The Getaway & Black Monday

Robin Nosterafu

Ähnlich wie bei Saints Row sind sich beide Spiele sehr ähnlich und können deshalb gemeinsam beschrieben werden.
 Mit The Getaway hat man wohl die düsterste Umsetzung eines GTA Klons, die man sich in die Konsole schieben kann. Eigentlich sind die Thematiken bekannt und im Grunde genau wie in allen Pendants, jedoch weiß sich The Getaway so düster zu inszenieren, dass seine Gewalt viel mehr Eindruck auf den Spieler macht. Erreicht wird das durch, für seine Zeit (2002) überragende, cineastische Zwischensequenzen und sehr gute Synchronsprecher, sogar in der deutschen Version!

Da beide Spiele das gemeinsame Setting London teilen, welches nicht gerade für Sonnenschein bekannt ist, wird die Wirkung zusätzlich verstärkt.
 Die Stadt ist relativ realitätsnah nachgebaut, dadurch allerdings auch recht langweilig und detailarm.
 Dafür sind eine Vielzahl lizenzierte Autos auf ihren Straßen unterwegs, was Autoliebhaber sicher freut.
 Auch die Prämissen sind düster. Der erste Teil beginnt zum Beispiel damit, dass auf offener Straße eine Mutter erschossen, ihr Kind entführt, als Druckmittel eingesetzt und dessen Vater im Folgenden zu einer Vielzahl Morde gezwungen wird.
 Ein kleiner Twist ist hierbei, dass man erst 12 Missionen lang den Vater, dann 12 Missionen lang einen Polizisten spielt, der die Morde des ersten aufdeckt. 
Grafisch war das Spiel zwar nicht gerade revolutionär, konnte mich aber mit kleinen Details überraschen. Den aufsteigenden Zigarettenrauch empfand ich damals als fotorealistisch, die Gesichtsanimationen sind überzeugend und das Schadensmodell der Autos erinnert an das von GTA IV.

Anders als bei den damaligen Zeitgenossen blättert die Autokarosserie nicht in vorgefertigte Animation stückweise ab, sondern beult sich an Kollisionspunkten stark nach innen .
Eigentlich passt diese Spielereihe nicht ganz in diese Auflistung, da erst mit dem zweiten Teil ein paar wenige Nebenaufgaben und freies Fahren implementiert wurden.
 Allerdings hat die Franchise zum einen zu wenig Aufmerksamkeit bekommen und ist durchaus einen Blick wert. Zum anderen hat sie einen bis heute revolutionären Umgang mit dem HUD – es gibt keins.
 Weder Radar, Karte (außer im Pausemenü), noch Munition oder Gesundheitsanzeigen gibt es und trotzdem kommt man gut zurecht. 
Wenn man im Auto sitzt wird der Zielort anhand der Blinker gefunden.

Blinkt der linke muss man links abbiegen, blinkt einer ganz schnell muss man eine Kehrtwende machen und blinken beide gleichzeitig, hat man das Ziel erreicht.
 Wenn der Charakter verletzt ist, erkennt man es an Blutflecken und einem langsameren Laufstil.
 Sicher nichts für die auf „casual“ getrimmte Masse, aber das ist wirklich mal etwas, was es zu selten in Spielen, gibt. Zum einen ist der Bildschirm nicht überfüllt, zum anderen kommt es Realismus und Immersion zu gute.
 Schon allein deswegen ist The Getaway einen Versuch wert, auch wenn fehlende Nebenbeschäftigungen für mangelnde Langzeitmotivation sorgen.
 Man sollte einfach kein GTA erwarten.

Motivationsfaktor: 2



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