Harry Potter: Wizards Unite ist wie Pokémon GO – nur besser

Kamila Zych

Lange Zeit haben uns die Macher von Harry Potter: Wizards Unite aka „Harry Potter GO“ im Dunkeln tappen lassen. GIGA GAMES Redakteurin Kamila konnte endlich einen Blick auf den Nachfolger von Pokémon GO werfen und stellt fest: Das Spiel macht vieles besser als sein Vorgänger.

In der Zauberwelt ist Chaos ausgebrochen. Fantastische Tierwesen und bekannte Charaktere aus Hogwarts sind durch eine bisher unbekannte Katastrophe in der Muggelwelt gelandet. Anders als in Pokémon GO fängst du die Wesen aber nicht, um sie zu tranieren und mit ihnen zu kämpfen.

Du bist nämlich Mitglied der sogenannten Eingreiftruppe zur Wahrung des Geheimhaltungsstatuts und deine Aufgabe ist es, die magischen Kreaturen und Personen, auch „Foundables“ genannt, zu retten und sie wieder zurück in die Zauberwelt zu bringen. Und ganz nebenbei sollst du natürlich auch den Ursprung des mysteriösen Chaos ergründen. Selbstverständlich triffst du dabei auch auf bösartige Gegner, wie Werwölfe oder Dementoren, die es zu bekämpfen gilt. Sie sind unter dem Namen „Confoundables“ bekannt.

Abwechslungsreiches und anspruchsvolleres Gameplay

Ein wesentlicher Unterschied zu Pokémon GO ist bereits beim Zusammentreffen der Foundables oder Confoundables in Harry Potter: Wizards Unite zu erkennen. Während sich in Pokémon GO die Aktionen auf das Werfen des Pokéballs durch Wischen des Fingers in eine Richtung beschränken, ist in Wizards Unite Abwechslung angesagt: Mal musst du die Kamera vor Ablauf einer vorschriebenen Zeit auf einen bestimmten Punkt richten und im nächsten Augenblick sprichst du einen Zauber, indem du ein vorgegebenes Muster mit deinem Finger nachziehst. Je akkurater deine „Zeichnung“, desto wirkungsvoller ist dein Zauber. Hier ein Beispiel:

Harry Potter: Wizards Unite - Werwolf.mp4.

Das Gameplay ist dadurch nicht nur vielfältiger, sondern auch anspruchsvoller, denn die Rettung eines Foundables ist nicht garantiert, genauso wenig der Sieg über ein Confoundable. Hier ist Konzentration gefragt, statt einfach geistesabwesend auf den Bildschirm zu tippen.

Mehr Auswahl und Fokus auf Zusammenspiel

Es ist deutlich zu sehen, dass Niatic aus den „Fehlern“ von Pokémon GO gelernt hat. Schon zu Beginn gibt es viel mehr Auswahl an Tätigkeiten und auch die Map wirkt lebendiger. Dadurch, dass sie prozedual generiert ist, existiert das Problem an fehlenden Pokéstops – oder in dem Fall Gasthäuser genannt – nicht.

Gasthäuser sind deine Quellen von Zauber-Energie; diese ist zur Rettung und Bekämpfung von Wesen notwendig. Darüber hinaus findest auf der Karte auch Gewächshäuser. Darin sammelst du Zutaten für Zaubertränke. Schließlich gehört zu den Aufgaben eines echten Zauberers auch das Brauen von Tränken. Aber dazu später mehr.

Falls du dir bis zum Launch von Harry Potter: Wizards Unite die Zeit vertreiben möchtest, kannst du ja in Harry Potter: Hogwarts Mystery nach den Fundorten der versteckten Energie suchen.

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Harry Potter - Hogwarts Mystery: Fundorte der versteckten Energie.

Wie der Name schon andeutet, spielt Zusammenhalt in Harry Potter: Wizards Unite eine große Rolle. Daher ist es auch von Beginn an möglich und wünschenswert, das Spiel gemeinsam mit Freunden und Familie zu spielen. In sogenannten Festungen, vergleichbar mit den Arenen in Pokémon GO, findest du dich in einer Gruppen zusammen und kämpfst gegen verschiedene Gegner. Jeder Spieler kann sich hierbei, abhängig von den jeweiligen Stärken und Schwächen, einen Feind aussuchen. Sind alle Gegner besiegt, warten auf dich seltene Items und Foundables, die du im Alleingang nicht finden würdest.

