God of War in der Vorschau: Ein alter Kratos – kann das gut gehen?

Lisa Fleischer

Das neue God of War unterscheidet sich grundlegend von den vorherigen Teilen: Kratos ist älter geworden, er lebt inzwischen im kalten Norden und hat einen Sohn, der ihn begleitet. Ist das überhaupt noch God of War? 

Worum es in Kratos neuem Abenteuer überhaupt geht, verrät dir der folgende Trailer:

God of War (2018): Narrative Trailer - PS4.

Kratos kennen wir als blutrünstigen Haudrauf, der noch nicht einmal vor den Göttern Halt macht, hat ihn seine Wut erst einmal gepackt. Mit seinen Klingen metzelt er sich mit Leichtigkeit durch die Gegnermassen – kein Wunder, dass er schnell zum namensgebenden Gott des Krieges ernannt wird.

Im neuen God of War hingegen wird ein ganz anderer Kratos gezeigt, er ist ruhiger, wirkt bedachter und kontrollierter. An seiner Seite ist sein Sohn Atreus, zu Anfang des Spiels bringt ihm Kratos das Kämpfen bei – und verschont auch ihn nicht mit dem Hinweis, die eigene Wut im Zaum zu halten. Ist Kratos etwa weich und schwach geworden?

Ich konnte schon jetzt einen kurzen Blick auf Spiel werfen und wissen: Nein, Kratos ist immer noch der selbe – auch, wenn er älter und vielleicht auch etwas weiser ist. Was sich verändert hat und was gleich geblieben ist, habe ich dir in drei Punkten zusammengefasst.

1. Zwischen Rage und Vernunft

Im neuen God of War steht Kratos ständig im Konflikt zwischen seiner eigenen, unbändigen Wut und dem Wunsch, seinem Sohn Atreus diese schmerzhaften Erfahrungen zu ersparen. Genauso spielt sich Kratos auch im Kampf. Als erstes fällt auf, dass Kratos Schläge trotz des Waffenwechsels immer noch so wuchtig und effektiv sind wie in den Vorgänger-Teilen. Obwohl er sich bedeckt hält, hat sich sein Kampf-Stil wohl schon herumgesprochen – menschliche Gegner begegnen ihm mit der nötigen Ehrfurcht.

Allerdings kannst du dich nicht mehr durch reines Buttonmashing durch die Gegner metzeln, sondern solltest taktisch vorgehen. Vernachlässigst du deine Deckung oder weichst nicht im rechtzeitigen Moment aus, kann das schnell dein Ende bedeuten. Schließlich sind auch die Gegner überaus wuchtig, große Feinde erledigen dich schon mit zwei oder drei Treffern hintereinander.

Du solltest also vorbereitet in den Kampf gehen: Beobachte erst einmal von weitem die Aktionen des Gegners, lege dir eine Taktik zurecht, die für dich passt und greife erst an, wenn du dir über dein Vorgehen im Klaren bist. Außerdem kannst du Nah- mit Fernkampfattacken kombinieren. Das spiegelt sich auch im Skill-Baum wieder. Nimmt deine Erfahrung zu, erlernst du neue Skills und kannst deine Waffe verbessern. Dadurch eröffnen sich dir noch mehr taktische Möglichkeiten.

Sollte der Gegner dich trotzdem mal auf dem falschen Fuß erwischen, kann er per Knopfdruck von Atreus mit Pfeilschüssen abgelenkt werden. Allerdings solltest du darauf achten, dass Atreus zum Zeitpunkt des Abschusses nicht zwischen dir und dem Gegner steht. Ansonsten ignoriert dieser nämlich den Pfeil, sondern fokussiert sich weiter auf dich.  Und wenn alle Stricke reißen, steht dir immer noch der Rage-Modus zu Verfügung. In ihm lässt Kratos seine ganze Wut an den Gegnern aus – er kann jetzt noch schneller stärkere Angriffe platzieren und sogar mehrere Gegner gleichzeitig zur Strecke bringen.

Neben God of War hat Sony aktuell noch viele weitere heiße Eisen im Feuer:

Bilderstrecke starten
14 Bilder
PS4: Diese 12 Exklusiv-Titel bekommt ihr noch in dieser Generation.

2. Nachdenklich und trotzdem blutig

Schon seit jeher ist die Geschichte von God of War dramatisch, geprägt von Trauer und Wut. Auch im neusten Teil stehen diese beide Themen im Fokus. Allerdings gibt sich Kratos seinen Gefühlen nicht mehr hin, sondern beginnt, kritisch darüber nachzudenken und auch mal andere Wege einzuschlagen als bislang.

