True Crime - Streets Of LA / NYC

Robin Nosterafu

Die Softwarewurzeln von Square Enix‘ Überraschungserfolg Sleeping Dogs, welche damals noch unter Activisions Banner in die Softwareregale einmarschierte.
 Neben den offensichtlichen Seitenblicken zu Rockstars Pendant, holte sich Entwickler Luxoflux seine Inspiration auch bei „Max Payne“. So kann der Spieler jederzeit im Spiel mittels Tastendruck einen Bullet-Time-Hechtsprung aktivieren. Das kombiniert mit dem Matrix-Hype auf seinem derzeitigen Zenit und oberflächlich zerstörbarer Spielwelt, konnte damals für sehr spaßige Schusswechsel sorgen, bei denen man eine lächerlich große Anzahl Kugeln in das digitale Los Angeles verteilte. Dies war zum Release des Spiels 2004, wohl die bisher beste und gleichzeitig schlechteste Open World Spielwelt.

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Die Designer haben einen riesigen Teil der US-Metropole realitätsnah nachgebaut.
 So hatte man zwar eine riesige Stadt zu erkunden - aber nichts zu entdecken. Alles sah irgendwie unangenehm gleich aus und besondere Orte und Sehenswürdigkeiten waren so weit voneinander entfernt, dass man wirklich das Gefühl hatte, trotz 600 Quadratkilometern immer wieder das gleiche Viertel zu befahren. Zumal die Fahrmechanik im besten Fall als seltsam bezeichnet werden kann – man hat zwar gute Kontrolle über den Wagen und kann abstruseste Specialmanöver starten, fühlt sich aber als würde man ein „Matchbox“-Auto steuern.

Nichtsdestotrotz hatte ich eine Menge Spaß mit True Crime, was hauptsächlich an allen Qualitäten lag, die mir der zeitliche Konkurrent „Grand Theft Auto: San Andreas“ nicht bieten konnte: 
Die Story war zwar nicht besonders innovativ (Cop mit unkonventionellen Methoden untersucht mysteriösen Tod seines Vaters)
 aber hatte dank alternativen „Was-wäre-wenn“ Handlungssträngen einen schöne eigene Note.
 Darüber hinaus hatte man große Namen aus Hollywood als Synchronsprecher engagiert (Gary Oldman, Christopher Walken, Michelle Rodriguez, Michael Madsen…). 
Über die bereits gelobte Shootergameplay hinaus, wurde außerdem eine recht komplexe Nahkampfmechanik implementiert, welche, durch freischaltbare, von asiatischen Kampfstilen inspirierten Finishing Moves und zahlreiche Nahkampfwaffen, ziemlich motivierend ist.

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Wenn man Gegnern zudem diverse spitze Gegenstände in die Schädeldecke schleudern kann, ist die Faszination des pubertären Jugendlichen einfach vorprogrammiert. 
Außerdem gab es sogar ab und an so etwas wie „Endgegner“ – auch bis dato noch eher ein ungenutztes Feature im Genre.
 Und zu guter Letzt sorgt der Fakt, dass man einen Polizisten spielt, dafür, dass man immer etwas zu tun hat. Per Polizeifunk wird man ständig über kleine Verbrechen in der Gegend informiert, denen man dann als pflichtbewusster Polizist nachgehen kann. 
Nachdem man die Story beendet hat, ist dies allerdings so ziemlich das Einzige was einen weiter bei der Stange halten könnte. Achja, man kann noch einen Sado-Maso-Esel freischalten…
 Der Nachfolger „True Crime: New York City“ hat nicht viel mehr zu bieten, als etwas bessere Grafik und düsterer Atmosphäre (was für mich negativ ist) und ist auch in der Summe um einiges schlechter als der Vorgänger.


Motivationsfaktor: 4

Weiter geht es mit Sleeping Dogs.

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