Ein kleine und für mich doch sehr bedeutende Sache ist die Gestaltung deines Avatars in Harry Potter: Wizards Unite. Hier setzen die Entwickler auf Individualität. Statt wie in Pokémon GO aus einer Auswahl an vorgefertigten optischen Eigenschaften zu wählen, kannst du ein Foto von dir selbst schießen und es mithilfe von Filtern und Stickern zusätzlich anpassen. Das Bild erscheint im Anschluss auf deinem ganz persönlichen Zauberministeriumsausweis.

Noch ungenutztes Potential und mögliche Schwächen

Auch wenn Harry Potter: Wizards Unite schon jetzt viele Sachen besser macht als Pokémon GO, sind doch ein paar mögliche Schwächen und bisher noch ungenutztes Potential zu erkennen.

Nehmen wir zum Beispiel das Brauen von Zaubertränken, welches ich vorhin schon kurz angesprochen habe. Das Sammeln der Zutaten erfolgt sehr spielerisch und einfach, zum Teil sind Zutaten auf dem Boden verteilt und lassen sich mit einem Klick aufsammeln. Je nach Tageszeit, Wetterbedingungen oder Mondphase spawnen andere Zutaten auf der Karte.

Die Herstellung von Zaubertränken gestaltet sich hingegen etwas komplizierter. Du kannst vier Tränke gleichzeitig brauen. Mithilfe eines keinen Minispiels, kannst du die Wartezeit bis zur Fertigstellung des Tranks verkürzen. Das ist allerdings nur bei einem einzigen Trank möglich. Willst du darüber hinaus die Zeit noch weiter verkürzen, kommen In-Game-Käufe in Form von Timesavern in Frage. Wie du dich vielleicht erinnerst, war genau die Wahl zwischen In-Game-Käufen und langer Wartezeit ein großer Kritikpunkt in Harry Potter: Hogwarts Mystery. Ich hoffe, dass die Entwickler in Wizards Unite eine gute Balance finden, ohne dass Frust bei den Spielern aufkommt.

Womöglich hast du dich schon gefragt, warum ich bis jetzt noch gar nicht auf die Wahl zwischen den vier Häusern zu sprechen kam. Nun, das liegt daran, dass die Wahl des Hauses in Wizards Unite kaum eine Rolle spielt, wie die Entwickler selbst bestätigt haben. Dafür stehen dir drei Berufe (auf Englisch: Professions) zur Auswahl: Auror, Magizoologe oder Professor. Diese haben weitaus größeren Einfluss auf das Spiel. Beispielweise hat jeder Beruf Vor- und Nachteile gegenüber bestimmten Gegnern und die zu bewältigenden Aufgaben variieren je nach Laufbahn. Angenehm daran ist, dass du jederzeit deinen Beruf wechseln kannst.

Trotzdem ist es etwas schade, dass nicht mehr Fokus auf die Wahl des Hauses gelegt wurde. Ich könnte mir beispielsweise sehr gut vorstellen, dass jeder Spieler bei erfolgreich erfüllten Aufgaben Hauspunkte für sein jeweiliges Haus sammeln könnte und so ein Wettbewerb angeregt würde. Außerdem wären Duelle zwischen Anhängern verschiedener Häuser eine gute Ergänzung zu den bereits bestehenden Festungskämpfen. Aber, wer weiß, vielleicht werden diese Dinge im Laufe der Zeit noch eingeführt?

Mein erster Eindruck von Harry Potter: Wizards Unite

Mein erster Eindruck von Harry Potter: Wizards Unite ist jedenfalls insgesamt sehr positiv. Das Spiel beinhaltet viele Details, die Harry Potter-Fans sicherlich gefallen werden und stellt meiner Meinung nach einen würdigen Nachfolger und vermutlich auch Konkurrenten von Pokémon GO dar. Es übernimmt nicht nur viele Funktionen seines Vorgängers, sondern verbessert sie und besitzt auch einige neue Features, die das Spiel aufwerten. Zum Release gibt es bislang noch keine Neuigkeiten, so soll das Spiel, wie bereits angekündigt, im Sommer 2019 erscheinen.

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