Dieser Konflikt wird auch von der Umgebung wiedergespielt. Anfangs erscheint der Norden kalt, rau und unerbittlich. Die nordischen Schiffe, Häuser und Runen strahlen etwas mysteriöses, leicht düsteres aus. Die Atmosphäre erinnert mich sogar etwas an das ebenfalls im Norden spielende Hellblade: Senua’s Sacrifice, auch wenn God of War etwas weniger beklemmend und beängstigend ist.

Das Spiel bleibt aber nicht die ganze Zeit so düster, gegen Ende der Demo eröffnete sich mit ein sehr grünes Gebiet; ein Wald, in dem die Farben nur so leuchten. Die Umgebung scheint mir und vor allem Kratos signalisieren zu wollen: Nicht alles ist verloren, kannst du dich beherrschen, kannst du die Geschichte der Welt und deine eigene vielleicht sogar wieder tendenziell zum Guten wenden.

Trotzdem ist und bleibt God of War düster. So brutal wie die Vorgänger ist das Spiel nicht mehr, in einem der Kämpfe schlägt er aber so heftig zu, dass sich der Körper des menschlichen Gegners immer weiter verformt, dass schon das Zuschauen weh tut. God of War ist also immer noch ein Spiel für Erwachsene – auch, wenn es tendenziell ruhiger zugeht.

3. Nicht zu schnell und trotzdem voller Action

Auch, wenn das neue God of War als Action-Adventure durchgeht, liegt der Fokus nicht nur auf Kämpfen und der Erkundung der Umgebung. Auf deiner Reise wirst du wieder mit zahlreichen Rätseln konfrontiert. Zu Anfang sind diese fast schon zu leicht, doch schon nach wenigen Spielstunden steigern sie sich enorm und lassen dich nicht nur einmal um die Ecke denken.

Dadurch schreitet das Spiel nicht zu schnell voran und lässt dich nach viel Action etwas verschnaufen. Doch Vorsicht: Nicht alle Rätsel bestehen rein aus versteckte Elemente finden und neu anordnen. Bei einem der Umgebungsrätsel erscheinen auf einmal Gegner, während du noch ins Lösen vertieft bist. Passt du nicht auf, wenden sich nicht nur deine Feinde gegen dich, du bist auch ständig der Gefahr ausgesetzt, von der Umgebung zermalmt zu werden. Trotz ruhiger Passagen wird God of War also nicht müde, dich mit Todesfallen und pompösen Action-Szenen zu konfrontieren.

Mein Vorschau-Fazit zu God of War: Kratos ist erwachsen geworden – und trotzdem noch der Gleiche

Kratos ist tatsächlich nicht mehr der Alte, zeigt er uns doch seine nachdenkliche Seite, die bislang im Verborgenen bliebt. Das heißt aber nicht, dass er weicher oder schwächer geworden ist. Nicht nur einmal beweist er, dass er es immer noch drauf hat – vor allem im Kampf ist und bleibt er ein Haudrauf, der ordentlich Wucht in seine Schläge packen kann.

Bestelle God of War bei Amazon *

Aber auch die Gegner haben dazugelernt: Wie Kratos selbst wirst du deswegen dazu angehalten, deine Aktionen vorher zu überdenken. Wer einfach drauf los pirscht und wild Knöpfe drückt, wird schon am Anfang scheitern. Das gibt dem Spiel eine taktische Tiefe; durch zahlreiche Rätsel wird das Spiel ebenfalls entschleunigt. Trotzdem büßt God of War nur wenig an Action und Brutalität ein – wenn auch beides nicht mehr die ganze Zeit, sondern nur noch pointiert eingesetzt wird.

Du willst wissen, ob God of War wirklich etwas für dich ist oder ein anderes neues Spiel besser für dich geeignet wäre? Mache den Test!

Wer ein klassisches God of War mit all den Over-the-Top-Szenen und Quick-Time-Events erwartet, der wird sicherlich enttäuscht. Lässt du dich aber auf das Spiel ein und bist du bereit, mit der Serie zu wachsen, überrascht dich das Spiel mit seiner Liebe zum Detail und den Wut-Flashbacks immer wieder.

Was hältst du vom neuen Kratos? Wirst du God of War eine Chance geben oder wünscht du dir den alten Spielstil wieder zurück?

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

Weitere Themen

Neue Artikel von GIGA GAMES

* Werbung