Guild Wars 2 Test – Tagebuch eines Verlierers

Tobias Heidemann 27

„Guild Wars 2“ ist wie eine Rakete. Die gesamten Erfahrungen aus über einem Jahrzehnt MMORPGs werden von ArenaNets gewaltigen Düsen angesaugt und als Treibstoff für ein ungemein bequemes und freies Spielgefühl wieder verbrannt. Dieses Spiel schießt seine Spieler in eine komfortable Schwerelosigkeit, die den Großteil der genretypischen Ecken und Kanten überkommt.

Anecken kann man in „Guild Wars 2“ aber trotzdem. Die dynamischen Events sind eben doch nur (mehrstufige) Quests, die persönliche Story ist doch nur (liebevolle) Augenwischerei und die Instanzen bergen trotz frischem Spielgefühl viel Frustpotential.

Aber was soll´s – das schöne an „Guild Wars 2“ ist ja: Wenn etwas nervt, drückt man einfach ein schön designtes Knöpfchen und schon steht man vor der nächsten Attraktion in diesem wundervollen Freizeitpark. Weil „Guild Wars 2“ obendrein auch noch richtig gut aussieht, ein fantastisches Kampfsystem bietet und einfach nie langweilig wird, ist es momentan das beste Spiel seiner Art. Ja, ich meine dich „WoW“.

Passionierte Online-Rollenspieler und Neueinsteiger können mit „Guild Wars 2“ also nur gewinnen. Kauft dieses Spiel, es wird euch nicht enttäuschen. Dass meine Wenigkeit sich nach den ersten 50 Level „Guild Wars 2“ dennoch ein kleines bisschen als Verlierer fühlt, hat viel mit meinen persönlichen Ermüdungserscheinungen innerhalb dieses Genres zu tun. Wer Zyklopen in „Dragon´s Dogma“ besiegt, Morrigan aus „Dragon Age“ geliebt und Arnor Londo in „Dark Souls“ gesehen hat, der kommt eben nicht umhin, sich noch etwas mehr von einem zeitgenössischen Online-Rollenspiel zu wünschen. Selbst dann, wenn es „Guild Wars 2“ heißt.

Wertung: 91% 

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