Halo-Reihe: Bekenntnisse einer Spiele-Jungfrau

Sandro Kreitlow

Halo. Ein nahezu perfekter Videospiel-Titel. Heute gilt die Sci-Fi-Reihe nicht nur als stärkste Exklusiv-Reihe Microsofts, sondern auch als enorm einflussreich. Es hat allerdings gut 16 Jahre gedauert, bis ich mich zum ersten Mal selbst mit der Sci-Fi-Reihe beschäftigte. 

Halo 5 Launch Trailer.

2002. Es war ein heißer Sommertag, als meine Mutter mich mal wieder zum Einkaufen mitnahm und ich mich mal wieder alleine aus dem Staub machte. Sie hatte genau zwei Möglichkeiten, mich wiederzufinden, wenn sie mit dem Einkaufswagen zur Kasse gehen wollte, um zu bezahlen: Entweder durchblätterte ich Kinder- und Videospiel-Zeitschriften oder aber ich stöberte die aktuellen Filmen und Videospiele durch.  

Warum ich überhaupt als 8-Jähriger Lust hatte, mit meiner Mutter einkaufen zu fahren? Ganz einfach: In der Filiale standen stets Konsolen. Also machte ich mich auch an diesem Sommertag 2002 auf den Weg zur Konsole. Und da stand sie: die Xbox. Der Titel ? Halo. Es ging los. Ich konnte einfach so, ohne Ladezeit und ohne einen neuen Abschnitt zu betreten, in ein Auto steigen und losfahren. In einem Shooter. „Wie geht das?“ fragte ich mich andauernd. Diese unfassbare Geschwindigkeit! Und die Effekte? Irre! 

Dieser heiße Sommertag 2002 war bis vor kurzem allerdings mein einziger richtiger Berührungspunkt mit Halo. Warum das so ist? Ich war einfach ein PlayStation-Kind, das Anfang der 2000er noch seine Zeit mit PS1-Titeln wie Final Fantasy 7, Grandia und Tony Hawk’s Pro Skater 2 verbrachte. Shooter kannte ich bis dato also nur PS1-Titel wie Medal of Honor: Underground und als PC-Titel wie Half-Life - letzteres natürlich nur durch meinen 7-Jahre-älteren Bruder. Erst nachdem ich die fünf Halo-Teile (ohne Halo: Reach) über die Weihnachtsfeiertage und Neujahr nachgeholt hatte, wurde mir klar, warum Halo eine so einflussreiche Reihe ist und das Shooter-Genre revolutionierte.

Halo revolutionierte das Shooter-Genre

Was heute als selbstverständlich angesehen wird, fand in Halo auf der Xbox ihre Anfänge. Neben Red Faction und Tribes 2 gehörte Halo: Kampf um die Zukunft zu einer Reihe von Ego-Shootern, bei denen die Benutzung von verschiedenen Fahrzeugen in das Spielgeschehen eingebunden wurde. Das Steuerungsschema, bei dem die Perspektive von der Egoperspektive zur Third-Person-Perspektive wechselt, wurde Vorbild für viele spätere Umsetzungen von Fahrzeugsteuerungen in Ego-Shootern.

Statt Rüstungsbestandteile zum Aufsammeln gibt es in Halo einen schützenden Energieschild, der sich von selbst regeneriert, sobald der Spieler sich außer Beschuss befindet. Dadurch spielt Decken eine große Rolle. Ich kann also nicht wie sonst üblich alle im Spiel erhältlichen Waffen sammeln, sondern muss mich für jeweils zwei Waffen entscheiden, die ich mit mir führe, jedoch beliebig gegen andere Waffen austauschen kann. Zusätzlich können unabhängig von der jeweiligen Waffe Granaten geworfen werden. Durch die Nahkampf-Funktion kann mit dem Kolben der getragenen Waffe zugeschlagen werden. Diese Konzepte waren im Einzelnen zwar keine Erfindungen für Halo. Sie schaffen in ihrer Verbindung jedoch ein dynamisches Gameplay, das zum Vorbild für viele spätere Ego-Shooter wurde.

Optische Vielfalt, perfektes Gameplay

Was mich besonders überrascht: Alle Kampagnen der Halo-Teile sind enorm vielfältig. Von Kämpfen in Wüstengebieten, Dschungeln und auf Raumkreuzern bis hin zu Ausflügen auf die Ringwelten, zur mysteriösen Arche oder dem Gefecht in der Metropole New Mombasa wird enorm viel geboten. Zu-Fuß-Abschnitte wechseln sich immer wieder mit den berühmten Fahrzeugsequenzen ab. Mal schwingt sich der Master Chief in den Fahrersitz eines Warthog-Jeeps, mal fliegt er mit Banshee-Gleitern durch die Luft, mal donnert er auf einem Chopper einen Highway entlang.

Auch wenn die ersten beiden Teile in der von mir gespielten Master Chief-Edition optisch aufpoliert wurden, ist es doch beachtlich, wie gut das Gameplay noch funktioniert. Die Steuerung ist nahezu perfekt, jeder Halo-Ableger setzt auf den serientypischen Dreiklang aus Waffeneinsatz, Nahkampf und Granaten. Dabei fühle ich mich selten wie in einer Call of Duty-Schießbude, was vor allem an den cleveren Gegnern, die Schutz suchen, von der Seite angreifen, miteinander interagieren und stets fordern, liegt.

Anders als die Halo-Spiele sind folgende Microsoft-Exklusivtitel in Vergessenheit geraten: 

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Diese 9 speziellen Xbox-Spiele sind in Vergessenheit geraten.

Bewundernswert finde ich, dass die Qualität der fünf Spiele trotz Entwicklerwechsel auf ähnlichem Niveau blieben, auch wenn der Überraschungseffekt natürlich nicht mehr da ist. Die Atmosphäre ist stets intensiv und damit schaffte Microsoft schon mal das, was Electronic Arts mit dem verkorksten Mass Effect Andromeda nach drei hervorragenden Spielen der Reihe verpasste. Immerhin werkeln die ursprünglichen Entwickler von Bungie heute an der Destiny-Marke, wohin es auch einige Halo-Fans verschlagen konnte. Denn beide Reihen funktionieren einwandfrei als Konsolen-Shooter. Das war zwei Jahrzehnte zuvor noch unvorstellbar. Schade, dass ich die Faszination hinter Halo erst so spät nachvollziehen konnte. Ein Hoch auf Halo!

Wie gut kennst du Halo? (Quiz)

Du nennst dich selbst Master Chief? Dann beweis uns mal, wie sehr du dich wirklich im Halo-Universum auskennst!

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