hätte Forza Motorsport 6 sehr viele Mängel, steht der Fahrspaß absolut im Vordergrund. Und dieser ist grandios. Das Spiel wirkt zwar eher wie ein Upgrade des Vorgängers, hat aber genau die richtigen Dinge mitgenommen und sinnvoll erweitert.

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Forza Motorsport 6 punktet mit dem bewährten Rezept aus überragender Fahrphysik, Liebe zum Detail und dem, worauf es ankommt. Kein Grafik-Schnick-Schnack, sondern pures, absolut spaßiges und realistisches Gameplay.

Forza Motorsport 6 erfindet das sprichwörtliche Rad dabei aber nicht neu und macht im Vergleich zu Forza Motorsport 5 zwar einiges besser, aber auch manches schlechter oder gleich schlecht.

Toll sind auf jeden Fall der Umfang, das Fahrgefühl und der hohe Grad an Simulation. Auf der anderen Seite sind die zum Teil fehlende Freiheit, das schlechte Balancing und die Ladezeiten anzumerken.

Bleibt festzuhalten: Forza Motorsport 6 ist definitiv ein absoluter Pflichttitel für Rennsport- und Forzafans, aber nicht das Meisterwerk, das viele erwartet haben.

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Wertung

9/10
“Forza Motorsport 6 ist trotz einiger Schwächen das Rennspiel des Jahres. Es macht in den wichtigsten Disziplinen das richtig, was es richtig machen soll - und das ist, was zählt.”