5 Gründe, warum ihr Grand Ages Medieval spielen solltet

Sebastian Moitzheim

In Grand Ages: Medieval baut ihr euch als mittelalterlicher Herrscher ein eigenes Reich auf – doch mit was für einem Spiel haben wir es zu tun? Ist es ein Sequel zum 2009er City Builder Grand Ages: Rome, wie es der Titel nahelegt? Ein Militär-Taktikspiel ähnlich der Total War-Reihe, wie man beim Anblick mancher Screenshots vermuten könnte? Oder doch etwas ganz anderes?

5 Gründe, warum ihr Grand Ages Medieval spielen solltet

Dass viele Spieler nach dem Lesen der offiziellen Beschreibung von Grand Ages: Medieval und dem Blick auf die Screenshots wohl nicht so richtig wissen, was für eine Art Spiel sie zu erwarten haben, dürfte einer der Gründe sein, warum das Spiel, den Steam-Bewertungen zufolge, die Gemüter spaltet. Tatsächlich bedient es eine recht spezifische Zielgruppe – wenn man allerdings dazu gehört, kann Grand Ages: Medieval eine Menge Spaß machen. Ob das Spiel etwas für euch ist, erfahrt ihr in unseren 5 Gründen, warum ihr Grand Ages: Medieval spielen solltet.

1. Grand Ages: Medieval konzentriert sich konsequent auf eine zentrale Spielmechanik

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Wenn Screenshots und offizielle Beschreibungen nicht helfen, gibt vielleicht ein Blick auf den Entwickler hinter Grand Ages: Medieval Aufschluss darüber, was für ein Spiel uns hier erwartet: Das deutsche Studio Gaming Minds ist unter anderem für Port Royale 3 und Patrizier IV verantwortlich. Grand Ages: Medieval übernimmt einige Mechaniken dieser Reihen, transportiert sie aber in ein anderes Setting: Als mittelalterlicher Herrscher ist der Handel weniger Selbstzweck als in Port Royale und Patrizier, eher ein Mittel zum Zweck, um das Ziel, den Wachstum des eigenen Imperiums, zu erreichen. Dennoch steht Handel im Mittelpunkt. Fast alle anderen Elemente sind irgendwie an den Handel geknüpft: Die sinnvolle Platzierung neuer Städte hängt davon ab, welche Rohstoffe wo produziert werden können, die erfolgreiche Diplomatie davon, welche Güter man den anderen Herrschern bieten kann. Selbst über den militärischen Erfolg entscheidet nicht nur die richtige Zusammenstellung der Truppen, sondern auch die konsequente Versorgung dieser Truppen mit Ressourcen durch die nächstgelegene Stadt.

Man muss als Spieler von Grand Ages: Medieval also Spaß daran haben, Handelsrouten festzulegen, Angebot und Nachfrage im Auge zu behalten, Vorauszuplanen. Hat man dies aber, kann das Spiel sehr unterhaltsam sein – wie das gesamte Reich aufblüht, weil man klug gehandelt und vorausgeplant hat, ist enorm befriedigend zu sehen.

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2. Grand Ages: Medieval ist riesig

Über 20 Millionen Quadratkilometer umfasst die Karte des mittelalterlichen Europas im Spiel. Das klingt nicht nur beeindruckend, es hilft auch der Atmosphäre des Spiels: Wenn man zu Beginn des Spiels herauszoomt und die eine winzige Stadt, über die man herrscht, auf der riesigen Karte fast übersehen könnte, und wenn man dann nach und nach emporsteigt und das eigene Reich irgendwann einen Großteil der Karte einnimmt, dann fühlt man sich tatsächlich, naja, mächtig, wie man sich als Herrscher über so ein Reich eben fühlen sollte.

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3. Grand Ages: Medieval ist leicht zugänglich…

Wirtschaftssimulationen können abschreckend wirken. Sie sind oft kompliziert und erfordern mehr Einarbeitungszeit als die meisten anderen Genres. Grand Ages: Medieval allerdings macht es dem Spieler leicht, sich zurechtzufinden und die Spielmechaniken zu erlernen: Die Kampagne führt den Spieler Schritt für Schritt an das Management seines Reiches heran, ohne ihn dabei so sehr an der Hand zu halten, dass man sich in seiner Freiheit, das Spiel für sich selbst entdecken zu können, eingeschränkt fühlt.

Es hilft auch, dass das Handelssystem des Spiels nachvollziehbaren Gesetzen folgt und nicht überfrachtet wirkt, dass es leicht verständlich ist. Auch die dazugehörigen Mechaniken sind intuitiv zu bedienen.

4. …und ist dennoch fordernd

Das Handelssystem zu verstehen ist leicht, es zu meistern allerdings weniger. Mit dem eigenen Reich wächst auch die Herausforderung und das Management einer Vielzahl von Händlern und der Überblick über Angebot und Nachfrage von vielen, in ganz Europa verteilten Städten sind durchaus eine knifflige Angelegenheit. Auch für erfahrene Strategen dürfte Grand Ages: Medieval daher fordernd genug sein, um eine ganze Weile zu fesseln.

Auch die lange Kampagne dürfte zur Langzeitmotivation beitragen: Nach den angesprochenen Tutorial-Missionen erwartet euch eine umfangreiche Geschichte über den Aufstieg eines jungen Herrschers, die reich ist an Konflikten und Intrigen, und die eine Menge spielerischer Herausforderungen  bereithält.

Dabei belohnt euch das Spiel durchaus für sorgsames Mikromanagement, zwingt euch aber nicht dazu – wer möchte, kann seine Händler selbstständig auf festgelegten Routen reisen und nach ausgewählten Regeln agieren lassen. Grand Ages: Medieval bleibt bei aller Herausforderung ein Spiel und wird nicht zur Tabellenkalkulation (wie ein Freund von mir gerne mein geliebtes Civilization-Franchise bezeichnet).

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5. Grand Ages: Medieval ist temporeich

Stichwort Civilization: Dies ist wohl meine liebste Strategie-Reihe und generell habe ich in kaum ein anderes Franchise so viel Zeit gesteckt. Doch ein neues freies Spiel in Civ zu beginnen, ist stets mit der etwas zähen Anfangsphase verbunden, in der man seine Handvoll Einheiten durch auswendig gelernte Abläufe der Grundsteinlegung für sein hoffentlich bald großes Reich dirigiert, und damit ist die Civilization-Reihe nicht allein.

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Ein neues Spiel in Grand Ages: Medieval allerdings ist von Anfang an unterhaltsam, denn tatsächlich ist schon das Kommandieren eines einzigen Händlers eine recht befriedigende Angelegenheit. Generell ist das Tempo des Spiels (nicht nur dank der Fast Forward-Taste) hoch, die Ausbreitung des Reiches verläuft zügig und es gibt selten Leerlauf.

Wie gesagt: Mit seinem Fokus auf Handel, an den jeder andere Aspekt des Spiels gebunden ist, bedient Grand Ages: Medieval eine sehr spezifische Zielgruppe. Wer allerdings Teil davon ist, wer beispielsweise mit Port Royale oder Patrizier schon seinen Spaß hatte, für den lohnt es sich, auch auf Grand Ages: Medieval einen Blick zu riskieren.

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